Sony Xperia Z1 Compact ausprobiert – kleines Kraftpaket ohne große Schwächen

17. Februar 2014 Kategorie: Android, Hardware, Mobile, geschrieben von:

Viele haben auf ein Smartphone gewartet, das so ist, wie das Xperia Z1 Compact von Sony. Ein kleines Gerät mit kraftvoller Ausstattung. Die Mini-Varianten anderer Hersteller sind zwar kleiner als die großen Kollegen, allerdings verbergen sich in ihnen auch Mini-Ausstattungsmerkmale. Nicht so beim Xperia Z1 Compact. Dieses hat ordentlich Dampf und lässt zumindest auf dem Datenblatt nichts vermissen.

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Die wichtigsten Spezifikationen des Xperia Z1 Compact (Datenblatt Sony):

  • Display: 4,3 Zoll Triluminos (1280 x 720 Pixel)
  • Prozessor: Qualcomm Snapdragon 800 (Quad-Core, 2,2 GHz) MSM 8974
  • Arbeitsspeicher: 2GB
  • Speicher: 16 GB (erweiterbar per microSD)
  • Kamera: 20,7 Megapixel mit Exmor RS for mobile, LED-Blitz, 2 Megapixel Frontkamera
  • Akku: 2.300 mAh

Die Kamera

Normalerweise ist die Kamera ein Punkt, auf den ich später eingehe, in diesem Fall kommt sie an erster Stelle. Warum? Weil sie eines der Kernelemente des Smartphones ist und Sony hier richtig übel gepatzt hat. Ich habe das gelbe Modell des Xperia Z1 Compact und beziehe die Bewertung der Kamera auch nur auf dieses Modell.

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Mit 20,7 Megapixeln verspricht die Kamera des Smartphones gute Aufnahmen und kann diese auch liefern. Zumindest so lange es hell ist. Auch Aufnahmen bei Dunkelheit sehen sehr gut aus, allerdings nur, wenn man den Blitz deaktiviert lässt. Schaltet man diesen hinzu, erlebt man ein gelbes Wunder. Der Blitz strahlt durch den gelben Farbring um die LED in das Bild und sorgt für quasi unbrauchbare Ergebnisse.

Während die linke Bildhälfte recht gut ausgeleuchtet wird, kommt von rechts ein gelber Schleier in das Bild. Eigentlich unlogisch, da die Blitz-LED in diesem Fall unter der Linse sitzt. Dies tritt aber anscheinend nur beim gelben Modell auf, die schwarze und weiße Variante des Xperia Z1 Compact ist davon nicht betroffen. Sollte man bei einer eventuellen Kaufentscheidung berücksichtigen, falls man auch in dunklerer Umgebung Fotos machen will.

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Ansonsten gibt es an der Kamera nichts auszusetzen. Die Ergebnisse sind für ein Smartphone hervorragend, auch bei Dunkelheit. Umso ärgerlicher ist der Blitz-Patzer beim gelben Modell. Ein paar Beispielbilder findet Ihr in diesem Google+-Album. Die Aufnahmen entstanden alle im Automatik-Modus, die Kamera-Software bietet allerdings auch verschiedene Pro- und Fun-Modi, falls man noch mehr herausholen will oder Bilder direkt verfremden möchte.

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Optik und Haptik

Das Compact trägt das kleine Z1 völlig verdient im Namen. Genau so fühlt es sich nämlich an. Durch den Aluminium-Rahmen wirkt das Gerät noch einmal robuster, es gibt keine scharfen Kanten oder ähnliches. Das Gewicht von 137 Gramm ist in der 127 x 64,9 x 9,5 mm Verpackung gut aufgehoben. Knarzen am Gehäuse oder wackelige Buttons gibt es nicht, die Verarbeitung ist auf einem sehr hohen Niveau. Auch wirkt das Xperia Z1 Compact durch den Alu-Rahmen auf den ersten Blick kleiner, als es eigentlich ist, quasi eine optische Täuschung, die der Qualität aber keinen Abbruch tut.

Auf der rechten Seite des Rahmens befinden sich der Power-Button, eine Lautstärke-Wippe und der Auslöse-Knopf für die Kamera. Auf der linken Seite wird der Rahmen von einem unschönen Docking-Anschluss unterbrochen. Dieser ist aus schwarzem Kunststoff und passt dadurch irgendwie nicht so recht zum Gesamtbild des Smartphones.

Links befindet sich auch der Anschluss für das Ladekabel, sowie die Einschübe für die SIM-Karte und die microSD-Karte. Die Verschlüsse machen auch nicht den Eindruck als würden sie nach mehrmaliger Nutzung das Zeitliche segnen. Wäre auch etwas unpraktisch, da diese das Smartphone auch vor dem Eindringen von Wasser und Staub schützen.

Auf der Geräte-Oberseite befindet sich der (nicht abgedeckte) 3,5 mm Klinkenanschluss für ein Headset. Auf der Unterseite wird ein Großteil der Kante vom Lautsprecher- / Mikrofon-Gitter eingenommen. An der rechten unteren Ecke kann eine Trageschlaufe oder Glücksbringer (oder was auch immer) befestigt werden. Dort befindet sich eine Öse für diesen Zweck.

Insgesamt fühlt sich das Xperia Z1 Compact sehr gut an und wirkt alles andere als billig. Die Kombination aus Kunststoff und Metall sorgt zudem für optische Kontraste, die vielleicht auch Design-Fans ansprechen.

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Das Display

Das Display ist mit 4,3 Zoll bei Android-Geräten tatsächlich schon als klein zu bezeichnen. Die Auflösung beträgt 1280 x 720 Pixel und kommt so auf eine Pixeldichte von 341 ppi. Man kann bei genauer Betrachtung zwar Pixel erkennen, im täglichen Umgang mit dem Smartphone sind diese aber nicht einzeln wahrzunehmen. Auch unter Sonneneinstrahlung ist das Display noch gut ablesbar, wobei die werkseitig aufgebrachte Schutzfolie (was ich bis heute nicht verstehen kann, warum Sony das macht) schon sehr stark zum Spiegeln neigt.

Hatte Sony in der Vergangenheit immer mal wieder Probleme mit den Displays, wurde beim Xperia Z1 Compact viel richtig gemacht. Es ist sehr hell und auch halbwegs Blickwinkel-stabil. Halbwegs nur deshalb, weil zwar eine Neigung des Gerätes nach oben und unten kaum Auswirkungen auf das Seh-Erlebnis hat, eine Neigung nach rechts und links aber schnell zu einer schlechteren Wahrnehmung der Inhalte führt. Da man in allem Negativen auch etwas Positives finden kann, könnte man dies auch als Feature verkaufen. Neugierige Sitznachbarn in Bus & Bahn können so nicht so leicht sehen, was Ihr auf dem Smartphone treibt.

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Die Software

Sony liefert das Xperia Z1 Compact mit Android 4.3 aus. Wer Android-Purist ist, wird mit der Sony-Oberfläche nicht viel anfangen können. Diese bringt nicht nur eine eigene Optik in das System, sondern auch jede Menge Zusatz-Apps, auf die man grundsätzlich auch verzichten könnte. Diese lassen sich nicht deinstallieren, von den 16 GB Speicher bleiben somit abzüglich System und vorinstallierter Apps nur noch rund 11 GB übrig. Ich persönlich finde die Sony-Oberfläche nicht unschick und kann mir auch gut vorstellen, dass Normalnutzer damit besser klar kommen als mit einem nackten Android.

Natürlich sind neben „Software-Perlen“ wie beispielsweise McAfee Security auch Sonys eigene Content-Dienste auf dem Xperia Z1 Compact präsent. Sonys Music Unlimited oder Video Unlimited können durchaus interessant sein, wenn man an solchen Diensten Interesse hat. Da die meisten der Dienste auch ein Google-Pendant haben, sind diese zwangsläufig doppelt auf dem Gerät vorhanden, egal ob man einen oder keinen der Dienste nutzt. Stört vielleicht nicht viele, man kann die ungenutzten Dienste ja in einen Ordner packen und verstecken, dennoch – zumindest für mich – eine eher nervige Sache.

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Allgemeine Bedienung

Der Prozessor liefert eine saubere Performance ab. Im Test gab es kein Ruckeln in den Menüs oder große Wartezeiten beim Starten von Apps. Spiele laufen super flüssig, auch wenn man etwas anspruchsvollere Games zockt. Einzig die Kamera-App braucht ein Weilchen bis sie einsatzbereit ist. Es macht durchaus Spaß mit dem Gerät zu hantieren. Vor allem ist durch die geringe Größe auch eine einhändige Nutzung problemlos möglich. Gefällt sehr, vor allem, wenn man normalerweise ein im Vergleich noch kleineres iPhone als Daily Driver nutzt.

Sound

Über die integrierten Lautsprecher kommt der Sound recht mager rüber, bei hoher Lautstärke klingt es blechern. Für Smartphone-Lautsprecher zwar noch akzeptabel, aber nicht das Beste, was man bekommen kann. Über Kopfhörer kommt Sonys Erfahrung in Sachen Musik zum Tragen. Der Sound ist sehr klar, besser als bei anderen Geräten. Das höre sogar ich, ohne Supergehör für so etwas. Sicher ein Pluspunkt für Menschen, die viel Musik mit ihrem Smartphone konsumieren.

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Akku

Mit der Akkulaufzeit des Z1 Compact werden häufige, als auch Gelegenheitsnutzer zufrieden sein. Dauerhafter Sync der Mailboxen und Co, dazu das Übliche wie Social Media, brachten das Z1 Compact gut über den Tag. Auch die Nutzer der Kamera können sich freuen, knapp 100 Fotos, knapp 40 davon mit Blitz, brachten das Gerät auf 80 Prozent runter – wohlgemerkt nutzte ich es seit heute morgen (nur Synchronisation), bevor es heute gegen frühen Nachmittag zum Schießen der Fotos ging.

Sonstiges

Die Sprachqualität bei Telefonaten ist sehr gut, auch was auf der Gegenseite ankommt, kann sich hören lassen. Das ist zwar ein Feature, das bei Mobiltelefonen ironischerweise immer mehr in den Hintergrund rückt, aber ab und zu wird wohl trotzdem jeder einmal mit dem Smartphone telefonieren. Wäre schlecht, wenn man dann nichts versteht oder selbst nicht verstanden wird.

Das Xperia Z1 Compact hat auch NFC an Bord. Mangels NFC-Equipment konnte ich das Feature nicht testen, ich sehe allerdings auch keinen Grund, warum dies nicht wie gewünscht funktionieren sollte. Wer NFC nutzt, wird dies auch mit dem Xperia Z1 Compact tun können.

Die Benachrichtigungs-LED leuchtet sehr stark. Ich weiß nicht, ob gewollt oder nicht, aber auch wenn man das Gerät mit dem Display nach unten auf den Tisch legt, sieht man die LED auf der Rückseite durchleuchten. Unglaublich nervig, wenn das Gerät nachts auf dem Nachttisch liegt und vor sich hin pulsiert, weil irgendwelche Benachrichtigungen auf dem Smartphone eintreffen. Der Nachtmodus ist also euer Freund, oder das Deaktivieren der LED.

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Fazit

Das Sony Xperia Z1 Compact ist definitiv ein kleines Kraftpaket. Die kompakten Abmessungen dürften zwar ruhig noch ein bisschen kompakter sein, es wird um das Display sehr viel Platz verschenkt, aber insgesamt bekommt man hier ein High-End-Gerät, das eben nicht in Phablet-Größe daherkommt. Gefällt mir außerordentlich gut und müsste ich aktuell ein Android-Gerät für mich persönlich wählen, wäre das Xperia Z1 Compact meine erste Wahl (aber wohl nicht in Gelb, ich will ja schließlich auch mal bei Dunkelheit Fotos machen).

Die UVP des Gerätes liegt bei 499 Euro. Für das, was man bekommt, ein mehr als angemessener Preis. Groß kann jeder, die Kunst ist es, gute Spezifikationen in einem kleinen Gehäuse unterzubringen. Sony ist hier bei Android-Geräten Vorreiter, auch wenn LG mit dem G2 Mini vermutlich bald nachzieht. Sony liefert hier ein rundum gelungenes Paket ab, dessen guter Eindruck lediglich durch die Schwächen der Kamera (gelbe Version) und die zahlreich vorhandene vorinstallierte Software getrübt sind.


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Über den Autor:

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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