Studie: Apple macht alte iPhones durch Updates nicht langsamer

7. Oktober 2017 Kategorie: Apple, iOS, geschrieben von:

Eine Legende besagt, dass alte iPhones mit jedem großen System-Update immer langsamer werden, bis hin zur Unbenutzbarkeit. Eine Legende, die man nun bei Futuremark unter die Lupe genommen hat – aus rein technischen Gesichtspunkten. Zuerst hat man sich die Daten für das iPhone 5s angesehen, denn wenn ältere Geräte bewusst langsamer werden, sollte der Effekt am deutlichsten bei Modellen sein, die schon länger auf dem Markt sind.

Die Grafik unten zeigt die Leistung der iPhone 5s-GPU im Zeitverlauf. Jeder Balken zeigt die durchschnittliche „3DMark Sling Shot Extreme Graphics“-Testpunktzahl, die aus allen während dieses Monats von Nutzern übermittelten Ergebnissen berechnet wurde. Eine höhere Punktzahl bedeutet eine bessere Leistung. Die Balken wurden entsprechend der iOS-Version eingefärbt.

Wie man sehen kann, ist die Leistung des iPhone 5s-Grafikprozessors von iOS 9 bis iOS 11 konstant geblieben, mit nur geringen Schwankungen, die weit unter das normale Niveau fallen. Das folgende Diagramm unten zeigt die CPU-Leistung im Zeitverlauf, gemessen durch den „3DMark Sling Shot Extreme Physics Test. Auch hier ist ersichtlich, dass iOS-Updates keinen wesentlichen Einfluss auf die Performance hatten.

Die Seite hat natürlich nicht nur das iPhone 5s getestet, sondern auch andere Modelle. Laut Futuremark ist es so, dass Apple die Geräte mit regelmäßigen Updates versorgt, das konstante Leistungs-Niveau bleibe aber über alle iOS-Versionen hinweg aufrecht erhalten. Aber man muss auch festhalten, dass es Faktoren gibt, die die Wahrnehmung der Nutzer bezüglich der Leistung beeinflussen können.

Ein Betriebssystem-Update kann neue Funktionen hinzufügen, die mehr Ressourcen verbrauchen oder mehr Rechenleistung benötigen. Neue Apps, die für die neuesten Modelle entwickelt wurden, laufen möglicherweise nicht mehr so reibungslos auf älteren Geräten.

Umgekehrt könnten Anwendungen, die für eine frühere Version von iOS entwickelt wurden, die Optimierungen in der neuesten Version möglicherweise nicht vollständig nutzen. Und dann gibt es noch den psychologischen Effekt, dass man immer weiß, dass es ein neues und verbessertes Modell gibt, das sein eigenes Gerät veraltet erscheinen lässt.

Oder was Futuremark sicher auch sagen will: Unser Test ballert seit Jahren die gleichen Testszenarien durch und ignoriert die Tatsache, dass es außerhalb von Benchmarks noch etwas gibt, was sich „normale Nutzung mit Apps“ nennt. Auch wenn die Geräte nach Updates nicht langsamer werden – die Welt drum herum wird schneller. Synthetische Benchmarks können dieses Nutzererlebnis gar nicht so einfangen.


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