Spotify, Netflix und Co: EU-Parlament lockert Geoblocking

18. Mai 2017 Kategorie: Streaming, geschrieben von: caschy

Bereits Ende April gab es einen durchgesickerten Entwurf zu einer neuen EU-Verordnung bzgl. der Einschränkungen des GeoBlockings. Da ging es um das Thema, dass Menschen im EU-Ausland das Recht darauf hätten, ihre Inhalte so zu konsumieren, wie im Heimatland. Das Ergebnis wäre dann, dass ein deutscher Netflix-Kunde seine gewohnten Inhalte innerhalb der EU auch dann abrufen könnte, wenn er sich im Zuge einer Reise beispielsweise in Italien aufhielte. Nun hat sich das Europäische Parlament diesbezüglich geäußert.

Die am Donnerstag verabschiedete neue Regelung, die bereits im Februar 2017 informell mit den Verhandlungsführern des Rates vereinbart wurde, wird die bestehenden Beschränkungen beseitigen, sodass EU-Bürger bald auch bei Ferien-, Studien- oder Geschäftsaufenthalten im EU-Ausland Online-Dienste wie Netflix, HBO Go, Amazon Prime, Spotify oder Deezer nutzen können.

Um zu verhindern, dass Nutzer diese Möglichkeit dauerhaft nutzen, also standardmäßig vielleicht in Italien sind, aber deutsche Inhalte sehen wollen, können die Betreiber Kontrollmechanismen in die Hand nehmen:

Dienstleister für Online-Inhalte können „wirksame und zumutbare“ Maßnahmen ergreifen, um zu überprüfen, ob der Abonnent nicht dauerhaft in ein anderes EU-Land umgezogen ist, da sich die erforderlichen Urheberrechtslizenzen von Land zu Land unterscheiden können. Eine Liste zulässiger Methoden umfasst Überprüfungen von Personalausweisen, Zahlungsdetails, öffentlich verfügbaren Steuerinformationen, Postanschriften oder IP-Adressen. Die Dienstleister müssen sicherstellen, dass die Verarbeitung personenbezogener Daten verhältnismäßig ist und Schutzvorkehrungen einrichten, insbesondere für Überprüfungen von IP-Adressen.

Die neuen Regeln werden nur für kostenpflichtige Dienste gelten. Aber auch Anbieter kostenloser Dienstleistungen können ihre Inhalte EU-weit übertragbar machen, sofern sie die Vorschriften bezüglich der Wohnsitzüberprüfungen einhalten.

Der Gesetzesentwurf muss laut Presseinfo noch formell vom EU-Ministerrat gebilligt werden. Ab dem Zeitpunkt des Inkrafttretens der Verordnung haben die Mitgliedstaaten 9 Monate Zeit, um die neuen Regeln zur Anwendung zu bringen.

Langer Rede kurzer Sinn: Das Ganze wird lediglich gelockert, nicht aber komplett abgeschafft. Dürfte die meisten Nutzer allerdings nicht weiter stören.


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Über den Autor: caschy

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