Telekom möchte DSL-Vectoring-Ausbau für 5,9 Mio weitere Haushalte

24. Februar 2015 Kategorie: Internet, geschrieben von:

Die Deutsche Telekom will 5,9 Millionen weitere Haushalte mit DSL-Vectoring versorgen. Somit wären für diese Anschlüsse DSL-Geschwindigkeiten von bis zu 100 MBit/s möglich, langfristig mittels Super-Vectoring sogar bis zu 250 MBit/s. Bis 2018 könnten auf diese Weise 80 Prozent der Haushalte versorgt werden. Könnten, denn die Telekom darf nicht einfach so ausbauen. Regulierungen der Bundesnetzagentur verbieten den Vectoring-Ausbau im Nahbereich der Hauptverteiler, da es zu Störungen im Netzbetrieb kommen könnte.

Infografik_Vectoring

Die Telekom erklärt die Problematik folgendermaßen:

Hauptverteiler sind Knotenpunkte, über die die Kabelverzweiger – die grauen Kästen am Straßenrand – angeschlossen sind (siehe Grafik). Die Vectoring-Technik wird in diesen Kabelverzweigern installiert. Befinden sich die aufgerüsteten Kabelverzweiger im Umkreis von bis zu 550 Metern um einen Hauptverteiler, könnte es Störungen geben, wenn über die Hauptverteiler der Telekom VDSL-Anschlüsse betrieben werden.
[…] Die Telekom beantragt daher, von der Verpflichtung, Wettbewerbern VDSL-Anschlüsse in den Hauptverteilern zu ermöglichen, befreit zu werden. Bestehende VDSL-Anschlüsse von Wettbewerbern müssten gekündigt und auf ein alternatives Produkt umgestellt werden, um eine flächendeckende Vectoring-Versorgung im Nahbereich um die Hauptverteiler zu gewährleisten.

Laut Telekom geht es zudem nur um 135.000 Anschlüsse, die von diesem Problem betroffen sein könnten, da sie von Wettbewerbern gemietet sind. Deren Nutzungsrechte verhindern den Vectoring-Ausbau. Aus diesem Grund hat die Telekom eine Änderungen der Regelung bezüglich der Zugangsverpflichtung zur Teilnehmeranschlussleitung bei der Bundesnetzagentur beantragt. Sollten diese Änderungen nach Telekom-Wunsch eintreffen, können 5,9 Millionen weitere Haushalte in Ballungszentren und in ländlichen Gegenden vom Vectoring-Ausbau profitieren. Auch die Wettbewerber von diesem Ausbau profitieren würden – immerhin könnten sie ihren Kunden schnellere Leitungen anbieten. Mit der höheren Geschwindigkeit wäre man auch gegenüber Kabelanbietern wettbewerbsfähiger.


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