Tim Cook kritisiert Datensammelei durch Google, Facebook und andere

3. Juni 2015 Kategorie: Apple, Google, Internet, geschrieben von:

Apple CEO Tim Cook hat auf dem EPIC Champions of Freedom Event eine Rede gehalten, in der andere Firmen des Silicon Valley nicht gerade gut wegkommen. Es geht um die Privatsphäre der Nutzer und Dienste, die ihr Geld mit den Daten der Nutzer verdienen, insbesondere Facebook und Google. Cook nennt die Firmen zwar nicht beim Namen, die gewählten Beispiele lassen jedoch keinen Zweifel offen, wen er meint.

Apple

Tim Cook findet es nicht gut, dass es Firmen gibt, die ihre Nutzer mit kostenlosen Angeboten locken, nur um deren Daten dann zu Geld zu machen. Sei es über gezielt ausgelieferte Werbung oder andere Wege. Kostenlos hätte in diesen Fällen einen hohen Preis, den der Daten. Apple geht nicht so vor, wie Cook (wieder einmal) betont. Gerade in Zeiten, in denen immer mehr private Dinge, wie beispielsweise Gesundheitsdaten, auf den mobilen Begleitern gespeichert werden, muss es Privatsphäre geben. Apple habe kein Interesse an den Daten, da es nicht das Geschäftsmodell von Apple sei, diese auszunutzen.

Bei kostenlosen Angeboten gibt man diese Privatsphäre ein Stück weit auf. Man erlaubt das Durchsuchen von E-Mails, gibt seinen Suchverlauf preis und nun auch noch die eigenen Bilder (Anspielung auf die Google Fotos-App). Für die Firmen, die solche Daten sammeln, sind diese Gold wert. Die Auswertung ermöglicht ein noch gezielteres Ausliefern von Werbung, welches noch das Hauptziel der Datensammelei ist. Je mehr Informationen die Firmen über den einzelnen Nutzer haben, desto wertvoller ist dieser, aber dieser wird dadurch auch durchsichtig.

Im nächsten Abschnitt richtet sich Cook an die Politik. Diese versucht aktuell, einen Masterkey für Verschlüsselung durchzusetzen. Das würde Behörden ermöglichen, Verschlüsselungen zu umgehen und diese praktisch überflüssig machen. Dagegen wehrt sich Apple (und andere Firmen), bietet seit Jahren Verschlüsselungstools, die angeblich ohne Hintertür kommen. Apples Auffassung ist es, dass diese Daten niemanden etwas angehen, außer dem Besitzer und seinen Konversationspartner.

Einen Unterschied gibt es auch beim Sammeln der Daten an sich. Während Apple nur die Daten sammelt, die für eine großartige Nutzererfahrung nötig seien, sammeln andere jedes Stück, das sie bekommen können. Aus diesem Grund sind Apples Daten auch nicht so interessant für Diebe (vom Gegenteil konnte man sich bei The Fappening überzeugen), wie Cook anmerkt. So wenig wie möglich sammeln und die Daten für andere uneinsehbar machen, das ist Apples Ziel.

Letztendlich ist aber auch Apple nur eine Firma, die Geld verdienen möchte. In diesem Fall mit dem Verkauf von Produkten anstatt mit dem Privatleben der Nutzer. Während es nicht das erste Mal ist, dass Cook sich auf diese Weise äußert, wurde es bisher nie so konkret. „Apple ist nicht an den Daten der Nutzer interessiert“ hat halt auch etwas von „alle anderen Firmen eben schon“. Darauf verlassen, dass die Daten bei einem Anbieter sicherer sind als bei einem anderen, sollte man sich nie. Man sollte sich aber immer wieder einmal ins Gedächtnis rufen, dass der Betrieb eines Dienstes Geld kostet. Wenn man dieses nicht zahlt, ist es wahrscheinlich, dass man es auf andere Weise – nämlich mit seinen Daten – macht. Ob man sich das leisten kann, muss man selbst entscheiden.

(Quelle: TechCrunch)

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Über den Autor:

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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