Uber gibt nach: UberPOP wird künftig zur Mitfahrzentrale

9. Oktober 2014 Kategorie: Internet, geschrieben von: Pascal Wuttke

Uber und die deutschen Gesetze – ein ewiges Kapitel. Doch wie es scheint ist das dieses nun zu Ende. Denn Uber scheint hierzulande einen kompletten Strategiewechsel anzupeilen. So soll Uber zwar weiterhin an seinen Plänen für UberBLACK und UberTAXI festhalten wollen, jedoch wird UberPOP zu einer Mitfahrzentrale umfunktioniert.

uber

Nach diversen gerichtlichen Auseinandersetzungen in Berlin und Hamburg sowie eines kurzweiligen bundesweiten Beförderungsverbot, dass vom Landgericht Frankfurt am Main vor wenigen Wochen verhängt und wieder aufgehoben wurde, scheint Uber sich nach langem Kämpfen den Gesetzen beugen zu wollen. Auch die Taxi-Genossenschaften wollten Uber vehement einen Strick drehen.

Nun soll UberPOP eine Art Mitfahrzentrale mit vergünstigten Preisen werden. So soll eine Mitfahrt innerhalb Berlins bald 35 Cent pro gefahrenen Kilometer kosten. Aktuell sind dies zirka 1,60 pro Kilometer. Jedoch gilt auch hier wie bereits zuvor: Die 35 Cent sind ein Grundpreis und können je nach aktueller Nachfrage, Stoßzeiten oder möglichen Sonder-Events (Messen) nach oben variieren. Um als Mitfahrzentrale umfirmieren zu können, muss das Entgelt der Mitfahrgelegenheit laut Personenbeförderungsgesetz unter den Betriebskosten eines Autos liegen. Die Fahrteinnahmen werden ebenfalls gesetzlich gedeckelt, um eine Gewinnerzielung zu vermeiden. Das hat zur Folge, dass Uber mit UberPOP kein Geld verdienen dürfte.

Der Brandname UberPOP soll derweil ebenso wie das „Bestellverfahren“ eines Fahrzeugs  via dedizierter Uber-App nicht geändert werden.

Ab wann die Änderungen an UberPOP in Kraft treten, steht noch nicht fest. Jedoch sollen die Änderungen zunächst nur in Berlin umgesetzt werden.

Uber will für seinen Chauffeur-Dienst UberBLACK sämtliche Auflagen eines Berliner Gerichts umsetzen. So soll eine generelle Betriebserlaubnis erworben und erforderliche Fahrzeuge gekauft werden. Das Uber dies mit Zähneknirschen tut, kann man sich denken. Man hatte bereits mehrfach in der Vergangenheit seinen Ansichten über die antiquierten Beförderungsgesetze in Deutschland Luft gemacht. Zuletzt hatte man sogar eine offene Petition vor der Verkehrsministerkonferenz, die vor wenigen Tagen stattfand, ins Leben gerufen. Hiermit hat man sich erneut an die Verantwortlichen der Politik gewandt, um darauf hinzuweisen, dass Deutschland einen zeitgemäßen Rahmen für die Mobilität benötigt.

An dem zuletzt aus der Taufe gehobenen Dienst UberTAXI, bei dem sich Taxiunternehmen offiziell für den Dienst zur Beförderung registrieren können, will Uber auch weiterhin festhalten.



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Quelle: Die Welt |
Über den Autor: Pascal Wuttke

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