Twitter TV Timeline: neue Nutzer durch verbesserte Second Screen-Erfahrung?

11. Januar 2016 Kategorie: Internet, Social Network, geschrieben von: Sascha Ostermaier

artikel_twitterTwitter versucht immer wieder mit Neuerungen, mehr Nutzer in das Social Network zu holen. Aktuell sieht es sogar nach einem Wegfall des 140 Zeichen-Limits aus. Der Grund ist relativ simpel, Twitter benötigt mehr Nutzer, das Wachstum ist nicht ausreichend, um die Aktionäre zufrieden zu stellen. Eine weitere Methode, um eventuell auch Nicht-Nutzer auf den Dienst aufmerksam zu machen, könnte TV Timeline sein, ein Feature, das seit September in den USA zur Verfügung stand und nun erstmals auch in Deutschland aktiv ist.

Twitter_TVTimeline

Eingeführt wurde es von Twitter zur Sendung „Schulz und Böhmermann“, die bereits vorab via Stream aufrufbar war, bevor sie normal über ZDFneo ausgestrahlt wurde. Unter Tweets, die den zur Sendung gehörenden Hashtag #sundb aufweisen, zeigten in der iOS-App unter diesen Tweets einen Link zu den „besten Tweets über Schulz und Böhmermann“. Folgt man diesem Link, erhält man nicht nur Tweets zum Thema, sondern kann sich auch den Cast zu einer Show und passende Bilder zur Sendung anzeigen lassen.

Das kann durchaus praktisch für Menschen sein, die sich nebenher weitere Informationen holen, also als Second Screen-Erfahrung. Bei alteingesessenen Twitter-Nutzern kommen Änderungen, vor allem, wenn es um die heilige Timeline geht, nicht immer gut an. Allerdings sind es auch diese Nutzer, die oftmals alternative Twitter-Clients nutzen und neue Funktionen erst einmal gar nicht sehen. Insofern kann so ein Eingriff in die Timeline auch zu verschmerzen sein. Für Nutzer, die durch solche Funktionen erstmalig auf Twitter stoßen, ist das ja dann keine Änderung. Und genau diese Nutzer möchte Twitter ja abfangen.

Wie sieht es bei Euch und der TV Timeline aus? Ein Feature, das Ihr nutzen würdet oder eher wieder einmal eine Neuerung, die das Netzwerk nicht mehr das sein lässt, was es einmal war?

(Quelle: Netz Feuilleton)


Über den Autor: Sascha Ostermaier

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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6 Kommentare

namerp 12. Januar 2016 um 08:17 Uhr

Der Wegfall der 140 Zeichen empfinde ich für das schlimmste, okay ob nun 140 oder 180 oder ähnlich das soll mir egal sein nur wenn das Text Limit aufgehoben wird geht es nun endlich so los wie bei Facbook das ganze Romane gepostet werden statt das auf Sinnvolle Länge zu begrenzen. Damit ist der ganze Dienst mehr oder weniger für den Arsch.

Ismirworscht 12. Januar 2016 um 09:17 Uhr

sehe ich wie namerp. Zum Rest: Die wenigsten Jüngeren in meinem Umfeld schauen noch Programmfernsehen oder wenn, dann sowas wie 13th Street. Die meisten streamen nur noch. Die Älteren wollen dagegen kein Twitter, schauen aber Programmfernsehen. Es muss also wirklich um die 3. Welle bei den Leuten mittleren und jungen Alters gehen, die man da fangen will.

Für mein Umfeld wäre das Feature jedenfalls fürn Popo.

Alex 12. Januar 2016 um 09:48 Uhr

Da gebe ich dir Recht. Zwar sollen nach wie vor zunächst nur 140 Zeichen eingeblendet werden, aber wenn die Tweets ständig länger sind, muss man ja doch den Spoiler ausklappen, um den ganzen Text lesen zu können.
Finde ich nicht gut. Meinetwegen 200 Zeichen, da passt dann schon etwas mehr Inhalt rein, zerstört aber nicht gleich die Übersicht und die Leseerfahrung.

Die TV Second Screen Seiten finde ich interessant. Mal sehen ob es was taugt, oder letztlich nichts anderes als eine Suche nach dem entsprechenden Hashtag anzeigt (naja und halt die Infos zur Sendung…).

Wolf 12. Januar 2016 um 10:43 Uhr

Kurz, knackig, schnell – das war der ursprüngliche Ansatz von Twitter.

Und jetzt? Timeline mit Werbung und allen möglichen schlauen Vorschlägen a la Facebook volgemüllt, demnächst dann womöglich auch noch mit endlosen Laberposts und zusätzlichem „related content“….
Da kann ich mich auch gleich auf Facebook oder G+ beschränken und Twitter in der Bedeutungslosigkeit verschwinden lassen – zwei/drei Netzwerke von diesem Kaliber braucht niemand (außer den Finanzinvestoren natürlich, die möglichst schnell möglichst viel Gewinn machen wollen)

Patrick 12. Januar 2016 um 11:50 Uhr

Twitter sollte sich mal selbst wieder klar werden, was sie eigentlich sind. Ein Kurznachrichtendienst. Und kein soziales Netzwerk und in meinen Augen auch kein Messenger, was sie auch nie werden, da es bessere Alternativen gibt.

Mich nervt Twitter schon mit dem „Während du weg warst“-Mist. Sie fragen zwar, ob mit das gefallen hat, was ich jedes Mal mit Nein beantworte, und trotzdem kommt es immer wieder. Ich scrolle die Timeline chronologisch nach oben – von alt bis neu. Wozu braucht man das? DAS ist doch der Sinn von Twitter, oder nicht?

Und die anderen Experimente mit der Timeline. So aufgeblasen, leerzeilen zwischen Klarnamen, Twittername, Tweet und diesen “ Kurzaktionen“, dass man auf einem 5″ Bildschirm gerade noch so 4 Tweets angezeigt bekommen hat. Wer kommt auf so einen Schwachsinn? Nuja, immerhin das wurde ja nach Monaten wieder rückgängig gemacht. Oder die Bugs, die über Wochen und Monate vorhanden waren, dass einem so viele Tweets in der Timeline nicht mehr angezeigt wurden, wenn man nicht regelmäßig aktualisiert hat.

Der Wegfall von Entdecken, den ich heute noch vermisse. Die „Trends“ in der Suche seither sind ja wohl ein schlechter Scherz. Da stehen zu Trends vom Vorabend noch drin mit „Gerade angefangen“. Und am Vorabend, wo es wirklich ein Trend ist, ist es nicht in den Trends. Sorry, aber das hätte man längst verbessern können – vor allem mehr Echtzeit.

Oder die Profile. Seit Monaten bleibt ein Aufruf eines Profils bis in die Unendlichkeit im Cache, geht man Tage später noch mal auf das Profil, werden einem Tweets von vor Wochen als “ aktuell“ verkauft und man muss selbst aktualisieren.

Und so zieht sich das komplett durch Twitter. Und wie ich mir die Frage immer stelle: Nutzen die Entwickler die Apps eigentlich selbst? Kaum zu glauben, denn dann sollte ihnen so ein unsinniger Mist und Bugs auffallen. Aber das gilt ja auch für alle anderen großen Entwickler, wie ich finde.


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