Spotify: Zwei neue Klagen wegen nicht gezahlter Lizenzen

22. Juli 2017 Kategorie: Internet, Streaming, geschrieben von: Sascha Ostermaier

Spotify hat es gar nicht so einfach. Zwar ist das Unternehmen bemüht, die Einnahmen des Streaming-Dienstes so gerecht an die Künstler zu verteilen wie möglich, aber das gelingt eben nicht immer. Nicht alle Künstler sind Mitglied eines größeren Verbandes, für Spotify ist es deshalb schwer – gerade bei vielleicht nicht mehr so populärer Musik – alle Beteiligten mit den Zahlungen auch zu erwischen. Bereits im Mai zahlte Spotify 43,5 Millionen Dollar, um eine Sammelklage abzuwenden.

Jetzt drohen zwei neue Klagen, denn bis September haben die „Teilnehmer“ der Sammelklage Zeit für ein Opt-Out. Es geht dabei nicht etwa um die Künstler selbst, sondern um die Komponisten von Songs, die ebenfalls von jedem Stream einen Anteil erhalten müssen. Konkret sind es zwei Parteien, die Spotify die Nichtzahlung vorwerfen – und vom erwähnten Opt-Out Gebrauch machen.

Insgesamt geht es um 2.500 Songs (60er Jahre, aber zum Beispiel auch „Yesterdays“ von Guns’n’Roses), die Bob Gaudio und Bluewater Music Services Corporation gerne vergütet hätten. 150.000 Dollar pro Song wäre angemessen, meinen die beiden Parteien, alles andere wäre allenfalls ein kleiner Denkzettel für Spotify.

Natürlich könnten auch noch mehrere Parteien aus der Einigung zur Sammelklage aussteigen. Denn laut Bluewater Music bedeutet die Einigung, dass Spotify gerade einmal rund 4 Dollar pro Song zahlt, das ist schon eine andere Summe als die jetzt 150.000 geforderten Dollar.

Während die Künstler hier eindeutig im Recht sind, kann man auch Spotifys Problematik verstehen. Das Unternehmen arbeitet bereits mit großen Agenturen zusammen, um so viele Künstler wie möglich auch zu erreichen, aber alle erwischt man eben nicht. Allerdings sollte es – so rein von der Logik her – eigentlich auch kein großes Problem sein, sich als nicht bezahlter Künstler, Komponist oder was auch immer zu wenden und dann entsprechende Zahlungen zu erhalten.

Es kann ja nicht sein, dass Spotify bestimmte Titel nicht anbieten kann, nur weil sich ein kleines Zahnrad eines Songs da querstellt. Und Spotify arbeitet ja bereits aktiv daran, dass eben so viele wie möglich erreicht werden. Wie seht Ihr das?


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Über den Autor: Sascha Ostermaier

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