„Streit To Unlock“ – Punktsieg für HTC im Kampf gegen Apple

5. Juli 2012 Kategorie: Android, Apple, Mobile, Software & Co, geschrieben von:

Erinnert sich noch jemand? Früher startete man seinen Androiden noch wie ein iPhone: Mit einer Wischgeste von links nach rechts. Bis Apple anfing alles und jeden zu verklagen und ein Patent an dieser Unlock-Methode geltend machte.  Im Dauerstreit darüber stellte ein Gericht in UK nun fest: Pech gehabt, Apple. Microsoft hat’s erfunden.

In diesem Disput zwischen HTC und Apple ging es um vier Patente zur Gestensteuerung eines Touchscreens. Jetzt hat der Londoner High Court sich in diesen Fällen jeweils gegen Cupertino entschieden und den Taiwanesen recht gegeben.

Die Begründung für die bekannteste Geste: Das „Sliden“ als Konzept gab es schon in Windows CE, und die Aufforderung zum Entsperren über einen grafischen Button existierte bereits beim Neonode N1, einem Smartphone-Urvater aus dem Jahr 2005.

Welche Auswirkungen hat das Urteil?

Das ist noch unklar, da Streitereien dieser Art einem nationalen Patentrecht unterliegen. Es hängt also mitunter davon ab, wann tatsächlich welches Produkt mit welcher Funktion in welchem Markt erschienen ist. Insofern können sich vorerst nur HTC-Kunden auf den britischen Inseln freuen.

Warum wird dieser ganze Aufwand überhaupt so verbissen betrieben?

Reine Technikfans lässt das sicherlich kalt, aber die Hardware-Hersteller lassen bei solchen Details dennoch ihre Rechtsabteilungen fortlaufend gegeneinander antreten. Als Alleinstellungsmerkmale, die man sich im harten Wettbewerb sichern will, geht es dabei um die Gunst der Alltagsnutzer. In die Entwicklung der Geräte sind direkt Techniksoziologen und Marketingpsychologen eingebunden, die sich ausschließlich nur um eine Frage kümmern:

Wie bekommt man es hin, dass Laien ihre Smartphones bestenfalls gar nicht als technische Geräte wahrnehmen, sondern nur als nützliche Helfer im Alltag?

Diese „Humanisierung der Gadgets“ ist ein wichtiger Schlüssel, um weniger technisch interessierte Anwender zu erreichen. Eingängige Touch-Gesten, die natürlichen Handbewegungen nachempfunden sind, sind deshalb mittlerweile hart umkämpfte Ideen, die jeder für sich schützen lassen will, um seine Geräte einfacher bedienbar zu machen, als es der jeweiligen Konkurrenz gelingt.


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