Testbericht Smart PC Box 3.0 von Joy-IT

2. Februar 2014 Kategorie: Android, Hardware, geschrieben von: Gastautor

Das Thema Smart TV ist bei den TV-Herstellern zwar nach wie vor omnipräsent, dennoch ist kaum jemand aus meinem Umfeld wirklich überzeugt von den angebotenen Lösungen. Daher gibt es weiterhin Hersteller, die euch über kleine Zusatzgeräte für kleines Geld ein besseres Smart TV Erlebnis bieten wollen.

Smart PC Box 3.0 Front

Ich habe vom Hersteller Joy-IT ein solches Produkt namens Smart PC Box 3.0 zum Test bekommen und mir angeschaut, was das kleine Gerät kann und ob es den Fernseher sinnvoll und einfach um neue Funktionen erweitert.

Lieferumfang und technische Ausstattung

Im Lieferumfang befinden sich neben der Box ein 1,2m langes HDMI-Kabel, ein 1,5m langes Stromkabel USB auf Micro-USB, eine externe WLAN-Antenne, Bluetooth, sowie ein Netzteil und die übliche Anleitung.

Android-Sticks gibt es gefühlt inzwischen hundert verschiedene, von technisch gut klingender Ausstattung bis zum sehr günstigen Einstiegsgerät für ein paar Euro. Die gelieferte Box ist aber etwas größer als die gewöhnlichen Sticks und ist mit sehr vielen Anschlüssen ausgestattet.

Auf der Frontseite befindet sich ein USB-Anschluss, ein Mikrofon, eine 2MP Frontkamera und ein Micro-SD Kartenslot. Auf der Rückseite liegen zwei weitere USB-Anschlüsse, ein Ethernet-Port, der HDMI-Ausgang, der Anschluss für das WLAN, sowie der Anschluss für die Stromversorgung per Micro-USB.

Smart PC Box 3.0 Rückseite

Im Endeffekt ist in Sachen Anschlüssen alles dabei was man sich wünschen kann. Wer kein WLAN empfängt, kann eine normale LAN-Verbindung nutzen, Maus und Tastatur sowie ein externer Datenträger sind problemlos ohne USB-Hubs alle anschließbar und für Apps wie Skype & Co zur Videotelefonie wurde dank der integrierten Kamera mit Mikrofon ebenfalls gedacht.

Die technischen Spezifikationen lesen sich soweit auch recht zeitgemäß. Joy-IT hat als Prozessor Rockchip RK3188, einen Cortex A9 Quad Core mit bis zu 1,6 GHz, verbaut. Zudem gibt es 2 GB RAM und 16 GB internen Speicher (etwa 14 GB nutzbar), der aber natürlich erweiterbar ist. Vorinstalliert ist auf der Smart PC Box Android 4.2.2 Jelly Bean.

Inbetriebnahme und Einsatzmöglichkeiten

Wie zu erwarten war ist die Inbetriebnahme keine große Sache. Strom anschließen (mein USB-Port am Fernseher lieferte leider nicht genug Strom) HDMI-Kabel mit dem Fernseher verbunden und dann bootete die kleine Box. Nach wenigen Sekunden landet man in der bekannten Android-Oberfläche von Android 4.2.2 inklusive der Google Apps. Danach kurz mit dem WLAN verbunden und einmal in den Display-Einstellungen auf 1920×1080 gestellt, was bei mir noch auf HD-Qualität gestellt war.

Die Oberfläche ist ein typisches Vanilla Android ohne weitere Anpassungen. Einzig am unteren Rand des Bildschirms gibt es eine kleine Aktionsleiste, die kleinere Funktionen bereitstellt wie lauter, leiser und natürlich die typischen Android Buttons für Home, zurück und letzte Apps.

Die Steuerung der Box kann natürlich zum einen über Tastatur und Maus erfolgen, gerade interessant für ein paar Spiele aus dem Play Store, zu denen ich nachher komme. Allerdings nervt auf der Couch für die meisten sicherlich die Bedienung über diese Peripheriegeräte. Daher gibt es eine App RKRemoteControlBox, die auf der Herstellerseite für Android-Smartphones heruntergeladen werden kann.

Eingabe Remote

Diese kleine App lässt die Box über euer Android Tablet oder Smartphone steuern lässt. Euer Tochscreen steuert dann die Maus und ihr könnt eure Tastatureingaben direkt auf dem Smartphone eingeben. Dazu gibt es in der App andere Ansichten für die reine Steuerung und ein spezielles Layout für Games. Auch wenn die Toucheingabe der Buttons für mich nie das gleiche Gefühl eines haptischen Controllers ersetzen kann ist das für das kleinere Spiel zwischendurch eine nette Alternative.

Rk Remote Control Rockchip

Die Einsatzmöglichkeiten sind im Endeffekt so vielfältig, wie sie Android als OS bietet. Da der Play Store dabei ist könnt ihr alle Apps nutzen, die auf einem Fernseher Sinn machen. Neben YouTube und den typischen Inhalten aus den Mediatheken diverser Sender ist natürlich auch Videotelefonie mit Skype oder Google Hangouts möglich. Fotos oder Filme ansehen ist ebenfalls kein Problem dank Android kommen die Inhalte entweder vom NAS oder halt über die verschiedenen externen Speicher, die ihr an die Box anschließen könnt.

Ich würde euch noch XBMC empfehlen, was problemlos die Box zum Mediacenter umwandelt. Full HD Inhalte dürfen heutzutage kein Problem mehr sein und sind es auch nicht auf der Box. Da läuft alles flüssig, das schaffen aber natürlich auch deutlich kleinere Geräte genauso gut.

Im Gegensatz zu Lösungen zum Chromecast oder dem kürzlich getesteten Amerry Stick habt ihr hier ein vollwertiges Android und so sind auch Spiele installierbar. Quad Core Chip klingt zwar gut, aber bei den getesteten Spielen wie Asphalt 7 und 8 oder GTA ruckelte dies merklich und war nicht spielbar. Die Klassiker ohne große Leistungsansprüche ala Angry Birds & Co waren zwar problemlos möglich, aber das fand ich dann doch enttäuschend, denn gerade die grafisch aufwendigen Spiele hätten auf dem Fernseher schon mehr Spaß gemacht.

Fazit

Die Smart PC Box 3.0 bietet dank vollwertigem Android für viele TV-Geräte ein deutlich besseres Smart TV Erlebnis. Ob man aber heute noch solch eine komplette Lösung benötigt ist eine andere Sache, die ihr selbst für euch entscheiden müsst. Wer Skype am TV nutzen möchte und sein Hersteller dieses nicht bietet kann dies problemlos hiermit aufrüsten. Videos und Musik können sehr einfach von jedem externen Speichermedium ohne streamen abgespielt werden.

Für reinen Medienkonsum find ich die Box dann aber zu teuer. Aktuell liegt sie bei Conrad preislich bei 119€. Dann ist so ein Chromecast für aktuell 33€ oder der Amerry Stick deutlich günstiger und völlig ausreichend. Wer XBMC nutzen will kann auch einen Raspberry Pi einsetzen.

Gerade bei den Spielen hätte ich einen Mehrwert gesehen, leider waren aber die gut aussehenden Games aber nicht wirklich spielbar und haben dann zu sehr geruckelt. Positiv anzumerken ist die Bereitschaft des Herstellers, den Stick auf neuere Android-Versionen zu aktualisieren. So ist beispielsweise der vor einem Jahr getestete Stick von Android 4.0 inzwischen auf Android 4.2.2. Gleiches verspricht man für die Smart PC Box. Hier fehlt mir allerdings ein OTA-Update, denn die aktuelle Anleitung zum Update umfasst 9 Seiten und ist nicht besonders benutzerfreundlich. Aber immerhin wird die Software gepflegt und man kann von neuen Android-Versionen ausgehen.



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Über den Autor: Gastautor

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