Spotify: Streaming-Dienst mit Millionen-Verlusten

23. August 2012 Kategorie: Software & Co, geschrieben von:

Wenn wir im Bereich Musik nach den Gewinnern der letzten Zeit suchen, dann sind es neben den etablierten Download-Plattformen vor allem die Streaming-Dienste, die von sich reden machen. Will man von diesen wiederum einen besonder erfolgreichen hervorheben, kommt man nicht umhin, Spotify zu erwähnen. Weit über 30 Millionen Kunden, knapp die Hälfte davon ist nach eigener Aussage aktiv – das kann sich eigentlich sehen lassen.

Wenn ich oben „eigentlich“ schreibe, könnt ihr schon absehen, dass gleich das dicke „aber“ direkt hinterher kommt. Dieses „aber“ ist monetärer Natur, weil Spotify leider bislang nicht in der Lage ist, aus diesem Kundenzuspruch ausreichend Kapital zu machen. Zwar kann man sich über 188 Millionen Dollar Umsatz in 2011 freuen, von denen 157 Millionen von den 2.6 Millionen Premium-Usern kommen.

Dummerweise verzeichnet man netto aber dennoch Verluste in Höhe von 40 Millionen Dollar. Nimmt man das Vorjahr hinzu, hat Spotify in 24 Monaten sogar Verluste in Höhe von 70 Millionen Dollar hinzunehmen. Ein funktionierendes Geschäftsmodell sieht jedenfalls anders aus und zeigt ganz deutlich, dass man mit der Werbung für die Gratis-Kunden nicht annähernd akzeptable Einnahmen erzielen kann.

Die Frage stellt sich nun, wie ein so erfolgreicher Dienst auch finanziell auf ein solides Fundament gestellt werden kann. Zu berücksichtigen ist hierbei natürlich, dass im aktuellen Jahr Länder wie Deutschland und Österreich in die Spotify-Familie aufgenommen wurden und durchaus dazu beitragen könnten, dass die Statistik im nächsten Jahr freundlicher aussieht.

Dennoch bleibt zu überlegen, an welchen Stellschrauben Spotify drehen wird bzw drehen kann, um hier auf Kurs zu kommen. Noch mehr Werbung für die Gratis-Kunden kann eigentlich nicht der Weg sein. Also kann man vielleicht dafür sorgen, dass mehr Leute sich für den Premium-Zugang entscheiden – am ehesten vielleicht dadurch, dass man den kostenlosen Zugang weiter limitiert. Oder man bittet die Premium-Kunden, tiefer in die Tasche zu greifen, riskiert aber dabei natürlich, dass der ein oder andere ganz abwandern könnte. Schwieriges Terrain in jedem Fall und es bleibt zu beobachten, wie man diesen tollen Dienst auch zu einem (auch für die Künstler) lukrativen macht.

Quelle: Netzwertig


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