Smartphone-Run ist vorbei: IDC rechnet nur noch mit einstelligem Wachstum

7. März 2016 Kategorie: Hardware, Mobile, geschrieben von: André Westphal

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Die Zahlendreher von der International Data Corporation haben ihre Voraussagen für den Smartphone-Markt des Jahres 2016 bis 2020 aktualisiert. Sie rechnen damit, dass sich das Wachstum dieses Jahr nur noch im einstelligen Bereich bewegen werde. So nehmen die Damen und Herren Analysten an, dass 2016 ca. 1,5 Mrd. Smartphones ausgeliefert werden könnten. Das entspräche gegenüber 2015 einem Wachstum von „nur“ 5,7 %. Dagegen spielte das Wachstum von 2014 zu 2015 noch bei 10,4 %. Laut IDC werde sich das Wachstum aber fortan bis 2020 jährlich nur noch im einstelligen Bereich halten.

Der große Smartphone-Run wäre demnach vorbei, da sich der Markt zunehmend der Sättigung nähert. Bis 2020 soll die Auslieferungsmenge auf 1,92 Mrd. Smartphones angewachsen sein. Vor allem Einstiegsgeräte sollen dabei eine zunehmende Rolle spielen und der durchschnittliche Verkaufspreis von aktuell 295 auf 237 US-Dollar purzeln. Hohes Wachstum werde es in den nächsten Jahren laut IDC nur noch in Ländern wie Indien und Indonesien oder der Region Afrika geben – nicht aber in China, Europa oder den Vereinigten Staaten.

idc smartphone forecast 2016

Anhalten werde allerdings der Trend hin zu größeren Bildschirmdiagonalen – so sehr sich mancher von euch in den Kommentaren darüber ärgert. Phablets sollen ihre Marktanteile weiter vergrößern. Auch nimmt die IDC an, dass Android seine Dominanz noch ausbauen könne. Bis 2020 könnten Marktanteile von 85 % erreicht sein. Apple dagegen werde eher bei konstanten Marktanteilen verbleiben, aber von den überdurchschnittlichen Verkaufspreisen und Gewinnmargen auch in den nächsten Jahren zehren können.

idc market share chart 2016

Düster sehe es laut IDC für Microsoft Windows Phone bzw. Windows 10 Mobile aus. Es stehe grundsätzlich in Frage, wie lange das Betriebssystem am Markt überhaupt noch eine ernsthafte Rolle spielen werde.



Über den Autor: André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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11 Kommentare

Fraggle 7. März 2016 um 16:01 Uhr

Das war ja zu erwarten, man muß ja nur mal hochrechnen. Bei knapp 7,5 Mrd Menschen, von denen viele in Armut leben, kommt man so etwa auf 1 Smartphone alle 2 Jahre.
Phablets wären nicht so verkehrt in Kombination mit anderen Geräten zum Telefonieren. Sprich, Phablet in der Tasche, die smarte Uhr am Handgelenk um zu sehen wer anruft und dann aber noch das Bluetootheadset oder ähnlich (vielleicht an der Brille befestigt) im/am Ohr. So eine Kombi wird sicher noch kommen, es muß doch eine neue Kuh durchs Dorf getrieben werden 😉

Savantorian 7. März 2016 um 16:05 Uhr

Der Markt ist mit zuvielen Modellen ÜBERSÄTTIGT.

andy2010 7. März 2016 um 16:21 Uhr

Tja, mein vier Jahre altes Smartphone muss wohl noch länger durchhalten wenn der Trend noch weiter zu Phablets geht.

Ted 7. März 2016 um 17:08 Uhr

Im Großen und Ganzen stimmt der Trend, aber iOS wird viel früher als vorhergesagt stark unterhalb der 10%-Marke landen und dort auch bleiben.

Somit wird die kurzzeitige Anomalie beendet sein und Apple dorthin zurückkehren, wo es schon immer hingehörte: in die Nische.

Kalle 7. März 2016 um 17:58 Uhr

@Ted
Welche Glaskugel benutzt du. Ungefähr dieses Modell? http://photos1.blogger.com/blo.....l_ball.jpg
Ich wollte das schon immer mal testen.

Tarandir 7. März 2016 um 18:37 Uhr

Wir können so glücklich sein, das OpenSource das führende System ist, und sich nicht wieder eine ekel Firma wie Microsoft durchgesetzt hat. Danke Google!

Sibel 7. März 2016 um 19:26 Uhr

Das System, das Offenheit, Individualität und Anpassbarkeit hochhält, mit Abstand am meisten Möglichkeiten bietet und auf Geräten läuft, für die keine Deppensteuer entrichtet werden muss, hat sich also eindrucksvoll durchgesetzt und wird seine Vormachtstellung noch weiter ausbauen.

Die Masse an Konsumenten ist also doch nicht so beschränkt, wie viele Pessimisten immer wieder behaupten.

Kalle 7. März 2016 um 20:17 Uhr

Android und Google Services setzen sich bei der Masse durch weil sie kostenlos sind und nicht weil sie offen sind. Alles was zählt sind die Play Services und die sind Closed Source und proprietär. Wenn ein Hersteller die einsetzt bindet er sich and die OHA und ist vertraglich gebunden keine anderen Android-Forks einzusetzen.

DirtyHarry 7. März 2016 um 22:12 Uhr

Oha, das Wollschaf ist auch wieder unterwegs.

Ich kann mein Android-Smartphone vollkommen ohne PlayStore (mit F-Droid) und mit CustomRom betreiben, außerdem verschiedene Browser-Engines nutzen (und nicht nur eine erzwungene Hülle über den Safari), etc., etc.

Kannst du das mit deinem Fallobst alles auch?

Wolfgang Denda 7. März 2016 um 23:56 Uhr

@DirtyHarry
„Kannst du das mit deinem Fallobst alles auch?“
Wozu soll es das können, wenn einen das nicht interessiert? Ich flash weder meine Androiden mit Custom ROMs, noch frickel ich am Iphone herum, oder Insidere bei WPhone. Es funktionieren trotzdem alle, im Rahmen ihrer Möglichkeiten.

Wenn Du allerdings Technik als Religionsersatz oder Schwanzverlängerung ansiehst, wie manche, will ich dich nicht weiter stören. Selbstverständlich interessiert es keinen Hersteller in erster Linie, dass Android Open Source ist. Sondern man verbaut es, weil die Nutzung lizenzkostenfrei ist. Nur die Linuxtaliban sehen es anders.


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