Telekom äußert sich zu YouTube-Ladezeiten

Es gibt wieder Neuigkeiten zur Thematik „YouTube ist bei der Telekom langsam“. Wir haben hier im Blog das Thema eifrig beobachtet, eure Stimmen eingeholt und berichtet, was die Telekom so macht. Und nun? Gibt es ein frisches Update seitens der Telekom. Was sagt die Telekom denn nun?

Deutsche Telekom

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Derzeit beklagen viele Kunden verlängerte Ladezeiten bei Googles Videostreaming-Dienst YouTube.

Manche vermuteten gar, wir würden aktiv eingreifen und die Verbindungen unserer Kunden vorsätzlich drosseln – das ist nicht der Fall! Wir konnten uns jedoch nicht vorstellen, dass sich so viele Nutzer irren.

So sind wir über die Social-Media Kanäle auf unsere Kunden zugegangen und haben jeden, der sich für eine Analyse zur Verfügung stellt, gebeten, uns mit den gewünschten Daten zu versorgen. Wir haben eine Vielzahl von Rückmeldungen erhalten und bedanken uns an dieser Stelle herzlich bei allen, die sich beteiligt und mit uns zusammengearbeitet haben.

Die Analyse hat ergeben, dass die Ursache der langsamen Verbindung nicht in unserem Netz zu suchen ist. Wir bauen unser Netz beständig aus und passen es durch Schalten zusätzlicher Kapazitäten den aktuellen Bedürfnissen unserer Kunden an. Allerdings müssen auch die Contentanbieter die Kapazitäten ihrer Server anpassen.

Content-Anbieter. Sollte YouTube – beziehungsweise Google sein. Deren Kapazitäten sollen also Schuld sein und nicht die Telekom. Komisch nur, dass die Klagen im Batzen von Telekom-Kunden kommen und nicht von anderen. Hat YouTube vielleicht den Schalter für Telekom-Kunden umgelegt – auf die Bremse getreten? Dazu fällt mir ein schönes Verschwörungs-Zitat aus dem Jahre 2011 ein:

“Das lahme Youtube betrifft überwiegend Nutzer des Telekom Backbones. Youtube ist am Cogent Backbone angeschlossen, mit dem die Telekom Peering betreibt. Da aber die Telekom als Moloch riesige Datenmengen über den großen Teich auf den Cogent Backbone schaufelt, während andersrum die Amis weniger in Europa aktiv sind, werden die Telekom IPs eben unterpriorisiert, weil die Telekom höchstwahrscheinlich nicht extra zahlen will, um den Mehrtraffic auszugleichen. Demzugfolge lahmen sämtliche Zugriffe über den Cogent Backbone, an dem u.a. auch Youtube hängt.”

Was heißt das denn nun für den Kunden? Schwer zu sagen. Die Telekom weist jede Schuld von sich, die Technik muss also in Ordnung sein – angeblich. Kunden müssen wohl mit der Langsamkeit von YouTube leben – und dies nicht nur bei der Telekom. Was sagt wohl Google dazu?

Für mich selber ist da oben zu wenig Inhalt drin. Da fehlen technische Fakten. Gerne auch für Freaks. Liebe Telekom, sagt uns doch mal genau, was Phase ist. Ich will das verstehen, in meiner Sprache.

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Hallo, ich bin Carsten! Ich bin gelernter IT-Systemelektroniker und habe das Blog 2005 gegründet. Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Fan und Vater eines Sohnes. Auch zu finden bei X, Threads, Facebook, LinkedIn und Instagram.

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58 Kommentare

  1. Bastian St. says:

    Das ding ist das Google ziemlich Inkompetent ist was Kontakt angeht. Wer weiß wie lange dies dauern wird solche Netze weiter auszubauen. 😉

  2. Ich glaub auch nicht, dass es explizit an der deutschen Telekom liegt denn auch andere Nutzer von anderen Providern sind betroffen. Bei mir hackelt Youtube auch manchmal und ich bin aus der Schweiz bei der Swisscom. Entweder lädt das Video sau langsam oder es hält komplett an und da hilft nur ein reload. Es ist etwas mit Google…

  3. Bei mir gehts wieder obwohl ich bei der TCom bin. Keinerlei Probleme mehr.
    VDSL 50

  4. Ich bin bei der 1&1, und auch da kann man es an einigen Tagen abends vergessen, während es am Tag echt immer schnell ist.
    Liegt wohl an YouTube und nicht an Netzbetreibern…

  5. Naja … jetzt möchte ich mal wissen wieviele Gesamtkunden die Telekom hat und wieviele sich davon beschwert haben. Das setze man dann in Verhältnis zu einem anderen Anbieter.

    Es wäre ja kein Wunder, wenn sich bei z.b. 12.42 Millionen Kunden „mehr“ beschweren (oder verlangsamt fühlen) als bei einem Anbieter mit 1.6 Million Kunden. (Quelle : http://www.dslweb.de/breitband-report-deutschland-q3-2012.php)

    Diese Grundlagen sollte man auf keinen Fall vernachlässigen, da sonst der ganze Bericht verzerrt wird. „Es haben sich sooo viele beschwert“ ist einfach eine lächerliche Aussage.

  6. Bei Unitymedia kommt mir YouTube auch seit Wochen langsam vor trotz dicker Leitung

  7. Kanns es auch bestätigen.Habe TeleColumbus und Youtube läuft recht schlecht die letzten Tage. Von langer Ladezeit bis zu Abbrüchen. Andere Dienste (nicht Google) sind aber normal schnell.

  8. „Die Analyse hat ergeben, dass die Ursache der langsamen Verbindung nicht in unserem Netz zu suchen ist.“
    Wäre dem so, dann würden die Geschwindigkeitsprobleme mit Youtube auch bei den anderen Providern auftauchen. In den letzten Jahren sind diese jedoch bei der Telekom so massiv aufgetaucht wie nirgendwo sonst. Gleichzeitig verfolgt die Telekom offiziell eine Strategie, die auf die Abschaffung der Netzneutralität hinausläuft. Langsames Youtube bei der Telekom stank und es stinkt weiter.

  9. > Das ding ist das Google ziemlich Inkompetent ist was Kontakt angeht.

    Dies kann ich aus persönlicher Erfahrung nicht bestätigen! Ich hatte (wohlgemerkt als Privatkunde) mehrfach zu Problemen unterschiedlicher Dienste Kontakt zu Google aufgenommen – und habe immer eine kompetente Untersützung erhalten (sogar in deutscher Sprache). Man behält während der gesamten Dauer des Support-Tickets den selben Ansprechpartner und hat noch Wochen nach dem Schließen eines Tickets die Möglichkeit, seinen Ansprechpartner (natürlich dem Ticket betreffend) zu kontaktieren.

  10. pfah, so ein Stuss! Wie soll denn bitte Google daran schuld sein, wenn es über Proxys läuft? Das haben offensichtlich die deutschen Netzbetreiber verbockt, wenn Google schuld wäre, würden ja auch die Proxys nichts an der Ladegeschwindigkeit ändern.

  11. Fremde Dienste drosseln und dafür die eigenen Dienste (Entertain) und die Partner (Spotify) nicht auf die Datennutzung anrechnen. Ganz eklige Masche und fernab von lauterem Wettbewerb und Netzneutralität.

  12. Habe KabelBW und die Videos laden nicht langsamer, als ich bei meinen üblichen Downloadraten erwarten sollte.

    Was ich aber erlebt habe: Vorher hatten wir 1&1, damit Telekom per Reseller. 178KByte/s maximaler Download-Spped (gezahlt haben wir eine 16.000er Verbindung). Die Videos konnte ich nicht mal mit der niedrigsten Auflösung schauen, ohne ewig zu buffern. Wenn ich nun das Internet gezielt auf die Download- und Upload-Raten von damals drossel, erreiche ich dennoch höhere Geschwindigkeiten auf Youtube.

    Wäre es ein Problem von Youtube selber, müsste der Dienst ja generell für lahme Ladezeiten bekannt sein. Langsam ist es bei jedem Hoster immer wieder mal, aber anscheinend hat nur die Telekom und damit ihre vielen Reseller dauerhafte Probleme.

    Diese von Kunden übermittelten Daten sind doch Bullshit. Was kann Hinz und Kunz schon messen? Download-Speed, Upload-Speed, vielleicht noch einen DNS-Server-Test a la Namebench. Wenn nun YouTube gezielt gedrosselt wird, hat der Test 0 Aussagekraft. Auch andernfalls nicht wirklich viel.

  13. > Ich bin bei der 1&1, und auch da kann man es an einigen Tagen abends
    > vergessen, während es am Tag echt immer schnell ist.
    > Liegt wohl an YouTube und nicht an Netzbetreibern…

    1&1 nutzt wessen Gesamtinfrastruktur? Richtig: Die der Telekom. Zugegeben, einige Kunden werden mittels LS von Telefónica gespeist, der Anteil dürfte aber sehr gering sein.

  14. Was ich nicht verstehe: Warum wechselt keiner der Betroffenen seinen Anbieter?
    Auch wenn es eine Mindestvertragslaufzeit gibt: Die Telekom wird schon handeln, wenn plötzlich tausende fristgerechter Kündigungen eintrudelt…

  15. Ist eignlentlich noch noch niemanden aufgefallen, dass das Problem nicht nur YouTube betrifft? Oder ist dass nur bei kir so, dass Videos von facebook (die meisten gehen ja keine 2 Minuten) mehrere Minuten zum buffern brauchen? Ich habe DSL 6k und ich schaue die Videos nicht mal in HD

  16. mxa@max.de says:

    Ich bin seit einiger Zeit bei Kabel Deutschland und bei mir funktioniert YouTube bestens (sogar Abends). 1080p Videos starten sofort und werden auch sehr schnell vorgeladen.

  17. „Komisch nur, dass die Klagen im Batzen von Telekom-Kunden kommen und nicht von anderen.“

    Bei den Kommentaren vom letzten Mal gab es (wenn ich mich recht erinnere) auch einige Kunden von Unity Media, die über das gleiche Problem klagten. Gut, mögen vielleicht nicht so viele wie bei der Telekom sein (keine Ahnung), aber betroffen waren diejenigen ja anscheinend schon. Nur muss man es halt so sehen, wie Tom es oben schon schrieb.

    Tja, ist natürlich einfach, wenn sich die Beteiligten einfach gegenseitig die Schuld zuschieben. Wird bestimmt noch länger so weitergehen.

    Bei Kabel Deutschland musste ich jedenfalls noch nicht mit irgendwelchen Einbußen leben. Auch bei mir laufen die 1080p Videos dort gut durch.

  18. Die Telekom macht es sich da ganz schön einfach, sie mögen zwar ihre Peerings zu verschiedenen Partner kontinuierlich ausbauen. Das Routing zu beliebten Diensten scheint man jedoch nicht zu optimieren. Wenn es z.B. über Proxys gut funktioniert, dann ist das Peering zum Proxy-Server OK und auch das Peering zwischen Proxy und YT.

    In der Firma haben wir auch verschiedene Uplinks und über unseren Main-Uplink haben wir nach Rücksprache mit unserem Provider und dem Provider einer wichtigen Gegenstelle, das Routing optimiert. Dadurch haben sich die Latenzen und Durchsätze deutlich verbessert ohne daß wir unsere Link-Bandbreite erhöhen mussten.

  19. Ich hatte mal einen QOS lehrgang bei einem telekomiker, der sagte das wenn die bandbreite der verbindung zwischen telekom und youtube (die ja von youtube geordert wird, da youtube vom endkunden erreichbar sein will) ausgeschöpft ist halt shaping angewendet wird. verworfen wird wohl nix, nur halt hinten angestellt… würde sich mit der telekomerklärung hier decken..

  20. Ich finde die aussage eigentlich recht nachvollziehbar. Um es laien mal zu verdeutlichen: Die Telekom hat eine Flatrate in die USA, leecht aber wie blöd und kriegt deshalb ab einer bestimmten Traffic-Menge einfach die Geschwindigkeit ein paar Stufen runter geschaltet. Kennt ja jeder von den Mobilen Internet-Tarifen. Real läuft das von der Technik allerdings etwas anders, kommt aber vom Ergebnis in etwa auf’s gleiche hinaus.

    Letztlich ist es halt ein gewisses problem das alle Daten aus den USA wollen, die USA aber kaum Daten von uns. Verträge die auf gegenseitigem ausgleich basieren kommen damit einfach ins ungleichgewicht und eine seite hat das nachsehen.

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