Testbericht: Joy-it Android Smart PC Stick 2.0 + Gewinnspiel

3. Februar 2013 Kategorie: Android, Hardware, geschrieben von:

Mini-PCs auf Android-Basis, mit denen man jeden Fernseher zum Smart-TV umrüsten kann, gibt es schon eine ganze Weile. Inzwischen hat sich auch die Hardware verbessert, sodass in der Regel bereits Dual-Core-Prozessoren verbaut werden. Für mich Grund genug sich einmal ein Testexemplar anzusehen, ob der Stick auch hält, was er verspricht.

Meine Wahl fiel auf den Hersteller Joy-it, der angibt die Mini-PCs in Deutschland zu fertigen. Daher liegt der Preis auch etwas über verschiedenen China-Importen, dazu aber später mehr.

Joy it Mini PC 2.0 Android

Größter Vorteil einer solch portablen Lösung ist natürlich, dass man ihn leicht überall mitnehmen kann. Einfach per USB oder externem Netzteil an den Fernseher/Monitor, mit HDMI verbinden und schon hat man ein vollwertiges Android-System mit allen verfügbaren Apps aus dem Play Store.

Lieferumfang und technische Daten

Packt man den Karton aus, bekommt man den erwarteten Lieferumfang. Neben dem eigentlichen Stick, liefert Joy-it ein USB-Micro Netzteil mit Mikro-USB Kabel, sowie ein sehr kurzes HDMI-Kabel, welches aber auch einfach verlängert werden kann. Ansonsten nur die üblichen Anleitungen, die für Sehschwache allerdings nicht optimal sind mit winziger Schrift. Wer Android kennt, braucht zwar sicher keine Anleitung, aber das kann man ruhig auch größer drucken.

joy-it Lieferumfang

Die technischen Daten sind kein High-End heutzutage, brauche ich aber auch nicht unbedingt bei einem solchen Stick.

  • Prozessor: Cortex-A9 (2x 1,4 GHz)
  • Arbeitsspeicher: 1024 MB
  • Grafikkarte: Mali400MP4
  • Netzwerkkarte: Wireless LAN 802.11 b/g/n
  • Betriebssystem: Android™ 4.0.4
  • Abm. (L x B x H) 11,5 x 4,1 x 1,9 cm
  • Anschlüsse: Rückseite 2x USB 2.0, Front 1x HDMI
  • Bluetooth integriert
  • Festplatte 4 GB
  • MicroSD Kartenslot mit bis zu 32 GB erweiterbar

Praktisch finde ich in jedem Fall, dass sowohl Bluetooth, als auch 2 USB-Anschlüsse verbaut worden sind. Im Gegensatz zur Vorgängerversion eine sinnvolle Erweiterung, da gab es, wie bei vielen solcher Sticks, nur ein USB-Port, wodurch man auf drahtlose Lösungen oder USB-Hub angewiesen war. Für Medienkonsum wäre eine mitgelieferte Fernbedienung allerdings nicht verkehrt gewesen.

Die Verarbeitungsqualität ist in Ordnung, die verarbeiteten Materialien nicht unbedingt hochwertig (leicht gummiert), aber da der Stick eh nur hinter dem TV steckt, auch eher zu vernachlässigen.

Software

Der Joy-it Smart PC kommt mit Android 4.0.4 Ice Cream Sandwich, auf der Herstellerwebseite findet sich in den Downloads aber bereits das Update auf Jelly Bean, welches durch Project Butter nochmal etwas Performance aus dem Gerät heraus holt.

Man setzt auf einen eigenen Launcher, der Geschmackssache ist. Sehr große Symbole zu den wichtigsten Punkten Apps, Download, Browser, Einstellungen, Multimedia und einem mitgelieferten Datei-Browser.

Joy-it Benutzeroberfläche

Diesen kann man durch einen zweiten mitgelieferten Launcher ersetzen. Beide fand ich eher unnötig und habe mir den Nova-Launcher installiert, der einfach viel mehr Anpassungsmöglichkeiten bietet. Ansonsten findet man die üblichen Google Apps wie z.B. GMail, Play Store und natürlich YouTube. Die Auflösung unterstützt bis zu 1920×1080 und wird normalerweise beim Booten direkt erkannt, kann aber auch in den Einstellungen umgeschaltet werden.

Joy-it Displayauflösung

Prinzipiell ist alles ohne Probleme installierbar, Spiele werden ab und an als nicht kompatibel angegeben, könnten aber eventuell durch manuelles Installieren der entsprechenden APK dennoch laufen. Da man aber ohne einen Touchscreen auskommen muss, sind viele Spiele für diese Geräteklasse eh nicht geeignet. Für Standard-Spiele wie Angry Birds & Co, mit angeschlossener Maus, reicht der Stick allerdings vollkommen aus.

Die Performance war als Ersatz für einen Smart-TV vollkommen ausreichend. Direkt nach dem Start hat es manchmal etwas gehakt, wenn er sich mit den verschiedenen Google-Diensten synchronisiert hat. Danach lief er aber ausreichend flüssig, mit ab und an kleinen Mikrorucklern.

Durch Jelly Bean dürfte es aber noch eine Ecke flüssiger werden. Zum Zeitpunkt des Tests gab es die Firmware allerdings noch nicht. Ein kurzer Antutu-Benchmark ordnet das Gerät zwischen dem Samsung Galaxy S2 und dem ersten Galaxy Note ein.

Einsatz als Smart-TV Ersatz

Den meisten brauche ich wenig davon zu erzählen. Die Smart-TV Konzepte auf so gut wie allen TV-Geräten sind eher mangelhaft umgesetzt. Daher dürfte auch der Haupteinsatzzweck des Joy-it im Bereich Smart-TV liegen. Vorwiegend um Filme in HD-Auflösung auf YouTube zu sehen oder vom NAS verschiedene Medien auf den TV streamen (Skifta funktioniert hierfür bestens). Durch die verschiedenen Videoplayer (VLC, MX Player) im Play Store sollten auch alle Videoformate ohne größere Probleme bis zu 1080p abspielbar sein.

Verschiedene Full-HD Filme liefen reibungslos und ohne Ruckler. Beachten muss man allerdings, dass USB-Sticks bzw. Festplatten in FAT 32 formatiert sein müssen, damit sie auch erkannt werden, was heutzutage schon etwas traurig ist, aber leider noch häufig anzutreffen. Zudem kann man keine Festplatten ohne zusätzliche Stromzufuhr anschließen, da hier nicht genug Leistung zum Betrieb bereit steht.

Natürlich könnte man ihn theoretisch auch als PC-Ersatz verwenden: E-Mails schreiben, surfen, Texte schreiben, alles möglich. Dennoch wird das wohl eher nicht der Schwerpunkt sein und wäre für mich keine Option.

Fazit

Insgesamt liefert der Joy-it Smart PC Stick 2.0 eine solide Leistung, sofern man ihn vorwiegend als Smart-TV System einsetzen möchte. Durch Android stehen wie immer alle Möglichkeiten offen. Die Performance geht in Ordnung, war mit Android 4.0.4 aber auch nicht überragend. Preislich liegt man aktuell bei Conrad um die 90€, was die Konkurrenz allerdings unterbieten kann. Sozusagen der Aufschlag für die Fertigung in Deutschland, dafür kann man sich auch mit Fragen an die Mitarbeiter hierzulande über die Webseite wenden.

Positiv fand ich die zwei verbauten USB-Anschlüsse, sowie Bluetooth-Unterstützung was ich zum Teil bei anderen Produkten vermisst habe. Die Benutzung erschließt sich jedem mit ein wenig Android-Erfahrung sofort und ist daher auch für Anfänger geeignet.

Persönlich bin ich nach wie vor Anhänger des Raspberry Pi, der bei mir einwandfrei seinen Dienst verrichtet. Dieser ist aber etwas weniger einsteigerfreundlich, als solch ein Stick, den man nur an den Fernseher anschließt und alles läuft direkt. Wer etwas mehr aus seinem TV machen möchte, ist mit dem Joy-it aber gut beraten.

Gewinnspiel

Die Jungs bei Joy-it waren so nett und haben uns den Stick überlassen, sodass wir diesen hier verlosen können.

Hinterlasst einfach einen Kommentar (kein Twitter, Facebook & Co) und beschreibt einfach mal euren Einsatzzweck, wofür ihr den Stick benutzen würdet und ob euch der Stick prinzipiell zusagt, oder was man noch verbessern sollte.

Das Gewinnspiel geht bis zum 10. Februar 2013 um 24 Uhr, den Gewinner werden wir dann kommende Woche per Losverfahren ermitteln. Viel Erfolg!

UPDATE (12.02.13): Mittels random.org wurde der Gewinner ermittelt. Gewonnen hat Christian, der von mir per Mail informiert worden ist.


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Über den Autor:

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