Testbericht: Bose Soundlink Around Ear 2

24. September 2015 Kategorie: Hardware, geschrieben von:

IMG_4330Auf der IFA 2015 wurden sie vorgestellt und ich hatte die Möglichkeit, sie kurz danach direkt zu testen: die Kopfhörer Bose SoundLink Around Ear 2. Das kam mir ganz entgegen, handelt es sich bei den Bose SoundLink Around Ear 2 doch um Over Ear-Kopfhörer. Steinigt mich bitte nicht, aber ihr werdet hier sicherlich kaum Positives von mir über On-Ear oder In-Ear finden, ich habe bei fast allen Modellen da so meine Probleme. Sowohl In- als auch On-Ear bereiten mir Schmerzen, wenn ich sie etwas länger nutze. Und ja, Kopfhörer nutze ich tatsächlich nur, wenn ich sie längerfristig benutze, beispielsweise auf Reisen oder zuhause, wenn ich mal konzentriert bei Soundtracks oder lauter Musik arbeiten will (ja, das geht wirklich!).

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Als jemand, der sein Arbeitszimmer im Haus hat, wo auch noch Frau und der kleine Sohnemann rumturnen, bin ich da des Öfteren auf den Kopfhörer angewiesen. Ich kann halt besser mit lauter Musik umgehen konzentrationstechnisch als mit den üblichen Geräuschen eines belebten Hauses und einem kleinen Jungen, den ich niemals sein Toben uns seine Lautstärke verbieten wollen würde.

Vorab sei erwähnt – und das ist einfach meine Meinung: ich halte die Preise für einen großen Teil der auf dem Markt befindlichen Kopfhörer absurd hoch. Es gibt nur ausgesprochen wenig Consumer-Modelle, die Preise für über 250 Euro rechtfertigen. Audiophile werden da sicherlich ihre Geheimtipps haben und Musiker kaufen sich sicherlich auch nicht gerade Kopfhörer XXX bei Rudis Resterampe.

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„Früher“ kaufte man sich einen teuren Kopfhörer, der hielt dann aber sicherlich auch viele, viele Jahre. Bei den heutigen Geräten mit Bluetooth-Technologie und fest verbautem Akku sehe ich einfach nicht Zukunftssicherheit, gerade, was den Akku angeht. Doch dies ist – wie eben erwähnt – nur meine Meinung.

In der Verpackung

Kommen wir zum Bose Soundlink Around-Ear 2. Bose liefert den Kopfhörer, der derzeit noch um 250 Euro kostet (weisses Modell bei Amazon, der dunkle nicht nachvollziehbar 280 Euro), mit einem Case aus, des Weiteren befindet sich ein USB-Kabel zum Aufladen, ein Audiokabel nebst einigen Dokumenten in der Verpackung.

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Einschalten

Inbetriebnahme des Bose Soundlink Around-Ear 2. Die Einrichtung ist schnell erledigt, via Bluetooth kann der Kopfhörer mit zwei Geräten verbunden werden, wobei logischerweise nur ein Gerät abspielen kann. Android-Nutzer können – sofern ihr Smartphone ein Modul hat – NFC zur Kopplung nutzen. Koppelt man den Kopfhörer, so wird man via Sprache informiert, mit welchen Geräten der Kopfhörer verbunden ist.

Besonderheiten: Automatisches Umschalten bei Anrufen. Ist beispielsweise der Kopfhörer zum Schauen von Videos mit dem iPad verbunden, aber auch mit dem iPhone gekoppelt, dann wird der Film pausiert, zum iPhone gewechselt und nach Beendigung des Telefonates ist man wieder hörtechnisch im Film. Bose verbaut für Telefonierer noch ein Mikrofonsystem mit HD-Voice und Adaptive Audio Adjustment im Soundlink Around-Ear 2.

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Tragekomfort

Hier muss ich dem Bose Soundlink Around-Ear 2 wirklich gute Noten ausstellen, das dürfte auf lange Sicht gesehen wohl der bequemste Kopfhörer gewesen sein, den ich je auf den Ohren und auf dem Kopf hatte. Mit dieser Aussage meine ich nicht, dass der Kopfhörer für ein bis zwei Stunden angenehm zu tragen ist, sondern wirklich lange. Ich habe ihn auf meiner Reise nach San Francisco fast durchgängig aufgehabt, um Filme zu schauen und Musik und Hörbücher zu hören.

Ob mit oder ohne Basecap: der knapp 150 Gramm schwere Kopfhörer ist einfach angenehm zu tragen und umschließt meine Ohren perfekt, sodass nichts drücken kann. Der Bügel selber ist weich gepolstert und auch die Muscheln sind angenehm weich. Wer vielleicht schon einmal die Bose QC25 auf den Ohren hatte, der bekommt einen Eindruck, wie der Tragekomfort ist.

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Akku

Den Akku bekommt man eigentlich nicht klein. Er hält bis zu 15 Stunden, wer allerdings dauerhaft auf höchster Lautstärkestufe hört, der bekommt den Akku auch sicherlich vorher zur Neige gebracht. Hier hat der Nutzer dann zwei Optionen. Hat er die Möglichkeit, für 15 Minuten ans Netzteil zu kommen, so bekommt er für zwei weitere Stunden Saft aus dem Akku. Alternativ hilft das mitgelieferte Kabel, wobei ohne Aktivität des Akkus auf die Active EQ-Elektronik verzichtet werden muss, was unter Umständen zu einem anderen Klang führt. Tipp: wer den Kopfhörer lange Zeit rumliegen hat, sollte zur Pflege des Akkus diesen vorher voll aufladen. Ungefährer Zeitraum für eine volle Ladung? Circa drei Stunden.

Sprachausgabe und Tastenbefehle

Über die Bedienelemente kann man sich initial durch den Abstimm- und Verbindungsvorgang führen lassen. Diese Sprachinfos sind nicht zwingend nötig, aber wer sie nutzen will, findet sie auch in deutscher Sprache vor. Die Sprachinformation gibt auch den aktuellen Akkuzustand wieder (ist aber auch über eine LED an einer Muschel zu ersehen). Ansonsten kennt man das Spiel mit den Tasten: Lauter, Leiser, Pause, Lied vor, Lied zurück – oder man nimmt ein Telefonat an / startet im Falle von iOS Siri.

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Der Klang

Ich komme aus einer Welt, in der man noch Kratzer auf Schallplatten hören konnte. In der auf x Mal überspielten Kassetten noch an einigen Stellen das überspielte Stück leise zu hören war – und auch ein in Ordnung gebrachter Bandsalat trug nicht immer zur Steigerung der Audioqualität bei. Des Weiteren besitze ich noch aus den Anfangszeiten meiner Digitalisierung (als WinAmp noch Geld kostete) jede Menge MP3-Dateien in 128 Kbps. Ich bin also Leid gewohnt, bin aber auch in der Lage, schlechte von guter Qualität zu unterscheiden – meine Ohren sind dahingehend überraschend spitz.

Ich habe einen relativ bunten Geschmack, was Musik angeht und so findet sich in meinen Playlisten fast alles, was es an Genres so gibt. Einige Kopfhörer haben das Problem, Nightwish ordentlich wiederzugeben. Hier trifft die elektrische Gitarre auf orchestrale Elemente und so wird der Kopfhörer oftmals bei alten Stücken mit Tarja Turunen noch in den Höhen gefordert (ewiger Anspieltipp: Ghost Love Score auf dem Album Once). Wie Bose bei den Höhen justiert hat, lässt sich aber auch beim Song Fugitive (Richard X Extended Mix) von den Pet Shop Boys hören, der sich auf dem Album Fundamental befindet. Reißt man diesen auf vielen Kopfhörern auf, dann werden die enthaltenen Höhen doch recht nervig dargestellt.

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Beim Bose SoundLink Around Ear 2 wirken auch in der höchsten Lautstärkestufen die Höhen nicht nervig, wer wirklich Kritik mit der Lupe suchen möchte, könnte behaupten, dass Höhen in letzter Instanz fehlen. Spotify-Hörer sollten auf die eingestellte Qualität achten, es kann Unterschiede machen, ob man 96 kbit/s, 160 kbit/s oder 320 kbit/s nutzt. Den Unterschied merkt man stark, wenn man von einer hochqualitiativen MP3-Session auf Spotify in normaler Qualität wechselt. Da erschreckt man sich.

In Sachen Hip Hop (und Artverwandtes) wurden die Bässe gut und rund abgeliefert, was bei dieser Musikrichtung natürlich Pflichtprogramm ist. Hierbei fiel auf, dass die Bässe satt und auf den Punkt ausgespielt wurden, ohne dass sie irgendwie unnatürlich wirkten. (Anspieltipps: The Monster von Eminem, Marteria mit Sekundenschlaf oder Endboss, Kool Savas mit Limit oder auch Antilopen Gang mit Der goldene Presslufthammer). Aber auch die anderen Genres kommen gut rüber, momentan höre ich wieder gerne das Monochrome-Album von Fury in the Slaughterhouse, kommt auch live gut auf den Kopfhörern rüber.

Fazit:

Es ist schwer einem Leser zu erklären, wie ein kabelloser Kopfhörer klingt. Ich habe in den vergangenen Jahren schon einige auf den Ohren gehabt ich muss für mich persönlich sagen, dass der Bose SoundLink Around Ear 2 einer der besten ist. Das betrifft nicht nur die Audiowiedergabe, da spielt auch ganz doll der Tragekomfort mit rein.

Wer allerdings hauptsächlich Wert auf fette Bässe oder extreme Elektro-Höhen legt, der sollte sich eventuell einen anderen Kopfhörer aussuchen. Nicht falsch verstehen: der Bose SoundLink Around Ear 2 ist wirklich gut und zeichnet ein stimmiges Bild, doch speziell bei wummernden Bässen oder spitzen Höhen hört man minimale Unterschiede.

Ansonsten macht Bose mit dem verbauten Active EQ viel richtig, sodass auch in den unteren Lautstärkestufen keine Bässe verloren gehen. Will man Kritik suchen, so könnte man sie an einer fehlenden Kabelfernbedienung festmachen, denn man hat nur das blanke Audiokabel in der Lieferung, bei Kabelbetrieb muss also über das Smartphone oder das Menü auf dem rechten Hörer gesteuert werden. Ansonsten bleibt: ein Kopfhörer, der mir in der Testzeit sehr gefallen hat, wenn auch mit einem sehr hohen Preis für meinen Geschmack. Der Bose Soundlink Around-Ear ist ab 249 Euro bei Amazon zu haben. Bose selber bietet bei Unzufriedenheit eine 30 Tage „Geld zurück“-Garantie an.


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Über den Autor:

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