Tweet Lanes fällt der 100.000 Benutzer-Obergrenze zum Opfer: Keine aktive Weiterentwicklung mehr

19. November 2012 Kategorie: Android, Mobile, Social Network, geschrieben von: Gastautor

Die Änderungen  der API von Twitter, welche sie im August verkündet haben, nehmen die von vielen befürchteten Dimensionen ein. Durch die sehr restriktive Limitierung auf 100.000 Benutzer (Tokens) , muss der Entwickler bei Erreichen der Grenze bei Twitter um Erlaubnis fragen, damit sich weitere Benutzer über die App bei Twitter authentifizieren können.

Twitter

Wie zu erwarten war, ist Twitter hier nur wenig gesprächsbereit, um ihre eigenen Apps mehr nach vorne zu bringen und die bessere Kontrolle über Werbung mittels Promoted Tweets zu erlangen. Inzwischen sind einige Beispiele bekannt, die von Twitter keine Genehmigungen bekommen haben über diese 100.000 Grenze weiter Anmeldungen zuzulassen.

Am Wochenende ließ Chris Lacy, Entwickler des poulären Clients Tweet Lanes, verlauten, dass er seine App nicht mehr aktiv weiterentwickeln wird und schiebt die Schuld ganz klar auf Twitter. Seine Pläne für eine spätere Monetarisierung könne er nicht weiter aufrecht erhalten. Unter anderem wollte er noch ein gutes Tablet-Layout für Tweet Lanes entwickeln, aber mit seiner knappen Zeit und ohne Wachstumsmöglichkeiten sieht er darin keine Option mehr. Er ist selbst sehr enttäuscht darüber, dass er es nicht geschafft hat, all seine Ziele zu erreichen, möchte aber dennoch zumindest weiterhin Bugfixes und evtl. kleinere Neuerungen veröffentlichen.

Doch Tweet Lanes ist nicht das einzige Opfer in letzter Zeit. Erst kürzlich traf es Tweetro, ein Twitter Client für Windows 8, der ebenfalls keine Erlaubnis erhielt, obwohl Twitter selbst noch gar keine eigene Windows 8 App im Store hat, lediglich eine in Planung hat. In diesem Kontext wirkt die Absage von Twitter doch eher beschämend:

“…Unfortunately, It does not appear that your service addresses an area that our current or future products do not already serve. As such, it does not qualify for an exemption.”

Selbst der extrem erfolgreiche Twitter-Client Tweetbot musste vermutlich durch die starken Restriktionen einen ziemlich hohen Preis ansetzen. Die zunehmend verzweifelt wirkenden Versuche Twitter zu monetarisieren, lassen größere Zweifel an einer weiterhin guten Entwicklung von qualitativ guten Twitter-Apps aufkommen. Ob der Aufschrei der Entwickler und der Benutzer zu einem Umdenken führt, ist derzeit leider fraglich, allerdings wohl die einzige Option um auf das Problem aufmerksam zu machen.

Was meint ihr? Zerstört sich Twitter durch die festgelegten Grenzen langfristig selbst, mit der sie durch die einstmals so offene Plattform mit vielen verschiedenen Clients erst groß geworden sind?


Über den Autor: Gastautor

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