Spotify: Apple soll iOS-Update aus Konkurrenzgründen ablehnen

30. Juni 2016 Kategorie: Apple, iOS, Streaming, geschrieben von: Pascal Wuttke

Spotify Artikel LogoWer länger Nutzer von Spotify auf iOS ist, weiß, dass der schwedische Musikstreaming-Dienst häufig Updates über den Apple App Store verteilt. Hier und da ein Bug gefixt, da noch ein neues Feature oder eine Design-Änderung – Spotify ist da recht fleißig unterwegs. Doch seit einigen Wochen ist Funkstille. Seit über einem Monat – seit dem 26. Mai um genau zu sein – gab es kein Update mehr. Grund dafür ist laut Spotify, dass Apple aus purem Egoismus die aktuellste Version der Spotify-App konstant ablehnt.

Warum Apple das tut? Laut Anwaltsschreiben von Spotify an Apple, weil Apple sich durch den Konkurrenten bedroht fühlt – schließlich ist Apple bekanntlich seit 2015 mit dem eigenen Musikstreaming-Dienst Apple Music am Start. Man wirft Apple Wettbewerbsverzerrung vor und dass das Unternehmen gezielt Schaden an Spotify und deren Kunden provoziert.

Apple, so heißt es weiter, soll das Update der Spotify-App aufgrund von „Business Modell-Reglements“ abgewiesen haben. Man fordert von Spotify zudem, dass sie auf Apples Bezahlsystem (In-App-Bezahlung via App Store) setzen, sofern man „weiterhin die App nutzen möchte, um neue Kunden zu gewinnen und Abonnements zu verkaufen“.

Spotify hat bereits ein Anwaltsschreiben an Apple zum Vorfall übersandt. Der Anwalt konnte es sich nicht nehmen lassen zu betonen, dass man Apple „bei solchen erpresserischen Maßnahmen nicht einfach tatenlos zusehen kann“. Zudem wurden Kopien des anwaltlichen Schreibens an einige Kongressmitglieder in Washington, D.C.  gesendet. Senatorin Elizabeth Warren kritisierte daraufhin sowohl Apple, als auch Amazon und Google für ihre sogenannten antikompetitiven Praktiken. Ihrer Meinung nach würde Apple bereits häufiger iOS als Machtinstrument ausgenutzen, um die Musikkonkurrenz kaputt zu machen. Spotify lässt dies unkommentiert, Apple schweigt ebenfalls.

Der Knackpunkt bei der Sache ist jedoch, dass Spotify sehr wohl In-App-Abonnements über den App Store anbietet, doch diese sind dank Apples Gebühren ganze 3 Euro teurer im Monat (12,99 Euro via Apple anstatt 9,99 Euro via Spotify direkt). Daher hatte Spotify immer wieder Kunden vom In-App-Abo abgeraten und ihnen empfohlen ein Abo außerhalb von Apple abzuschließen.

Dies machte Spotify vor allem schmackhaft, indem man erneut die Kampagne wiederbelebte, bei der Neukunden in den ersten drei Monaten nur 0,99 Euro bezahlen, sofern sie sich über Spotifys Webseite anmelden. Apple schmeckte das wohl gar nicht und so soll Apple, laut Aussage von Spotifys Anwalt, gedroht haben, man solle Kampagne einstellen oder man würde die App aus dem App Store entfernen. Spotify gab wohl nach, stellte allerdings die App Store Bezahlung ein (obwohl aktuell in Deutschland noch anwählbar), was uns zum aktuellen Disput führt.

(Quelle: Recode)

 

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Über den Autor: Pascal Wuttke

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