Testbericht Huawei P9 Plus: Der große Bruder

19. Juni 2016 Kategorie: Android, Hardware, geschrieben von: Benjamin Mamerow

huawei artikel logoHeutige Smartphones setzen vor allem technisch immer wieder neue Maßstäbe. Jeder Hersteller möchte dem anderen etwas voraus haben. Bei mir lief es bisher so, dass ich mich immer schon mit aktuellen Standards hätte anfreunden können, ich aber wiederum nicht bereit war, dermaßen viel Geld in ein neues Smartphone zu investieren. Was mir aber immer sehr am Herzen liegt, ist, dass ich mit den Geräten gute Bilder knipsen kann. Nicht zuletzt, weil unser Sohn einfach viel zu oft Situationen hervorruft, die danach schreien, in Bildform festgehalten zu werden. Daher war ich auch sehr dankbar, dass mich nun das Huawei P9 seit geraumer Zeit begleiten darf.

Der Sony-Sensor und die Leica-Optik lassen das Fotografieren flott und sauber vonstatten gehen. Parallel zum P9 hat Huawei aber auch das etwas größere Modell P9 Plus angekündigt, welches ich mir zu Vergleichszwecken einfach mal habe zukommen lassen und wollte Euch hier meine Erfahrungen schildern.

P9_Plus_unpacked

Der Hersteller verspricht mit 5,5 Zoll nicht nur ein größeres Display, sondern auch mehr Arbeitsspeicher, einen größeren internen Speicher und mit “Press Touch” ein Feature, welches an Apples 3D Touch angelehnt diverse Zusatzfunktionen abhängig vom ausgeübten Fingerdruck für verschiedenste Apps anbietet. Dem P9 Plus liegt zum Schutz der feinen Oberfläche direkt ein transparentes Hardcase zum Einklicken bei. Ob diese Änderungen zum Basis-P9 ausreichen, um doch deutlich mehr fürs Gerät auszugeben, das will ich im folgenden Review erläutern.

P9_Plus_Kamera_back

Vielleicht komme ich zuallererst zu den technischen Spezifikationen, bevor ich dann Step-by-Step auf die Einzelheiten eingehe:

  • 5,5 Zoll Super AMOLED Display
  • Fingerprint “2.0”-Sensor
  • Full HD-Auflösung (entspricht 401 ppi Pixeldichte)
  • Abmessungen 152.3 x 75.3 x 7 mm  (HxBxT)
  • HiSilicon Kirin 955 Chipsatz mit Quad-core 2.5 GHz Cortex-A72 & quad-core 1.8 GHz Cortex-A53 CPU
  • Grafikchip Mali-T880 MP4
  • 12 Megapixel Leica Dual-Kamera (Summarit-H 27 mm f/2.2 ASPH,BSI CMOS, Dual-LED-Blitz)
  • Frontkamera mit 8 Megapixel, (f/1.9 Blende)
  • IR-Sensor auf der Oberseite
  • 64 GB interner Speicher
  • 4 GB Arbeitsspeicher
  • microSD Erweiterungsslot
  • 3400 mAh Akku

Haptik und Optik

Das P9 Plus kommt wie erwähnt mit 5,5 Zoll Displaygröße daher und wird somit auch als Phablet gehandelt. Wer bereits Erfahrungen mit diesen Abmessungen gemacht hat, der wird sich nicht daran stören, dass eine simple Einhandbedienung damit einfach nicht vernünftig zu gewährleisten ist. Zu groß, zu umständlich, und ohne Case mit entsprechend Grip auch zu rutschig in der Hand. Ein simpler Wisch von links nach rechts oder vice versa über die Navigationsleiste verkleinert das Display optisch an den linken oder rechten Bildschirmrand, damit für Nutzer mit Einhand-Zwang eine Möglichkeit gegeben ist, dies auch zu nutzen. Schön ist aber anders. Die 5,2 Zoll des P9 wiederum fühlen sich “griffiger” an und liegen mir persönlich besser. Das ist natürlich eine rein subjektive Bewertung meinerseits.

P9_Plus_Vergleich_P9_back

Auch beim P9 Plus ist der Hersteller seinem Basismodell treu geblieben und hat weder an der Anordnung der Hardwaretasten (Lautstärkewippe und An- / Aus-Schalter auf der rechten Seite), noch an den Anschlüssen (Lautsprecher, Kopfhörer-Anschluss und USB-C-Anschluss an der Unterseite) geändert. Auf der Rückseite befindet sich der Fingerprintsensor, der auch hier eine enorm gute Figur macht. Das ganze Gerät liegt ausgesprochen gut in der Hand, was vor allem an den leicht abgerundeten Kanten und dem angenehmen Gewicht von 162g liegt.

Die Anordnung der Anschlüsse ist gleich geblieben.

Die Anordnung der Anschlüsse ist gleich geblieben.

Lediglich die Größe macht es für mich persönlich ein wenig unangenehm zu bedienen. Verarbeitungsfehler oder andere Mängel konnte ich am von mir getesteten Gerät keine feststellen.

Display

Das P9 Plus bekommt im Gegensatz zu seinem kleineren Bruder ein Super AMOLED Display spendiert. Hier muss man sich beim P9 mit einem IPS Panel begnügen. Das Super AMOLED sorgt hier für wesentlich kräftigere Farben. Die Pixeldichte fällt mit 401 ppi geringer aus als beim P9, was an der gleichgebliebenen Auflösung von 1920×1080 liegt. Dank Super AMOLED lässt sich das aber gut verkraften, will heißen: Fällt nicht weiter auf. Außerdem sind die “Bezels”, also die Ränder des Displays, noch einmal deutlich dünner geworden als beim P9.

Das sorgt für eine hochwertigere Optik beim Bedienen. Ein tatsächliches Novum am Display ist das hinzugekommene “Press Touch”-Feature. Ähnlich wie bei Apples “3D Touch” erkennt das Gerät hier unterschiedliche Druckstärken auf dem Bildschirm und kann so verschiedene Zusatzfunktionen für Apps anbieten. Beispielsweise öffnet ein kräftiger Druck auf ein geöffnetes Bild in der Galerie eine Lupe, mit der sich einzelne Bildausschnitte vergrößern lassen. Einen wirklichen Mehrwert zum normalen Zoomen hat diese Funktion aber nicht.

Ein längerer kräftiger Druck auf die Kamera-App öffnet ein Kontextmenü, über welches man zum Beispiel direkt den manuellen Modus starten kann. Der “Umweg” über die Kamera-App selbst ist allerdings auch nicht länger. Öffnen – Wisch von links nach rechts – manuellen Modus öffnen. Bisher funktionieren die Press Touch-Features nur mit den vom Gerät angebotenen hauseigenen Apps. Die Google-Kamera oder Google Fotos verweigern die Zusammenarbeit damit. So liegt es an den App-Entwicklern, diese Funktionen irgendwann einmal nachzureichen.

Irgendwie “fühlt” sich 3D Touch von Apple am Ende dann aber doch besser an. Ob die Entwickler hier also eine Notwendigkeit zum Handeln sehen, bleibt abzuwarten. Ein Problem, welches Caschy bereits beim P9 erläuterte, bleibt auch beim Plus bestehen: Hält man das Handy in der (bei mir rechten) Hand, so kommt es oft vor, dass der Handballen leicht den Displayrand berührt und somit als Primärdruckpunkt erkannt wird. Das Antippen eines Icons funktioniert in dem Moment nicht mehr. Allerdings hatte ich zumindest den richtigen “Griff” schnell raus und konnte zuletzt dieses Problem vermeiden.

P9_Plus_Vergleich_P9_front

Die Kamera

Von der Kamera des P9 zeigte sich Caschy ja bereits in seinem Test arg begeistert. Beim P9 Plus wurde (nahezu) dieselbe Technik verbaut, weswegen ich von einer erneuten Beschreibung abgesehen habe. Das Kameramodul der Frontkamera bietet beim P9 Plus allerdings eine f/1.9 Blende, die bei schlechten Lichtverhältnissen bessere Aufnahmen macht als die f/2.4 Blende der P9 Frontkamera. Ein paar aufgenommene Bilder vom Plus könnt Ihr entweder in Galerie 1 oder 2 anschauen oder aber Ihr seht Euch die verlinkten Bilder aus Caschys Artikel an.

Fakt ist: Die Kamera weiß durchaus zu überzeugen, auch wenn sie nicht überragend ist. Der manuelle Modus lässt ausgesprochen viele Möglichkeiten der Bildanpassung zu. Die Änderungen werden live im Bild umgesetzt, so dass Ihr das Ergebnis direkt erkennen könnt. Ich habe mich dabei erwischt, dass ich relativ häufig in den “monochrom” Modus gewechselt bin, um damit meine Motive festzuhalten. Dieser kann separat, aber auch später als Filter aktiviert werden. Auch lässt sich viel mit dem Shutter herumspielen.

So lässt sich ein Objekt im Vordergrund des Bildes fokussieren während der Hintergrund unscharf dargestellt wird. Im Nachhinein lässt sich dann allerdings der Fokuspunkt trotzdem auch auf ein Objekt im Hintergrund setzen, was diesen dann scharf und den Rest halt unscharf stellt. Gelegentlich entstand in ein paar Bildern ein unschöner Rand zwischen fokussiertem Motiv und verschwommenem Hintergrund. Dieser lässt sich im Nachhinein aber auch in der Galerie weg retuschieren.

Fans von Selfies werden spätesten mit der 8 MP Frontkamera glücklich und wer gerne schnell mal eben Snapshots knipst, wird sich über das Feature freuen, dass man bei Doppeltipp auf die Lautstärke-Leiser-Taste der Wippe bei ausgeschaltetem Display eben solche schnellen Fotos schießen kann. Kein Aufwecken oder Entsperren nötig. Gerät auf das Motiv gerichtet und Doppeltipp, fertig.

Akku

Auch die maximale Kapazität des Akkus hat Huawei von 3000 mAh auf 3400 mAh angehoben. Der Hersteller verspricht damit Laufzeiten von bis zu 2 Tagen, für “Heavy User” sollen immer noch 1,5 Tage machbar sein. Im täglichen Gebrauch konnte ich tatsächlich auf knapp 1,5 Tage kommen, allerdings möchte ich meinen Smartphone-Einsatz nicht als “heavy” betiteln. Kaum Telefonate, zwischendurch den Twitterfeed lesen und regelmäßig WhatsApp und Telegram zum Chatten – mehr passiert bei mir am Tag aktuell nicht. Von daher halte ich die Herstellerbewertung für ein wenig überwertet, muss jedoch auch direkt anmerken, dass bekanntermaßen solche Erfahrungen absolut subjektiv betrachtet werden müssen, da der persönliche Gebrauch des Smartphones nun einmal stark von Person zu Person variiert.

Dank USB-C und Schnellladefunktion ist der Akku aber auch nicht unbedingt in Windeseile geladen. Knappe 3 Stunden braucht es, damit dieser statt 0 wieder 100 % anzeigt. Der Test mit dem PC-Mark ergab, dass der Akku von 100 auf 20 % nach 9 Stunden und 15 Minuten angelangt war. Rechnen wir die 20 restlichen Prozent noch dazu, dann kommen wir auf knappe 11,5 Stunden Laufzeit. Die Helligkeit des Displays wurde dabei ebenfalls wie bereits beim P9 manuell auf 50 % geregelt. Der Test durchläuft im Anschluss verschiedene Szenarien, die durchgehendes Arbeiten mit dem Gerät simulieren.

P9_Plus_PC_Mark

Leistung

Das P9 Plus hat in Sachen Hardware unter anderem beim Arbeitsspeicher zugelegt. Hier hat das Gerät nun 4 statt der vorherigen 3 GB RAM. Aufwendige Spiele lassen das P9 Plus genauso wenig ins Schwitzen kommen wie VR-Games und -Anwendungen. Das Arbeiten läuft durchweg flüssig und selbst massig in den “Recent Apps” wartende, geöffnete Apps sorgen für kein Stottern. Allerdings konnte ich beim Bedienen im täglichen Gebrauch wirklich keinen Unterschied zum P9 selbst feststellen.

Auch hier ist mit einem Gigabyte weniger Arbeitsspeicher ein flüssiges Nutzen möglich. Und auch wenn beide Geräte nicht in der absoluten Oberliga der Leistungs-Flagschiffe mitspielen, so dürfte die Power doch für die meisten Nutzer absolut ausreichend sein. Der „Work Performance“-Score des PC-Mark liegt bei 7156 Punkten, ein guter, wenn auch nicht umwerfender Wert. Zu guter Letzt muss natürlich auch erwähnt sein, dass zumindest für zukünftige Szenarien 4 GB Arbeitsspeicher eher angebracht sind. Den höheren Preis des Geräts rechtfertigt das allein aber nicht.

Software

Auch beim P9 Plus setzt Huawei natürlich nicht auf ein reines Stock Android, sondern auf seine hauseigene Oberfläche EMUI in der Version 4.1, basierend auf Android 6.0 Marshmallow. Diese ist nicht unbedingt jedermanns Sache. Es fehlt der bei Android sonst so beliebte App-Drawer (“Alle Apps”) und die Icons werden an die abgerundeten Buttons des UI angepasst. Dadurch passen nicht alle Icons so richtig ins Bild, da gelegentlich unschöne Ränder am Buttonrand entstehen.

P9_Plus_EMUI

Hier zu sehen: EMUI 4.1 Gut zu erkennen sind im rechten Bild die immer mal wieder auftauchenden unschönen Iconränder bei Apps von Drittanbietern

Aber immerhin ist Android ja ein offenes System und lässt jederzeit andere Launcher zu. Diese aktiviert man zwar etwas umständlicher als bei anderen Geräten, aber es geht. Den Nova Launcher habe ich beispielsweise aktiviert, indem ich in den Einstellungen zum Unterpunkt “Apps” navigiert bin. Darin wählt man im unteren Bereich “Erweitert” aus und dann im folgenden Menü den Punkt der App-Standardeinstellungen “Übersicht”. Dort lässt sich der Standard-Launcher festlegen. Ein Tipp auf den Homebutton startet das Gerät nun mit der Oberfläche von Nova.

Auch die Benachrichtigungen hätten gern einen gemeinsamen Platz im Dropdown-Menü zusammen mit den Schnelleinstellungen haben dürfen. Hier unterteilt EMUI das Menü in zwei separate Abschnitte die sich durchscrollen lassen. Ein ganz wichtiger Punkt MUSS beim Thema Software dringend erwähnt werden: Auch beim P9 Plus besteht weiterhin das bereits von Caschy beschriebene Problem, dass Benachrichtigungen vieler Drittanbieter-Apps einfach nicht bei ausgeschaltetem Display auf dem Gerät landen wollen. Zur Erläuterung des Problems erwähne ich hier noch einmal Caschys Ausführungen, die allerdings in Sachen Twitter-Apps und Widgets durch ein Update beim P9 behoben wurden.

Die Software ist zumindest bei meinem Testgerät der Showstopper. Ich mag das Huawei P9 wirklich sehr, für mich eigentlich das perfekte Gerät – aber etwas stört mich massiv. Huawei setzt zum Verlängern der Akkulaufzeit automatisch eine Bremse ein. Apps werden nicht mehr ausgeführt, wenn der Bildschirm längere Zeit aus war. Das gibt mit manchen Apps einfach Probleme und wie man diese Probleme umgeht, beschrieb ich bereits in zwei Beiträgen. Letzten Endes ist es aber so, dass man Apps erlauben kann im Hintergrund zu laufen. Das sorgt dann halt dafür, dass die Apps auf dem aktuellen Stand sind wenn ihr das Display anschaltet, beziehungsweise ihr Benachrichtigungen bekommt.

Ich nutze für gewöhnlich Weatherlove als Widget und da fiel es mir als erstes auf: das Widget zeigte eine alte Uhrzeit an. Also flugs in die Einstellungen und dem Widget das Recht eingeräumt, auch im Hintergrund aktiv zu sein. Half früher, hilft im konkreten Fall aber nicht bei meinem Huawei P9. Nichts zu machen, halb so wild – switche ich halt auf ein anderes Widget. Dieses funktionierte dann auch als ich das Funktionieren im Hintergrund erlaubte.

Viel schlimmer ist allerdings die Tatsache, dass das Huawei P9 mir keinerlei Benachrichtigungen bei Twitter schickt. Nix, nada. Ich versuchte es mit Talon und auch Fenix. Allen erlaubte ich das Agieren im Hintergrund und auch das zeitnahe Abrufen stellte ich ein. Doch mein Huawei P9 blieb stumm. Offensichtlich werden Apps im Hintergrund gelegentlich eingefroren, auch wenn man das Einfrieren explizit verbietet. Nachdem ich eine Twitter-App nach längerer Nichtnutzung startete, tröpfelten alle Benachrichtigungen auf Schlag rein. Das große Problem ist halt: ich will kleine App starten müssen, um Benachrichtigungen zu sehen.

Ich will nichts machen, ich will informiert werden. Bemüht man eine Google-Suche, so ist das automatische Optimieren von Apps bezüglich ihrer Hintergrundaktivität eine bekannte Hürde bei Huawei-Geräten. Entweder raffen nicht so versierte Nutzer nicht, wie man Apps für die Daueraktivität scharf stellt – oder sie landen in der Problematik wie ich. App scharf gestellt – aber nichts funktioniert.

Eben weil mir das Huawei P9 so gut gefällt, hat mich das echt hart getroffen. Man hat ja nichts besseres vor und sucht alles ab. Apps deinstalliert, stundenlang an Einstellungen geschraubt, dauerhaft getestet. Letzten Endes der Werksreset und die Neueinrichtung. Problem: hat bei mir nicht geholfen. Mag mancher drüber lachen, doch für mich ist es halt der Showstopper. Funktioniert eine Benachrichtigung nicht, so will ich das Gerät nicht haben, egal wie gut der Rest ist. So einfach ist das.

Daran muss Huawei unbedingt arbeiten und einen Patch nachreichen. Einige Apps wie Twitter und WhatsApp konnte ich inzwischen von der “Bremse” befreien, indem ich eine eingehende Benachrichtigung dieser nach unten gezogen und die Option zur “Push Benachrichtigung” separat bestätigt habe. Leider klappt das auch nicht bei allen Apps. Telegram beispielsweise verweigert mir trotz dieser Einstellung weiterhin alle Meldungen und zeigt diese erst nach Öffnen der App an. Nervig.

Der IR-Blaster sitzt auf der Oberseite des Gerätes. Hiermit kann das P9 Plus beispielsweise als Fernbedienung für den TV daheim genutzt werden.

Der IR-Blaster sitzt auf der Oberseite des Gerätes. Hiermit kann das P9 Plus beispielsweise als Fernbedienung für den TV daheim genutzt werden.

Auf der Oberseite des Geräts hat der Hersteller im Gegensatz zum kleineren P9 noch einen zusätzlichen IR-Blaster verbaut, der das Gerät also tauglich macht für den Einsatz als Universalfernbedienung, die entsprechenden Apps vorausgesetzt.

Fingerabdrucksensor

Huawei beschreibt seinen Sensor als “Fingerprintscanner 2.0”. Dieser hat neben der reinen Prüfung des korrekten Fingerabdrucks nämlich noch weitere Funktionen, die das Durchblättern von Galeriefotos oder das Auslösen der Kamera ermöglichen. Das alles funktioniert tatsächlich ausgesprochen flott, konnte mich persönlich aber nicht lange davon überzeugen, die Funktionen wirklich aktiv zu gebrauchen. Das Erkennen meines Fingerabdrucks klappte in den meisten Fällen reibungslos. Nur ab und an passierte es, dass ich den trockenen, sauberen Finger auf den Scanner legte und das Gerät ihn einmalig nicht erkennen wollte. Spätestens aber beim zweiten Versuch ging es dann weiter. Nach Geräteneustart muss vom Nutzer nach PIN-Eingabe für die SIM-Karte auch erst einmal der Entsperrcode für das Gerät eingegeben werden. Ein Entsperren mit dem Fingerabdruck ist dann noch nicht möglich.

Der Sensor für den Fingerabdruck klappt hervorragend und bietet einige nützliche Zusatzfunktionen. Hier im Bild ist außerdem das mitgelieferte Hardcase zu sehen.

Der Sensor für den Fingerabdruck klappt hervorragend und bietet einige nützliche Zusatzfunktionen. Hier im Bild ist außerdem das mitgelieferte Hardcase zu sehen.

Fazit

Alles in Allem bin ich wirklich angetan vom P9 Plus, auch wenn es für mich das einfache P9 nicht ablösen kann. Der Schritt zum Phablet ist mir dann einfach zu doll. Die Benutzeroberfläche EMUI 4.1 ist gewöhnungsbedürftig, bietet aber viele Anpassungsmöglichkeiten, wenn man sich dann erst einmal intensiv mit den Einstellungen befasst hat. Die Kamera mag vielleicht nicht die beste auf dem Markt sein, kann aber aufgrund ihrer zahlreichen Funktionen, dem schicken Interface und vor allem der zweiten Linse (die entsprechend Potential in Richtung professioneller Fotografie bietet) durchaus überzeugen.

Es ist zu spüren, dass Huawei nicht einfach nur ein weiteres Smartphone der oberen Mittelklasse abliefern wollte, sondern dem Käufer wirklich etwas bieten möchte. Wer generell mehr Wert auf mindestens 64 GB Speicher legt und sich von 5,5 Zoll nicht abschrecken lässt, der bekommt mit dem P9 Plus ein feines Stückchen Technik mit Super AMOLED Display und vor allem wirklich wertiger Kamera. Das Gerät kann mittlerweile für den Einstiegspreis von 699€ erworben werden, was ich persönlich ein wenig hoch angesetzt finde und vermutlich viele Käufer eher zum P9 für mittlerweile um 470€ greifen lässt.


 

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Über den Autor: Benjamin Mamerow

Blogger, stolzer Ehemann und passionierter Dad aus dem Geestland. Quasi-Nachbar vom Caschy (ob er mag oder nicht ;D ), mit iOS und Android gleichermaßen glücklich und außerdem zu finden auf Twitter und Google+. PayPal-Kaffeespende an den Autor. Mail: benjamin@caschys.blog

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