Telekom-Drosselung: das schreibt ein Insider

29. April 2013 Kategorie: Internet, geschrieben von: caschy

Ich bekam heute eine E-Mail eines Telekom-Insiders. Jeder darf anonym Tipps einsenden, viele tun dies auch. Und sofern diese Einsendungen plausibel erscheinen, dann werden diese hier auch gerne  veröffentlichen. Dass Netflix mit der Telekom nach Deutschland kommen soll, dies aber nicht vor Mitte 2014 – ich aber nicht vor Mai darüber berichten dürfe, war ganz abwegig, aber die jetzige Mail eines Telekom-Insiders möchte ich hier ganz gerne wiedergeben, da sie sich direkt auf unseren Beitrag von heute bezieht.

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Im Beitrag geht es nicht nur im die Drosselung der Neukunden, auch Altkunden sollen betroffen sein. Dies soll durch AGB-Änderungen und neue Technologien ermöglicht werden. Bevor ich die E-Mail an mich hier wiedergebe, empfehle ich euch aus Verständnisgründen noch einmal diesen Beitrag.

Kommen wir nun zur E-Mail:

Es stimmt, dass bis 2016 90 % der Anschlüsse auf MSAN (Annex J) umgestellt werden sollen. Ursächlich dafür ist unter anderem die alte ATM-Plattform, die hohe Kosten verursacht.

Es stimmt weiterhin, dass alle die, die bisher nicht auf IP umgestellt haben, einen neuen Vertrag benötigen – die alten AGB passen einfach nicht. Alle die, die bisher bereits IP haben, sind zunächst nicht betroffen (werden wohl aber auch gekündigt, wenn sie einem Wechsel über Jahre nicht zustimmen). Leute die heute klassisches IP und kein Annex J haben brauchen keinen neuen Vertrag.

Das ganze ist Insidern seit Dezember/Januar bekannt. Ziel vermutlich (wobei ich da sehr sicher bin): die Generierung von Mehreinnahmen. Der Traffic ist nur Mittel zum Zweck. Die Erhöhung der Dämpfungsgrenzen (~ 25.10) Ende Oktober letzten Jahres ist übrigens in diesem Zusammenhang zu sehen. Schließlich benötigt man @ IP-Bandbreite für die Telefonate.

2016 werden fast alle von der Drossel betroffen sein. Hat heute ein durchschnittlicher Kunde 20 GB soll sich das Volumen bis 2016 vervierfachen (siehe dazu die Stellungnahme). 20*4 = 80 GB und damit ist man schon über der Drosselgrenze.

Soviel zur E-Mail an uns, die schon interessante Einblicke gibt – wie ich finde. Ich betone hier noch einmal: dass die Deutsche Telekom volumenbasiert abrechnet ist kein Thema für mich. Meinetwegen soll sie 10 GB später für die faire Summe X verkaufen. Das Problem ist dabei: Firmen legen sich mit der Telekom ins Bett – hier könnte man Spotify nennen. Deren Angebot geht quasi ungezählt durch die Leitung. Nun schauen wir uns dies mal bei Filmdiensten an. Angenommen ein 5 oder 10 GB-Paket Daten kostet 10 Euro. Würdest du da einen Streamingdienst wie Watchever oder später YouTube-Kanäle dazubuchen oder eher einen Telekom-eigenen Dienst, der nicht in deinen Traffic (=Geld) einfließt? Und genau dies ist das Problem, welches Anbieter von Musik wie Deezer, Rdio, Simfy, Xbox Music, Nokia und Co betrifft. Die Deutsche Telekom kann keine Gleichheit von Daten gewährleisten und hier muss ihr auf die Finger geklopft werden.

Chronologie der Ereignisse:

1. Gerüchte über die Drosselung erreichen das Netz

2. Deutsche Telekom äußert sich und relativiert

3. Deutsche Telekom gibt Drosselung bekannt

4. Mein Kommentar zur Telekom-Drosselung und Info zu Kabel Deutschland

5. Petition gegen die Drosselung wird ins Leben gerufen

6. Viprinet ist schockiert von den Plänen der Telekom

7. Telefon-Interview: Telekom verteidigt Drosselung

8. Telekom-Chef mit offenem Brief an Vizekanzler Rösler

9. Telekom: auch Bestandskunden können von der Drosselung betroffen sein


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Über den Autor: caschy

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