Smart Home: Elgato Eve ausprobiert

24. November 2015 Kategorie: Hardware, Smart Home, geschrieben von: caschy

Immer mehr Smart Home-Geräte buhlen um die Gunst der Kunden. Früher hatte man da maximal fernbedienbare Steckdosen, die man später noch um diverse Funktionen erweiterte. Dann folgten immer mehr smarte Helferlein, die man auch über Smart Phone und Tablet bedienen konnte. Zig Standards findet man da draußen, die große Kunst der Jetztzeit besteht darin, die ganzen Insellösungen unter einen Hut zu bringen. Ein Hersteller von Smart Home-Lösungen ist Elgato, die einige vielleicht aufgrund ihrer TV-Lösungen im Mobilbereich kennen.

Elgato hat bereits Mitte des Jahres das Heimautomatisierungssytem Eve angekündigt und ich hatte die Möglichkeit, mir das Ganze in unserem Haus anzuschauen. Hierbei musste die Lösung von Elgato den Testlauf namens „Ehefrau“ durchlaufen. Diese ist eben ein Testfaktor bei diesen Lösungen, an ihr beobachte ich immer gerne, wie intuitiv sich Technik einrichten und benutzen lässt.

eve einrichtung

Die Einrichtung geht flott von der Hand. Elgato Eve-Geräte wurden zuverlässig vom iPhone erkannt, die Kopplung erfolgt per Code, der In-App abfotografiert werden kann.

Mein Test-Kit aus Eve-Produkten enthielt verschiedene Produkte:

• Eve Room: Kontrolle von Luftqualität, Temperatur und Luftfeuchtigkeit in Innenräumen, gemessen durch einen Sensor zur Analyse von flüchtigen organischen Verbindungen (VOC).

• Eve Weather: Zugriff auf die lokale Außentemperatur, Luftfeuchtigkeit und Luftdruck.

• Eve Door & Window: Anzeige des aktuellen offen/geschlossen-Status der Türen und Fenster sowie Statistiken zu Zeit und Dauer.

• Eve Energy: Zeigt an, wie viel Energie die Geräte verbrauchen und ermöglicht es, diese durch einfaches Antippen oder mit Hilfe von Siri an- und auszuschalten.

Die Einrichtung gestaltet sich eigentlich super einfach. Geräte mit der Batterie ausstatten, nach App-Installation einen griffigen Namen für euer Zuhause eingeben, per Bluetooth nebst Zahlencode koppeln und schon kann mit der Messung und Nutzung begonnen werden. Das gefällt mir und sollte keinen Anwender scheitern lassen.

eve 1

Die Eve-App ist das Herzstück. Hier findet der Nutzer beispielsweise den Punkt „Alles auf einen Blick“. Hier bekommt er den schnellen Status aller verbundenen Geräte angezeigt. Das kann der Tür-Status sein, aber auch die Temperatur draußen oder in einem überwachten Raum. Auch die einzelnen Verbraucher sind einsehbar.

Wo bei der Einrichtung Probleme auftauchen können: Anscheinend kann es zu Schwierigkeiten kommen, wenn ein iOS-Gerät einmal eine Entwickler- oder öffentliche Betaversion von iOS nutzte. Ich konnte auf meinen Geräten kein Elgato Eve einrichten.  Dies konnte ich aber mit der Brechstange lösen, ich resettete einfach mal meinen Homekit-Kram und meldete mich in iCloud komplett ab und wieder an. Nichts, was der normale Nutzer machen müssen sollte, vielleicht aber die, die viel mit Betas und so zaubern. Sollte man vielleicht im Hinterkopf behalten. Unnötige Einrichtungsfrustration muss ja nicht sein.

eve2

Die Eve-App erlaubt das Anpassen. So können Räume benannt, einzelne Module zur besseren Übersicht umbenannt und mit Grafiken versehen werden. Die einzelnen Module können dahingehend angepasst werden, dass einzelne Datenpunkte nicht angezeigt werden.

Gastnutzung: Die Eve-App erlaubt das Einladen von Gästen via Homekit, diese können dann nach erfolgter Annahme auf die Elemente zugreifen. Praktischerweise ist das in einem Haushalt der Lebenspartner oder eines der Kiddies. Eve benötigt eigentlich keine App für Eingeladene, via Homekit kann man auch über Siri etwaig vorhandene Lampen ein- und ausschalten.

eve szenen

Die Eve-App erlaubt das Einrichten von Szenen. Hat man beispielsweise mehrere Steckdosen im Einsatz, so kann man diese „in Szene setzen“, sodass man alle Geräte beim Verlassen des Hauses schnell ausschalten kann. Das ist durchaus praktisch, da man so mehrere Module auf einmal schalten kann – auch per Spracheingabe. So habe ich beispielsweise einzelne an Eve Energy angeschlossene Lampen in Szenen zusammengefasst, um diese schnell auf einmal schalten zu können. Faustregel: nehmt einfache, nicht zu komplexe Bezeichnungen, dann müsst ihr Siri auch nicht immer alles 2x erzählen.

Die bereits erwähnten Sensoren dürften sicherlich selbsterklärend sein. Ich denke, dass Elgato da im Laufe der nächsten Monate das Portfolio noch erweitert, denn momentan ist es so, dass da eine echte Nische bedient wird. Ich schrieb es schon einmal beim Test der Netatmo-Geschichte: Mich persönlich interessiert es nicht wirklich, was ein Sensor mir über die Außentemperatur, Luftfeuchtigkeit und den Luftdruck erzählt.

eve daten

Die Eve-App zeigt Daten an. Hier hat man nicht nur die Anzeige der aktuellen Daten, man kann das Ganze auch historische betrachten. Benutzer, die Wert auf Luftfeuchte und Temperatur legen, bekommen so einen guten Einblick.

Das sind Informationen, die in meinem Leben einfach keine wirkliche Rolle spielen. Aber ich verstehe halt, dass es Menschen gibt, die die angezeigten Werte für sich nutzen, um vielleicht ihre Hobbyaktivitäten auf diese ausrichten zu können. Und so zeigt der Außensensor eben eine Übersicht über die aktuellen Werte, kann diese aber auch über einen bestimmten Zeitraum darstellen. Etwas nützlicher könnte für viele der Innensensor namens Eve Room sein. Dieser kontrolliert die Luftqualität und kann auch diese in einer aktuellen Ansicht, aber auch in einer Verlaufsansicht darstellen. Wer nicht weiss, wann er das Fenster zu öffnen hat, der weiss es spätestens durch den Sensor.

Elgato Eve Weather

Elgato Eve Weather

Finde ich das persönlich nützlicher als einen Außensensor? Nein. Interessiert mich ebenfalls nicht. Ich kenne die Zustände: „es muss gelüftet werden“, „es ist zu warm“ und „es ist zu kalt“. Meine Frau, aufgrund unseres Sohnes Max des Öfteren mal draußen unterwegs, nutzte die angezeigten Werte für ihre Planung ebenfalls nicht. Hier griff sie zu einer Wetter-App. Die Außen- und Innensensoren arbeiten offensichtlich akkurat, wer Informationen dieser Art benötigt, wird gut visualisiert informiert. Alternativ kann man auch hier flott per Sprache einen Status einfordern.

Etwas mehr Freude bereitete dann Eve Energy. Interessante Steckdose, die so nicht nur mobil schaltbar ist, sondern auch Informationen über den Verbraucher preisgibt. Keine neue Erfindung, es gibt Anbieter, die solche Lösungen ebenfalls im Portfolio haben.

Hier können Nutzer beispielsweise eine Lampe anschließen und diese so smart steuern. Hierfür muss man dann nicht zwingend die App nutzen, denn Apples Sprachassistent Siri arbeitet mit HomeKit zusammen und lässt so die Schaltung via Sprache zu. Spricht meine Frau den Satz „Wintergarten Lampe an“, dann schaltet sich die Lampe ein – und ja, das Ausschalten ist ebenfalls möglich. Ihr könnt die Lampen auch umbenennen um Sprachbefehle zu verkürzen oder ihr könnt auch komplette Bereiche in der App definieren und so beispielsweise drei Steckdosen im Untergeschoss ausschalten – auch per Sprache.

Elgato Eve Room

Elgato Eve Room

Das funktioniert übrigens nicht nur bei der Steckdose, sondern auch bei den Kontakten für eine Tür. Hier kann man Siri nach dem Zustand einer Tür fragen und Siri gibt daraufhin den Status (offen / geschlossen) einer Tür wieder. Nachteilig bei der Nutzung des Sensors für die Tür: Ich kann – wie beim Wetter auch – einen Verlauf sehen, bekomme aber auf Wunsch keine Nachricht, wenn die Tür geöffnet oder geschlossen wird. Das wäre mein Wunsch für die Zukunft, denn so kann man das System auch zur Überwachung von Räumen nutzen.

Begründet ist dies mit den derzeitigen Beschränkungen des Homekit-Systems. Man hat hier zwar keine externe Cloud bei einem zusätzlichen Anbieter, dafür haben aber Entwickler derzeit keine Möglichkeit, extern eine Status-Abfrage über Push auf das Gerät des Endanwenders zu pushen. Was aus Sicherheitsgründen natürlich toll ist, ist aus Komfortgründen schade. Ein Tür-Sensor sollte mir im besten Falle extern einen Alarm geben, wenn ich das wünsche – dies ist momentan nicht mit Eve oder anderen Homekit-Geräten möglich. Wer auf Lösungen wie Devolo setzt, der bekommt zwar Push-Benachrichtigungen auf Wunsch, muss aber damit leben, dass das ganze System extern beim Anbieter liegt und über ein Web-Interface aufrufbar ist – Stichwort Sicherheit einer fremden Cloud.

Elgato Eve Energy

Elgato Eve Energy

Doch zurück zu Eve: Nutzer, die das Portfolio von Eve-Produkten nutzen, werden vielleicht das Anlegen von Szenen schätzen. Hat man beispielsweise mehrere Steckdosen mit angeschlossenen Lampen im Einsatz, so kann man sich Szenen anlegen, sodass alle Lampen beim Betreten der Wohnung eingeschaltet werden – oder man schaltet die angeschlossenen Geräte beim Verlassen des Hauses aus.

Positiv zu erwähnen: Durch Bluetooth-Verbindung wird keine Bridge benötigt, das Einrichten geht schnell von der Hand. Die gesammelten Daten sind zentral abrufbar und zeigen auch einen längeren Zeitraum. Die Verarbeitungsqualität der Hardware ist gut.

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Negativ: Bluetooth sorgt dafür, dass die Geräte nicht allzu weit vom Befehlsgeber entfernt sein dürfen.Bin ich also außer Reichweite – was in meinem Haus definitiv passieren kann, dann kann ich eventuell keine Befehle ausführen oder einen aktuellen Status abfragen. Smart Home-Geräte dieser Art sind eine schicke Sache – und ich freue ich wirklich über kommenden Lösungen von Elgato, die das Portfolio erweitern und das Ganze zu einer umfassenden Haus-Lösung ohne viel Frickelei machen.

Eine Art Fazit ist schwer zu geben, kommt es doch zum jetzigen Zeitpunkt auch auf bauliche Begebenheiten an. Nutzer mit größeren Häusern könnten in eine Frustrationsfalle tappen. Die Eve-Geräte kommunizieren halt nicht untereinander. Heißt: Sind zwei Lampen mit zwei Eve Energy verbunden und du befindest dich nur in Reichweite der Lampe 1 via Bluetooth, dann wird auch nur Lampe 1 geschaltet. Dies passiert auch in Szenen, grundsätzlich sind nur per Bluetooth erreichbare Geräte steuerbar. Hier hoffe ich, dass es Lösungen in Form von Bridges gibt, die dafür sorgen, dass die Geräte überall angesprochen werden können.

Eve Room bei Amazon (um 69 Euro)

Eve Weather bei Amazon (um 45 Euro)

Eve Door & Window bei Amazon (um 40 Euro)

Eve Energy bei Amazon (derzeit nicht verfügbar)


 

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