Transporter Sync: so holt Ihr Euch die Cloud nach Hause

4. Januar 2015 Kategorie: Backup & Security, Hardware, geschrieben von: Gastautor

Datensicherheit, Datenspionage, private Daten in der Cloud, NSA, Schutz der Privatsphäre. Genug Schlagwörter für den Einstieg? Tatsache ist, dass wir fast alle unsere – mehr oder weniger sensiblen – Daten diversen Cloud-Speicherdiensten anvertrauen. Die „Dropbox“ ist fast schon ein Synonym für diese Art Angebot, genauso wie „Tempo“ für Papiertaschentücher oder „googeln“ für jeder Art Internetsuche.

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Ich kenne fast niemanden, der nicht mindestens bei einem dieser Onlinedienste angemeldet wäre, und mal ehrlich – das ist gut so. Oder hat von Euch noch jemand Lust, wie noch vor ein paar Jahren mit USB-Sticks herum zu hantieren, die dann am Ende doch immer zu klein waren und im besten Fall noch ein paar Viren übermittelt haben? Da lassen sich die 2 GB, die man als Einsteiger beim Marktführer Dropbox umsonst erhält (und die sich durch Einladungen etc. noch deutlich ausbauen lassen) doch schon mal ganz anders an. 5 GB gibt’s bei Apple mit der Anmeldung in der iCloud und Microsoft geht gleich noch ein paar Schritte weiter und spendiert 30 GB für die Eröffnung eines Kontos bei OneDrive (Stand: 01/15). Das ist schon einmal eine Ansage.

Ich habe kürzlich meinen Online Speicherplatz bei den diversen Anbietern zusammengezählt und weiß nun, dass ich über 150 GB kostenlosen Onlinespeicherplatz verfüge (ohne die 50 GB von mega.co.nz, mit diesem Dienst werde ich persönlich nicht warm). 150 GB, auf die ich theoretisch von überall zugreifen kann und darüber hinaus umsonst; aber auch bei unterschiedlichen Diensten und dadurch fragmentiert.

Google hat sich diesen Trend sogar so weit zunutze gemacht, dass der omnipräsente Zugriff auf kostenlosen Webspace als Argument dafür genutzt wurde, die restriktiven Schreibrechte auf SD-Karten unter Android 4.4 zu bagatellisieren. Kann man so sehen – ist auf jeden Fall ein Zeichen dafür, dass Webspeicher mittlerweile ‚State of the art‘ ist.

Allerdings sind die Cloud-Dienste nicht frei von Kritik. Ihr erinnert Euch an die Schlagworte zu Beginn des Artikels? Datensicherheit. Persönliche Daten auf US-amerikanischen Servern. Vielen Leuten gefällt dieser Gedanke überhaupt nicht, und in etlichen Foren erklären Nutzer deshalb auch öffentlich ihre Abkehr von den kostenlosen Diensten. Wie aber sieht die Alternative aus? Angeblich hochsichere Webservices in Deutschland oder der Schweiz wären die eine. Diese verursachen allerdings meist über ein Abo regelmässige Kosten.

Eine andere Alternative läuft seit ein paar Tagen in meinem Netzwerk. Der Transporter Sync von Connected Data ist ein Speicherserver in Form eines zu groß geratenen Pucks, der per Kabel ins Netzwerk eingebunden wird. Zusätzlich lässt sich eine USB-Platte an das Gerät anschließen. Alternativ gibt es noch den großen Bruder des Sync, den Transporter, in den man 2,5“ Festplatten einbauen kann. Da ich mehr USB- als 2,5“-Platten herumfliegen habe, war die Entscheidung für mich also recht einfach. 
Den angeschlossenen oder internen Speicher stellt der Transporter nun im Netzwerk bereit und natürlich kann ich auch von unterwegs per Smartphone, Tablet oder Rechner darauf zugreifen. Eigentlich genau so wie zum Beispiel bei der Dropbox. Nur, dass ich die Daten jetzt von mir zuhause abrufe und nicht von Servern, von denen ich nicht einmal weiß, wo sie stehen.

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Und damit haben wir auch schon die zwei größten Vorzüge dieses Gerätes vorgestellt:

– Frei definierbare Größe des (Online)Speichers. Ich habe z.B. eine 2 TB-Platte in einem externen Gehäuse drangehängt und habe somit jetzt Remote-Speicherplatz satt ohne Folgekosten.

– Die Daten liegen auf einem Medium, auf das ich – und nur ich – Zugriff habe. Physikalischen Zugriff! Nix US-Server. Allerdings auch keine Redundanz.

Aber natürlich gibt es da noch mehr. Beim Transporter finden sich viele Einstellungen, die wir bereits von der Dropbox kennen. So kann ich beispielsweise einstellen, welche Ordner lokal mit meinem Rechner synchronisiert werden sollen, und welche lediglich remote gespeichert werden. Ordner lassen sich frei geben und teilen, beziehungsweise lassen sich mit einem Rechtsklick (am Mac) Links erstellen, die ich an meine Kontakte weiterleiten kann. Diese können dann ebenfalls auf meine Freigaben zugreifen.

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Besonders interessant wird es, wenn zwei Transporter im Spiel sind. Ausgesuchte Ordner oder Shares lassen sich dann nämlich automatisch über das www synchronisieren. Als Beispiel: ich lege den fertig bearbeiteten, 3 GB großen, Familien-Weihnachtsfilm am Abend in ein Verzeichnis, das vorher entsprechend freigegeben und geteilt worden ist. Damit wäre der freie Dropbox-Speicher schon gesprengt. Am nächsten Morgen liegt dieser bei meinem Bruder und meiner Mutter auf deren Transporter Speichermedium zum Abspielen bereit – bei entsprechendem Up- und Downstream natürlich. Während des Datentransfers werden die Files übrigens mit AES 256-Bit verschlüsselt. Ist lässig – oder?

Im Fachjargon nennt sich das auch „Desaster Recovery durch Backups mit räumlicher Trennung“. Aber so toll sich das jetzt anhört – eines muss noch einmal unterstrichen werden: Der Transporter ist kein NAS, auch wenn er viele NAS-ähnliche Vorzüge bietet. Genauso wie bei Dropbox, OneDrive & Friends werden die relevanten Daten mit dem jeweiligen Rechner synchronisiert und belegen Speicherplatz auf der Maschine. Am Beispiel des Weihnachtsfilms bedeutet das, dass die 3 GB auch nach wie vor auf das Speicherkontingent des Rechners schlagen, von dem aus ich den Datentausch starte.

Einen wirklichen Gewinn an Speicherplatz könnt ihr also allenfalls erzielen, indem unterschiedliche Rechner unterschiedliche Verzeichnisse synchronisieren. Es geht hier also um die Bereitstellung, den Remote-Zugriff und die Möglichkeit, Daten zu teilen – nicht um die Erweiterung des Speicherplatzes per se.

[Update 09.01.15]: Das gilt zumindest für alle Ordner, die ihr teilen wollt. Conected Data hat aber eine Option eingebaut, Speicherplatz auch zusätzlich zu erweitern. Genau wie bei der Dropbox wird nach der Inbetriebnahme im Finder ein neuer Ordner namens „Transporter“ erstellt, über den man schnell auf das neue Share zugreifen kann. In diesem Share findet sich ein Ordner namens „Transporter Library“. Alle Daten, die in diesen Ordner kopiert werden, bleiben ausschließlich auf dem Transporter-Drive und werden nicht synchronisiert. Der Nachteil ist, dass es etwas umständlicher ist, auf diese Daten zuzugreifen. Im Heimnetzwerk geht das schnell und auch der Zugriff erfolgt unmittelbar. Wenn Ihr aber von außerhalb auf diese Daten zugreifen wollt, müssen die Daten natürlich erst über das externe Netzwerk angefordert werden, was mit einer gewissen Latenz einhergeht. Der Vorteil liegt auf der Hand – Ihr habt auf diese Weise Euer Speicherkontingent (je nach Plattengröße) massiv erweitert. [/Update]

Die Inbetriebnahme des Transporters ist simpel. Einfach das Gerät ins Netzwerk einbinden (Ethernetkabel) und eine USB-Platte anschließen. Diese wird dann automatisch formatiert – achtet also darauf, keine wichtigen Daten darauf zu belassen. Die Transporter Desktop Software herunterladen, installieren, starten und ein Konto erstellen. Der Transporter wird im Netzwerk automatisch gefunden. Sobald die Platte formatiert ist, können bereits die ersten Einstellungen vorgenommen werden. Kleiner Hasenfuß: die Software ist derzeit ausschließlich auf Englisch verfügbar. Leicht verständlich zwar, aber den einen oder anderen mag das stören.

Natürlich gibt es auch Apps für Android und iOS für den Zugriff über das Smartphone und Tablet. Hierzu ein kleiner Tipp: Fotos direkt zu synchen ist sehr praktisch, lässt aber den Speicherplatz der iCloud oder von Google Drive sehr schnell zusammenschmelzen. Wenn Ihr aber z.B. Bilder direkt auf einen Transporter synchronisiert, bleibt mehr Platz bei den anderen Diensten.

Fazit:

Der Transporter ist jetzt Anfang 2015 nicht mehr das allerneueste Stück Hardware, stellt aber – gerade in der aktuellen Diskussion – eine gute und leicht bedienbare Alternative zu Cloud-Speicherdiensten dar.
Wer Sicherheit und Verschlüsselung wirklich groß schreiben möchte, sollte sich die Geräte der Jungs von Protonet ansehen, muss dann aber auch den Preis in die Kalkulation miteinbeziehen.
Für 80 Euro (Stand 12/14 bei Cyberport) bekommt man mit dem Transporter Sync ein schönes Stück Hardware, das (vorhandene USB-Platte vorausgesetzt) selbst bestimmbar viel – und deutlich mehr Speicher als bei den bekannten Diensten, ohne Folgekosten bereitstellt.



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Über den Autor: Gastautor

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