Testbericht: OnePlus X – Herrlicher Handschmeichler aus China mit der Technik von gestern

6. Dezember 2015 Kategorie: Android, Hardware, geschrieben von: Oliver Pifferi

OnePlusX_01Als OnePlus nach vielen Gerüchten Ende Oktober die Katze aus dem Sack ließ und das zweite Smartphone in diesem Jahr präsentierte, sorgte man erneut für Erstaunen. Nicht High-End-Spezifikationen, sondern eher Elemente eines Mittelklasse-Gerätes gepaart mit einer CPU von gestern und einem schicken Design sollen das OnePlus X als Player neben dem OnePlus 2 und den jeweiligen Mitbewerbern platzieren. Vor allem aber soll das OnePlus X preislich interessant sein, gibt es das Gerät doch bereits für 269 EUR zuzüglich Versand. Was am Ende dabei herausgekommen ist, lest Ihr in unserem Test – viel Spass!

269 EUR ist ein sportlicher Einstiegspreis – dazu kommen noch einmal 24,49 EUR für den nicht optionalen Expressversand aus China und final ist man dann mit 293,49 EUR dabei, sofern man denn auch hier einen Invite ergattern durfte. Nur so viel zu dem Thema: Diesmal kam der berühmt-berüchtigte und von mir im OnePlus 2-Testbericht auch übelst kritisierte Invite schon kurz vor der Produktvorstellung, zwei Wochen später waren dann drei zusätzliche Einladungen darOffenbar macht man beim OnePlus X ja nun einiges besser als in der jüngeren Vergangenheit.

OnePlus X

Vier Tage nach Bestellung war das Gerät dann da. Während des Bestellprozesses war ein Tracking via DHL jederzeit problemlos möglich – das ist völlig in Ordnung, wenngleich der ein oder andere „Express“ vielleicht anders definieren würde. Egal. Wenden wir uns also einmal dem Produkt an sich bzw. den technischen Daten zu:

DAS STECKT IM ONEPLUS X:

  • Display: 5″ AMOLED-Display (geschützt durch Corning® Gorilla® Glass 3), Full-HD (1920 x 1080 Pixel), 441 PPI
  • Prozessor: Qualcomm® Snapdragon™ 801 Prozessor mit 2,3 GHz Quadcore-CPU und Qualcomm® Adreno™ 330-Grafikeinheit
  • Arbeitsspeicher: 3 GB LPDDR3 RAM
  • Speicher: 16 GB (erweiterbar via Micro-SD-Karte von maximal 128 GB)
  • Kamera: Rückseite 13 Megapixel und f/2.2-Blende, Videoauflösung 1080p, Zeitlupe: 720p Video bei 120 Bildern pro Sek. / Front 8 Megapixel mit f/2.4-Blende
  • Betriebssystem: OxygenOS, auf Android 5.1.1 basierend
  • Akku: 2525 mAh (nicht austauschbar)
  • Abmessungen: 140 x 69 x 6,9 mm, 138 Gramm (Onyx-Variante), 160 Gramm (Keramik-Variante)
  • Verbindungstechnologien: 4G LTE, 2,4 GHz WLAN b/g/n WCN3680, Bluetooth 4.0, GPS, GLONASS, BDS
  • Maximaler SAR-Wert: Kopf: 0.317 W/kg, Körper: 0.420 W/kg
  • Sensoren:Beschleunigungssensor, Drehbewegungssensor, Näherungssensor, Umgebungslichtsensor
  • Farben: Onyx / Keramik
  • Sonstiges: Micro-USB-Anschluß, wahlweise kapazitive oder Bildschirmtasten, physischer Alert Slider für alle / nur wichtige oder keine Benachrichtigungen, Dual (Nano-) SIM

HAPTIK UND OPTIK

Auch das OnePlus X kommt in einer schicken hochwertigen Verpackung daher – das X auf dem Karton zeigt direkt, worauf man sich freuen kann und auch der Packungsinhalt ist entsprechend gut arrangiert: Netzteil, Micro USB-Ladekabel, die Schnellstartanleitung und das kleine Werkzeug, welches den Slot für die Nano-SIM-Karte öffnet, sind ebenso Inhalt der Packung wie ein durchsichtiges TPU-Case. Speziell über die letztere, nicht selbstverständliche Zugabe, kann man sich freuen, schreit das OnePlus X durch seine glatte Rückseite geradezu nach einer Schutzmaßnahme.

Das OnePlus X bringt in der getesteten Onyx-Fassung 138 Gramm auf die Waage, während die auf 10.000 Einheiten limitierte Keramikfassung 160 Gramm wiegen soll. Von den Maßen her liegt das Smartphone wunderbar in der Hand und wird deutlichen Anklang bei den Usern finden, die der Meinung sind, dass 5 Zoll Displaygröße genug sind. Wie auch beim großen Bruder OnePlus 2 ist das Gerät absolut sauber und wertig verarbeitet und auch der Metallrahmen ist wieder mit an Bord – in der gewohnten Qualität, 17 säuregeätzte Rillen sorgen hier übrigens für den Grip.

Die Rückseite aus Glas erinnert an die Sony Xperia Z-Flagschiffe und hat einen entsprechenden Rutschgrad: Stellt Euch vor, Ihr sitzt am Ende einer Bar und der Wirt schiebt Euch das Glas bis ans Ende des Tresens rüber – der Vergleich hinkt inhaltlich, bildlich kommt er der Realität aber recht nahe. Nicht nur in Sachen Griffigkeit, sondern speziell als Schutz möchte das OnePlus X also entweder in die beigelegte TPU-Hülle wandern oder aber seine Rückseite mit einer Folie verkleiden lassen. Auch die Vorderseite des Displays, das mindestens genauso anfällig für Fingerabdrücke ist und offenbar keine Anti-Fett-Beschichtung besitzt, wirkt schnell schmierig, kommt aber beim Testmodell mit einer sehr gut angepaßten und bereits aufgeklebten Folie um die Ecke.

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Auf der linken Seite finden wir den Benachrichtigungs-Slider, der auch bereits beim OnePlus 2 überzeugen konnte, die rechte Seite beherbergt den Dual-SIM-Slot, die Lautstärkewippe und den Power-Button. Unten finden wir den Lautsprecher und den zentrierten Micro-USB-Anschluss und oben ist dann auch wie beim großen Bruder Platz für den Kopfhöreranschluss und die LED-Benachrichtungsleuchte, die sich übrigens – im Gegensatz zu den Modellen einiger anderer Hersteller – frei konfigurieren läßt.

Der Slider funktioniert übrigens ebenso wie beim OnePlus 2: Hier können die Benachrichtigungen umgestellt werden – von allen, wichtigen und keinen (sprich: Dem lautlosen Modus) sind drei Betriebsmodi möglich und es ist schön zu sehen, in welcher Qualität das auch hier umgesetzt wurde. Der Micro-USB-Anschluss fügt sich auch beim OnePlus X wunderbar mittig in den unten Bereich des Smartphones ein, die Gitter links und rechts suggerieren ebenso wie beim großen Bruder Stereo-Lautsprecher, bieten aber hinter dem Doppelgrill nur Platz für jeweils einen Lautsprecher und ein Mikrofon.

DAS DISPLAY

5 Zoll, Full-HD-Auflösung und 441 ppi – das Display des OnePlus X sollte von den reinen Spezifikationen nicht nur einfach gut aussehen, sondern tut es auch. Dank AMOLED-Technik kommen auch die Schwarzwerte entsprechend zur Geltung – schwarz ist also hier schwarz und spart eben auch dadurch Strom, weil bei dieser Technik bekanntermaßen die schwarzen Pixel einfach nicht beleuchtet sind. Die Blickwinkelstabilität ist hier wie erwartet sehr gut und die 441 ppi bringen eine entsprechende Schärfe mit sich, die auf dem 5″-Display einfach klasse aussieht. Das Suchen und Finden einzelner Pixel, die das Auge vielleicht noch zu sehen vermag, können wir uns also an dieser Stelle (natürlich) sparen.

Wer mag und für wer die Farben bei AMOLED-Displays immer als zu knackig erachtet, kann diese in den Displayeinstellungen noch durch entsprechend vorhandene Presets abändern bzw. manuell Hand anlegen. In meinem Fall war ich aber mit den Voreinstellungen durchaus zufrieden, aber das ist natürlich immer abhängig vom persönlichen Empfinden. Optisch wie technisch kann ich also an dem Display nichts bemängeln und muß sagen, dass die Entscheidung für AMOLED durchaus Anklang finden sollte und man hier durchaus seine Hausaufgaben gemacht hat. Übrigens gibt es auch eine Art „Glance Screen“, der hier als „Ambient Display“-Modus bezeichnet wird und mithilfe der vorhandenen AMOLED-Technik auch Informationen wie die Uhrzeit, Benachrichtigungen etc. ohne Aktivierung des Displays energiesparend anzeigen kann. Hatte ich vorher noch nicht, ist aber speziell im Dunklen sehr schön anzusehen, wird man doch beim Blick auf das Gerät in dunkler Umgebung nicht direkt geblendet.

Übrigens habt Ihr auch wie beim OnePlus 2 die Möglichkeit, anstatt der physischen und diesmal leider nicht beleuchteten Buttons einen Teil des Displays für die kapazitiven Buttons zu „opfern“. Wer sich also mit der fehlenden Beleuchtung nicht arrangieren kann oder mag, wird hier also eine Option zur Anpassung finden, wobei in den Einstellungen auch die Anordnung der Buttons verändert werden kann.

DER AKKU

Beim OnePlus X ist ein fest verbauter Akku mit 2525 mAh an Bord – zusammen mit dem AMOLED-Display sollte also das gewohnte „über-den-Tag-kommen“-Szenario durchaus realistisch sein. Wie bereits gewohnt, darf auch das OnePlus X unseren Benchmark via „PCMark“ durchlaufen und sich der blanken Realität auf dem Bildschirm stellen. Die Testparameter sind unsere gewohnten, die da lauten: Manuelles Herunterregeln der Helligkeit auf 50%, Einschalten von WLAN und Bluetooth und aller Benachrichtigungen.

OnePlusX_PCMark

Anschließend durfte der Benchmark bei 100% Akku seine Arbeit aufnehmen und bis zum Stand von 20% werkeln, bis alle wilden Szenarien einer exzessiven Nutzung durchlaufen waren und am Ende herauskommen sollte, wo wir denn mit den 2525 mAh im OnePlus X am Ende (zumindest in Sachen Benchmark) stehen. Das Ergebnis: Durchaus in Ordnung, aber kein Überflieger. War der Akku vorher vollgeladen, stand am Ende des Benchmarks noch 20% Restlaufzeit und laut PCMark ein Work Battery Life-Wert von 5:06 Stunden zu Buche. Rechnet man das Ganze dann hoch, kommen wir somit auf 6:23 Stunden. Klingt erstmal nicht nach einer Sensation, dank AMOLED und dem voreingestellten dunklen Theme sollte man auch mit diesem Gerät gut über den Tag kommen, aber auch keine Wunder erwarten.

Akkutests

Wie immer gilt auch hier: Das Ganze ist (m)ein Testszenario und meine individuelle Nutzung eines jeden Endgerätes wird sich wohl definitiv von Eurer unterscheiden. Im Alltag habe ich die Helligkeit des Gerätes auf automatisch gestellt, WLAN und Bluetooth meistens immer an, rufe drei E-Mail-Konten per Push ab, bin täglich in den üblichen sozialen Netzwerken- und Newsapps unterwegs, telefoniere so ca. eine Stunde pro Tag mobil und bekomme die (doch recht häufigen) Benachrichtigungen unseres Blogchats. Richtung Nachmittag wurde dann die Restlaufzeit schon recht häufig knapp, aber wie bereits erwähnt ist das alles abhängig von der persönlichen Nutzung. Ein Akkuwunder ist das OnePlus X bei aller Liebe aber nicht – da gibt es Besseres, aber auch Schlechteres.

DIE PERFORMANCE

OnePlus verlässt mit dem X die bisherige Marschroute, für moderates Geld die überwiegend aktuellsten Komponenten zu verbauen: Nicht die aktuellsten Prozessorflaggschiffe befeuern das kleine Schwarze, sondern der nicht mehr ganz taufrische Snapdragon 801, der bereits in meinen geliebten Sony Xperia Z2 & Z3-Geräten mit an Bord war. Zusammen mit der Andreno 330-Grafikeinheit machen die vier mit jeweils 2,3 GHz getakteten Kerne in Zusammenarbeit mit den 3 GB LPDDR3 -RAM ihren Job solide und gut.

Hier zeigt sich: Wider des Wahns, immer die schnellsten und stärksten Bauteile in aktuellen Smartphones zu platzieren, reicht der im Februar 2014 vorgestellte Snapdragon 801 auch offenbar noch heutzutage für den Alltag und viele der multimedial veranlagten Aufgaben drumherum mehr als aus. OnePlus setzt hier auf Bewährtes und auch, wenn man auf dem Papier erst denkt, die Chinesen mutieren beim X zu Rudis Reste-Rampe, trügt der Schein. Nichts am OnePlus X ruckelt während der normalen Benutzung und auch ein Großteil der aktuellen Spiele (unter anderem getestet mit Dead Trigger 2) läuft in vernünftiger Geschwindigkeit ohne großes Murren.

Die 41046 Punkte im AnTuTu-Benchmark reißen keine Bäume aus, aber das müssen sie auch nicht und ich behaupte an dieser Stelle einfach mal: Das SoC-Gesamtpaket beim OnePlus X paßt in vorliegender Form wie die Faust aufs Auge und wenn man es denn nicht besser wüßte, käme man bei der Bedienung des Gerätes nicht auf die Idee, einen fast zwei Jahre alten Prozessor als Unterbau in diesem Gerät zu haben. Subjektiv empfunden, geht die Strategie von OnePlus somit auf und beweist: Es muss nicht immer die aktuellste Hardware sein – Experiment gelungen!

OnePlusX_AnTuTu

DIE KAMERA

Auch hier ist es in jedem Testbericht dasselbe und Ihr kennt das ja mittlerweile: Der Gesamteindruck eines Smartphones steht und fällt bei mir mit der Qualität der Kamera. Die eierlegende Wollmilchsau ist schwer zu finden und wenn sie denn schon einmal in der Nähe ist, mache ich persönlich lieber woanders Abstriche als an der Kamera. Wie schaut das also nun bei den Knipsern im OnePlus X aus?

Auf dem Papier bringt das Gerät eine 13 Megapixel-Rückkamera mit f/2.2-Blende und eine Frontkamera mit 8 Megapixeln und einer f/2.4-Blende mit. Das Megapixel nicht unbedingt gleichzusetzen sind mit tollen Fotos, ist ja hinlänglich bekannt und zumindest im Hellen kommen über die Hauptkamera des OnePlus X sehr annehmbare Bilder zustande, die sich – je nach Lichteinfall – im Bereich von gut bis ganz gut bewegten. Bei entsprechendem Lichteinfall waren die Bilder sehr brauchbar und auch die Farbgebung stimmte, bei weniger Licht fehlte mir hingegen irgendwas in den Fotos, während der Hell-/Dunkelkontrast teilweise extrem anmutete. Auch das Rauschen nahm dann entsprechend zu.

Die Ergebnisse beim Fotografieren im Dunkeln waren dann für mich akzeptabel, aber auch keine Brüller – hier kommt dann wieder die just erwähnte Farbgebung zum Tragen, die mal so, mal so ausfiel. Nicht großartig ausprobiert habe übrigens ich die Frontkamera: Der Selfie-Trend mag vielleicht an mir vorbeigegangen sein, die 8 Megapixel sollten aber durchaus Anklang finden und auch bei der Videotelefonie ein akzeptables Ergebnis liefern.

Die Videoaufnahme in 1080p bzw. 720p in der Zeitlupenfunktion fiel weder großartig positiv noch negativ auf und offenbarte nur bei schnelleren Schwenkern das Problem, das es immer ein wenig dauerte, bis eine erneute Scharfstellung des gefilmtes Objektes griff. 

OnePlusX_River

Wie auch beim OnePlus 2 ist die Kamera-App direkt über den Launcher, den Lock-Screen oder via Geste aufzurufen und reagiert schnell. Auch beim OnePlus X ist die Auslöseverzögerung mehr als nur annehmbar und auch der Start der Kamera-App mit der vom großen Bruder gewohnten und übersichtlichen Kameraoptionen hilft, das Objekt der Begierde schnell abzulichten. Seit Oxygen OS 2.1.2 bringt die Kamerasoftware auch den manuellen Modus mit und ermöglicht so noch den ein oder anderen Eingriff mehr.

Knips-Fazit: Ich kann mit der Kamera im OnePlus X leben – sie kratzt erwartungsgemäß keineswegs an den bekannten Platzhirschen, hat für mich aber genug Qualität, um den bisher sehr guten Eindruck dieses Gerätes nicht negativ zu beeinflussen. Bei weniger natürlichem Licht mangelt es mir persönlich an der Farbgebung, die die Bilder ein wenig verfremdet und zu dunkel erscheinen lässt, während dieser Effekt beispielsweise bei Sonnenlicht überhaupt nicht zu beobachten ist und die Bilder eigentlich wie erwartet ihren Weg in den Speicher des Smartphones finden. Für dunkle Szenerien gibt es definitiv bessere Kamerapakete in den Smartphones anderer Hersteller, aber in Sachen Gesamteindruck ist auch das Kameramodul im OnePlus X weder ein Ausfall noch ein Überflieger, sondern ein schlichtweg solider und meiner Meinung nach sehr überdurchschnittlicher Kompromiss.

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DIE SOFTWARE

Cyanogen OS war gestern, heute setzt OnePlus ja mittlerweile auf das hauseigene Oxygen OS, welches einen minimalen Herstelleraufsatz auf einem sonst sehr schlanken und Vanilla-nahen Android 5.1.1 darstellt. Als einzige Fremd-App ist die Oxygen-eigene Radio-App mit an Bord, der Rest des Systems könnte nicht befreiter von vorinstallierten Apps bzw. Bloatware sein – ein Traum! Das Öffnen der Kamera oder Aktivieren der Taschenlampe per Gestensteuerung ist ebenso möglich wie die zwar versteckte, aber vorhandene Double-Tap-to-Wake-Funktion, die ich persönlich nicht mehr missen möchte. Wer seinen Homescreen selbst nicht mit Widgets füllen möchte, für den wird Shelf eine gelungene Erweiterung darstellen: Links vom Homescreen könnt Ihr die einzelnen Widgets oder die Übersicht der letzten Apps quasi übereinander kaskadiert sammeln – das gab es bereits beim OnePlus Two und hat mir bereits dort gefallen.

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Die Ersteinrichtung des OnePlus X nach dem ersten Einschalten erfolgt wie auch vom großen Bruder gewohnt: Abfrage von vorhandenen Systemupdates, Auswahl von Software- oder Hardwaretasten und Gesten sowie der gewünschten Eingabemethode und Art der Benachrichtigungen bei gesperrten Gerät – fertig. Nachfolgend die obligatorische Google-Anmeldung und et voilà: Das Smartphone war einsatzbereit. Ein direkter Blick auf die App-Übersicht offenbarte, dass hier bis auf die Radio-App (als Antenne dienen übrigens wie von anderen Herstellern gewohnt die Kopfhörer) wirklich nichts an Bord ist, was in irgendeiner Art und Weise als überflüssig zu bezeichnen war, selbst einzelne Google-Apps mussten bei Bedarf nachinstalliert werden. Für den ein oder anderen mag das zu karg sein, ich fand es bemerkenswert, ist man sowas doch so gut wie gar nicht mehr gewohnt.

OnePlusX_Shelf_Launcher

Zum Zeitpunkt des Tests gab es unter Oxygen OS 2.1.2 noch das Problem, dass die Micro-SD-Karte, die wahlweise anstatt einer zweiten SIM-Karte die knapp 10 GB freien Speicher erweitern kann, in den Systemeinstellungen nicht zu finden war. Apps wie der Dateimanager oder die Kamerasoftware erkannten den externen Speicher zwar, dieser musste vorab aber via FAT32 oder NFTS formatiert werden. Dieser Fehler wurde mittlerweile durch Oxygen OS 2.1.3 behoben, auch exFAT als Dateisystem und das Apps2SD-Feature sind mit dieser Version noch dazugekommen.
OnePlusX_About

Auch die (Entwickler-) Option des erweiterten Neustarts, den wir ja größtenteils nur aus der Custom ROM-Szene kennen oder die Möglichkeit, die Bootloader-Entsperrung via Schalter zuzulassen, spricht von der Liebe im Detail, die OnePlus beim schlanken Oxygen OS hat walten lassen. Punkten kann das OnePlus X ebenfalls mit der Dual SIM-Funktion, wobei man das Gerät entweder mit zwei SIM-Karten oder einer SIM- und einer Micro SD-Speicherkarte betreiben kann. Auch die bereits erwähnte Radio-Funktion dürfte bei vielen Usern sprichwörtlich Gehör finden.

OnePlusX_Mediaplayer

DAS FAZIT

Das OnePlus X steht zwischen den Stühlen und genau dort will es auch hin: Das kleine Schwarze bedient eine Nische zwischen Budget- und Upper-Class-Smartphone und macht seine Sache ausgesprochen gut. Das chinesische Unternehmen beweist mit dem X, dass manchmal ein wenig Risikofreudigkeit durchaus nicht fehl am Platze ist: Die Entscheidung, auf einen fast zwei Jahre alten, aber x-fach bewährten SoC zu setzen, sorgte erst einmal für Erstaunen, wird in meinen Augen aber durch den Eindruck des finalen Produktes durchaus gerechtfertigt, da vor allem die Wertigkeit des Gerätes positiv auffällt.

Die Verarbeitung ist exzellent, die Abmessungen des X nahezu ideal (wenngleich die 5 Zoll heutzutage schon fast winzig wirken), die Software so schlank, dass es ein Traum ist und das generelle Handling des Gerätes eine so fast nicht erwartete Überraschung. Für den Großteil der Smartphone-User sollte diese Kombination auch im sterbenden Jahr 2015 noch dicke ausreichen und wenn ich irgendwo ad hoc Abstriche beim OnePlus X machen müsste, wären es die Punkte Kamera & Akku – aber das ist bezogen auf den Preis des Gerätes eher Jammern auf hohem Niveau, man sollte auch die sprichwörtliche Kirche auch irgendwie im Dorf lassen.

OnePlusX_Launcher

Über das von mir oft gescholtene Invite-System möchte ich an dieser Stelle keine Worte mehr verlieren, nur sei soviel gesagt: Offenbar scheint OnePlus das Thema langsam irgendwie in den Griff zu bekommen, hatte ich in der frühen Veröffentlichungsphase des X schon mehr Einladungen im Postfach liegen als zum gleichen Zeitpunkt bei den beiden großen Brüdern zusammen. Ein Fan dieses Systems werde ich definitiv nicht mehr werden, aber sei’s drum!

Da beim OnePlus X auch niemand von einem „Flaggschiff-Killer“ spricht und auch die Hardwarespezifikationen nichts dergleichen vermuten lassen, sucht sich das Gerät seinen kleinen Platz in den Smartphone-Veröffentlichungen dieses Jahres und hinterläßt einen (in meinen Augen) durchaus bleibenden positiven Eindruck. Der Preis für die Onxy-Version ist absolut vertretbar, kommt mit dem nicht vermeidbaren und eher langsamen Express-Versand allerdings aber auf knappe 294 EUR und somit in Schlagdistanz zum reduzierten Honor 7 oder zum HTC One M8, welches auch schon für 299 EUR verkauft wurde. Aber Hand aufs Herz – auch hier gibt es bewährte Technik in einem tollen Gesamtpaket, das mich trotz fehlender Highend-Spezifikationen, aber integrierter Dual-SIM-Unterstützung absolut positiv überrascht hat und eine weitere bezahlbare Alternative für den schmaleren Geldbeutel darstellt.



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Über den Autor: Oliver Pifferi

Digital Native, der trotzdem gerne das Mittelalter erlebt hätte und chronischer Device-Switcher. Multimediafreak. England-Fan. Freier Autor & Tech Blogger. Hobbyphilosoph. Musik-Enthusiast. Querdenker. Zyniker. Hoffnungsvoller Idealist. Gladbacher Borusse und hauptberuflicher IT-Consultant. Auch zu finden bei Twitter, Google+, Facebook, Instagram und XING. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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