Sonos Playbase ausprobiert

4. April 2017 Kategorie: Streaming, geschrieben von: caschy

Fans kabelloser (mit Ausnahme der Energieversorgung) Lautsprecher kennen sie sicherlich: Die Komponenten von Sonos. Lautsprecher, die sich in Gruppen zusammenschließen lassen und damit Multiroom bieten, dabei aber natürlich auch eigenständig arbeiten. Die Multiroom-Lautsprecher gibt es seit vielen Jahren, die letzten Neulinge waren die neue Sonos Play:5 und die Sonos Playbase, die Anfang März vorgestellt wurde und heute offiziell ihren Marktstart hat. Ich hatte kurz Gelegenheit, mir die Sonos Playbase anzuschauen und natürlich auch anzuhören. Klang ist immer sehr subjektiv und so rate ich jedem, bei gewissen Anschaffungen vorab Probe zu hören. 

Haptik, Optik und Anwendungsbereich der Sonos Playbase: Sonos hat eigentlich schon ein entsprechendes Gerät für den TV im Angebot, platziert die Playbase in direkter Nachbarschaft zur Sonos Playbar (hier unser Testbericht). Aber: Sonos ändert die Bauform, sieht die Playbase als ein Gerät, welches man unter dem TV-Gerät platzieren kann.

Während die Playbar von Sonos in Ziegelform daherkommt, ist die Sonos Playbase großflächiger und eine Ecke flacher. Der Lautsprecher ist wertig verarbeitet und weist die Maße 58 x 720 x 380 mm auf. Die Sonos Playbase wiegt 8,6 Kilo und hat nicht viele Anschlüsse. Netzanschluss, LAN (Gigabit) und natürlich der optische Eingang. HDMI ist nicht vorhanden.

Ob sich Sonos mit der Playbase an audiophile Cineasten richtet? Natürlich kann an ein Surround-System mit weiteren Komponenten einrichten, allerdings gibt es Menschen, die bemängeln den optischen Eingang und das Fehlen der Unterstützung von DTS. Das Supportforum von Sonos ist entsprechend mit Diskussionen gefüllt und ich empfehle wirklich jedem, da mal reinzuschauen.

In meinem Test löste die Sonos Playbase erst einmal die von mir genutzte Kombination aus Playbar und Sub ab, wobei man sagen kann, dass auch eine Playbar alleine ohne den Sub sinnvoll sein kann, wenn man dem Sound am TV aufrüsten will – und man eh Sonos nutzt oder auf den Anbieter umsteigen will.

Laut Sonos wurde die Playbase so konzipiert, dass sie aus einem Guss wirkt. In Sachen Materialien setzt man nach eigenen Aussagen auf ein Gehäuse aus Polycarbonat mit Glasanteil, damit Vibrationen vermieden werden. Hinter dem Grill mit seinen 43.000 Löchern sitzen 10 Treiber (sechs Mittel-, drei Hoch- und ein Tieftöner).

Aufbau und Inbetriebnahme Sonos Playbase: TV-Geräte können natürlich an die Wand geschraubt werden, Lautsprecher auch. Sonos platziert die Playbase anders, denn sie kann unter dem TV-Gerät ihren Platz einnehmen. Quasi ab auf den TV-Tisch mit der Playbase und das TV-Gerät draufstellen. Klappt nur bedingt, denn manchmal sind TV-Geräte größer – oder deren Füße.

Im konkreten Fall sind die Füße des TV-Gerätes um einiges größer als die Fläche der Sonos Playbase, womit die schöne Optik zerstört wäre. Würde ich mir so wahrscheinlich nicht hinstellen. Zur Einordnung: Es handelt sich um ein 65 Zoll großes TV-Gerät. Alternativen: TV an die Wand oder eine Mehrausgabe, beispielsweise durch das Anschaffen einer drehbaren TV-Base von Sanus, die knapp 170 Euro kostet. Das Problem der Platzierung ist zwar nicht perfekt gelöst worden, doch definitiv besser als bei der Playbar – zumindest in meinem Setup. Alternativ gibt es da von Flexson einen entsprechenden Ständer, damit man den TV auch auf die Playbar, bzw. den Flexson-Halter setzen kann.

Das Anschließen ist simpel, denn viel anzuschließen ist nicht. Eingerichtet wird über die Sonos-App, das ist in wenigen Augenblicken erledigt und sollte auch von Einsteigern hinzubekommen sein. Die TV-Lösungen haben zu den Standard-Lautsprechern von Sonos noch den Unterschied, dass sie über die TV-Fernbedienung gesteuert werden können. Das wird im Setup schön erklärt und ist ebenso einfach gelöst wie die TruePlay-Einrichtung via iOS (anders nicht machbar), die noch einmal ein Quentchen Sound aus den Lautsprechern pressen will, indem sie den Raum und die Position des Hörers ausmisst. Gesteuert wird typischerweise über die App, allerdings kann man auch wie bei der Play:5 über Touch-Eingabe bedienen.

Subjektives Soundempfinden Sonos Playbase: Kommt man aus der Kombination Playbar und Sub, dann macht man erst einmal vor allem eins: ein langes Gesicht. Dürfte aber verständlich sein, dass die angesprochene Kombo wesentlich mehr kann, gerade in Sachen Bass ist der Sub ja sehr kräftig. In der Grundeinstellung hat die Sonos Playbase einen ausgewogenen Ton, gerade der Sprachbereich war gut. Im normalen Betrieb meine ich sogar – ich mag mich irren – dass Sprache besser ortbar wäre (im Vergleich zur Playbar).

Allerdings empfand ich die Grundeinstellung in Sachen Bass als zu gering. Hier hilft ein beherzter Sprung in die Raumeinstellungen (zu finden in der App). Hier hat man eine EQ-Möglichkeit, hier ist neben der Höhe auch der Bass zu finden. Steht alles auf Mitte und kann somit nachjustiert werden. In Sachen Musik fand ich den Ton dann wirklich rund. Rund im Sinne von: Da steht zwar ein breiter, flacher Lautsprecher, der Sound kommt aber sehr platziert und raumfüllend (und wir haben ein recht großes Wohnzimmer).

Wer allerdings der Meinung ist, dass der Bass richtig drücken muss – der sollte zu einer anderen Lösung greifen oder sich den Sub dazu anschaffen. Gerade bei hoher Lautstärke merkt man dann doch, dass das entsprechende Volumen fehlt. Dennoch  – subjektiv empfunden – ein Vorteil in Sachen Bass gegenüber der Playbar.

Für mich persönlich könnte eine Playbase in 99 Prozent aller Fälle zur Beschallung ausreichend sein (ich eskaliere nur wenige Male im Jahr mit extrem lauter Musik). Dolby Digital 5.1 wird unterstützt und wer genügend Reibung zwischen Daumen und Zeigefinger hat, kann sich über Play:1, Play:3 oder Play: 5 ein entsprechendes Raumklang-System aufbauen. Ich weiss nicht, wie viele Sonos-Anwender dies tun, ich war nie Zielgruppe, ich selber habe nie das Verlangen gehabt.

Alles in allem muss ich sagen, dass Sonos für den zur Verfügung gestellten Raum in der Playbase das wohl Ideale herausgeholt hat. Für Sonos-Besitzer gibt es nun eine weitere Alternative zur Playbar, die sich hören lassen kann. Wer einsteigen will, der sollte – wie eingangs erwähnt – versuchen, Probe zu hören. Die große Stärke von Sonos ist die Einfachheit, der hohe WAF und die Nutzung vieler Dienste.

Dafür muss man das Fehlen von Schnittstellen wie Google Cast, AirPlay oder Bluetooth in Kauf nehmen, alles läuft über die App oder auch über Spotify Connect. Wer die Mehrwerte wie die Dienste-Integration nicht nutzt, der sollte vielleicht überlegen, eine alleinstehende Lösung für das Heimkino zu suchen, weil diese im speziellen Bereich vielleicht besser greift. Wer Sonos in seiner Gesamtheit mag und mit den Einschränkungen und Möglichkeiten leben kann, der macht nichts verkehrt. Für Käufer habe ich den folgenden Tipp: Unterschätzt TruePlay nicht und richtet es ein.

799 Euro werden für die Sonos Playbase fällig, offiziell ist sie ab heute im Handel.

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