Sony Vaio Duo 11 ausprobiert

8. September 2013 Kategorie: Hardware, Windows, geschrieben von:

Microsoft hat mit seinem Surface Pro ein Windows 8-Tablet auf den Markt gebracht, das sich durch die ansteckbare Tastatur und den Kickstand auch als Laptop nutzen lässt. Einen ähnlichen Ansatz verfolgt auch das Vaio Duo 11 von Sony. Hier ist der Tablet-Part allerdings fest mit der Tastatur verbunden, zum Vorschein kommt diese durch ein wegsliden des Displays. Ich werde in diesem Test das Surface Pro öfter als Vergleich heranziehen, da die beiden Geräte doch so einiges gemeinsam haben.

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Die Hardware

Das Vaio Duo 11 ist in verschiedenen Konfigurationen erhältlich. Das von mir genutzte Modell kommt mit Intel Core i3-3217U CPU (1,8 GHz), 4 GB RAM und 128 GB SSD (101 GB nutzbar). Das 11,6 Zoll Display bietet eine Full HD-Auflösung (1920 x 1080 Pixel). An den Seiten verteilen sich die Anschlüsse. Strom, BGA-Ausgang, SD-Karten-Leser, Headset-Anschluss, 2x USB 3.0, HDMI und RJ45.

Auf der Unterseite befinden sich noch Buttons für Lautstärke und der Assist-Button, der einem bequem weiter hilft, wenn etwas mal nicht mehr mit dem Vaio Duo stimmen sollte. Drückt man den Assist-Button gelangt man in ein Menü, von wo aus man den PC im Zweifelsfall auch komplett zurücksetzen kann. Im Gerät selbst finden sich noch ein GPS-Modul und die üblichen Sensoren.

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Durch die baulichen Begebenheiten des Sliders stehen für die Tastatur nur ca. zwei Drittel der Basisfläche zur Verfügung. Der Rest geht für den Slider drauf. Dadurch war es natürlich auch nicht möglich, ein Trackpad zu verbauen. Als Mausersatz gibt es einen kleinen Trackpoint, der sich in der Mitte der Tastatur befindet. Lässt sich zwar nicht sonderlich gut bedienen, für kleinere Sachen ist er aber völlig ausreichend. Für pixelgenaues Arbeiten sollte man sich dann aber wohl doch lieber eine Maus anschließen. Immerhin sind die drei Maustasten physisch vorhanden. Hier wurde auch nicht am Platz gespart, Falschclick ausgeschlossen.

Die Tastatur macht einen ordentlichen Eindruck. Sie hat relativ deutliche Druckpunkte und ist beleuchtet. Die Beleuchtung der Tastatur hätte man sich ehrlich gesagt auch sparen können. Klar, man sieht etwas, wenn es dunkel ist. Allerdings sieht man dann auch, dass es überall an der Tastatur leuchtet. Unter den Tasten, dazwischen, überall strömt Licht heraus. Lenkt bei der Abreit mit dem Gerät ab und sieht auch nicht wirklich gut aus.

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Das gesamte Gerät ist recht groß und schwer. Könnte man in Kauf nehmen, wenn sich hinter dem Gewicht auch eine entsprechende Akkuleistung verstecken würde. Dem ist aber leider nicht so. Unterwegs mit dem Vaio Duo 11 zu arbeiten, kann durchaus zum Wettlauf gegen die Zeit werden. Für solche Fälle ist dann wohl der ansteckbare Zusatzakku gedacht, der nicht nur noch einmal das Gewicht erhöht, sondern auch die Laufzeit steigert.

Das Display (bzw. der Touchscreen) glänzt natürlich. Ich wage sogar zu behaupten, dass wir in einem Touch-Device für die Massen wohl niemals ein entspiegeltes Display (sprich matt) sehen werden. Im Freien ergeben sich da natürlich Probleme. Ob direkte Sonneneinstrahlung oder bewölkter Himmel, verlässt man das Haus und will auf dem Vaio Duo noch etwas erkennen, ist volle Displayhelligkeit angesagt. Auch das wirkt sich natürlich wieder nachteilig auf die Akkulaufzeit aus. Die Darstellung auf dem Full HD-Display ist gestochen scharf, man möchte sich fast zu einem Retina-Vergleich hinreißen lassen. Definitiv ein Pluspunkt für das Gerät.

Das Tablet

Da das Display im geschlossenen Zustand nach außen zeigt, ist das Vaio Duo 11 bestens dafür geeignet, als Tablet genutzt zu werden. Die Ränder sind breit genug, um auch bei dem etwas höheren Gewicht einen sicheren Griff zu haben, der mitgelieferte Stylus erleichtert die Bedienung ungemein. Das Problem bei Full HD auf 11,6 Zoll ist nämlich, dass alles sehr klein dargestellt wird. Hier kleine Touch-Ziele mit dem Finger zu erwischen, ist ein reines Glücksspiel.

Mit dem Stylus lassen sich aber nicht nur einzelne Punkte auswählen, sondern dieser hat auch selbst noch einmal Buttons, die über mitgelieferte Software konfiguriert werden können. Out of the box kann mit dem Stift so zum Beispiel ein Bereich des Bildschirms ausgeschnitten werden, um ihn anderweitig zu verwenden. Auch für die Eingabe per Handschrift kann der Stylus genutzt werden, funktioniert wunderbar. Insgesamt ist der Stylus ein sehr interessantes Zubehör für den kleinen Rechner, da er das Arbeiten mit dem Gerät tatsächlich erleichtert.

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Ansonsten, Windows 8 halt. Ich kann mich nach wie vor nicht mit einer reinen Tablet-Nutzung des Microsoft-Systems anfreunden, wechsle so schnell es geht in den Desktop-Modus und nutze dort die Programme, die ich schon immer nutze. Noch habe ich keinen Bedarf für die tollen Fullscreen-Apps aus dem Windows Store, vielleicht ändert sich dies ja irgendwann. Sie sind auf jeden Fall nutzbar, wie soll es auch anders sein.

Als reines Tablet ist das Gerät im Vergleich zum Surface Pro zu klobig und zu schwer, aber es handelt sich hier ja auch um ein Ultrabook und nicht um ein Tablet.

Das Ultrabook

Tastatur und Bildschirm, mehr braucht der digitale Nomade nicht, um auch mobil allzeit bereit zu sein. Beides findet man zum Glück im Vaio Duo 11 vor, so dass man auch unterwegs Gas geben kann. Neben der Leistung ist natürlich auch der Faktor Akku entscheidend. Carsten sieht die Akkulaufzeit sogar als entscheidenden Faktor bei der Überlegenheit des aktuellen MacBook Air. Sicher, mit den Haswell-Prozessoren sind hier ganz andere Werte möglich, die wurden hier aber leider nicht verbaut.

Während das Vaio Duo 11 in Sachen Leistung für meine Bedürfnisse völlig ausreichend ist (gibt es auch mit Intel Core i7 und mehr RAM), ist der Akku, vorsichtig ausgedrückt, eine Katastrophe. Ein bisschen surfen, ein Video hier, ein paar Kleinigkeiten in Photoshop da, nach 2,5 Stunden ist Schluss. Im Energiesparmodus werden zwar 6,5 Stunden Laufzeit versprochen, allerdings nimmt dieser so viel Leistung, dass man kaum noch vernünftig mit dem Gerät arbeiten kann.

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Das ist bei einem mobilen Gerät nahezu inakzeptabel. Sicher, es hält die Zeit zwischen zwei Steckdosen aus, es übersteht aber nicht einmal einen halben Arbeitstag, ohne an das Stromnetz angeschlossen werden zu müssen.

Durch den Slider befindet sich das Display immer in einem bestimmten Winkel, der nicht angepasst werden kann. Dieses Problem hat man beim Surface Pro auch. Der Vorteil beim Vaio Duo 11 ist allerdings, dass man das Gerät überall verwenden kann. Da die gesamte Tastatur-Basis als Stand dient, kann dieses auch auf der Couch, auf dem Schoß oder sonst wo verwendet werden. Dennoch ist der unflexible Winkel störend, auch wenn er generell schon einmal günstiger gewählt ist als beim Surface Pro (Display steht nicht ganz so steil).

Das Fazit

Das Vaio Duo 11 ist nicht das typische Ultrabook und auch nicht das typische Tablet. Sony geht wieder einmal einen eigenen Weg, der zwar nicht schlecht gedacht ist, aber doch seine Stolpersteine bietet. Diese Stolpersteine sind vor allem der miserable Akku und der fest eingestellte Winkel des Displays.

Man muss auch den Preis beachten, wenn es um das Vaio Duo 11 geht. Bei 1250 Euro geht es los, konfiguriert man sich das Top-Modell mit Zusatzakku zusammen, werden fast 2000 Euro fällig. Nicht gerade wenig und vor allem gibt es in diesem Preisbereich praktisch die freie Auswahl.

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In Punkto Verarbeitungsqualität und Robustheit kann das Sony Ultrabook aber noch einmal punkten. Man hat nie das Gefühl, ein fragiles Produkt in den Händen zu halten, dennoch wirkt es recht schlank, wenn es auf dem Schreibtisch steht. Die Fläche ist für ein 11,6-Zoll-Gerät zwar ziemlich groß, das fällt aber auch nur im direkten Vergleich mit anderen Geräten auf.

Insgesamt ist das Vaio Duo 11 schon ein schickes Stück Hardware, dass auch durch Leistung überzeugen kann. Es gibt sicher günstigere Alternativen, die aber ebenso ihre Schwachpunkte haben. Man merkt dem Vaio Duo 11 an, dass Sony sehr viel Gerät in sehr wenig Gehäuse packen wollte. Dies wurde auch erreicht, man muss sich aber dennoch fragen, ob dies den hohen Preis rechtfertigt.


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Über den Autor:

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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