SlideWriter: Sinnvolle Schreib-App fürs iPad, die zu Unrecht abgestraft wird

6. Juli 2012 Kategorie: Apple, iOS, Spass muss sein, geschrieben von: Karsten Werner

Ab und an schaffen es auch mal Apps in den Apple Store, die zwar ein bisschen am ehernen Bedienkonzept rütteln, die  Apple aber dann doch zulässt, weil sie die  Bedienung  tatsächlich erleichtern. Die Mini-Textverarbeitung SlideWriter ist so eine. Aber statt dass sich die Leute darüber freuen, beschweren sich die Käufer auch noch und bewerten das Tool so überzogen negativ, dass es im App-Store zwangsläufig untergeht. Weil sie gar nicht verstehen, dass ihnen hier etwas Gutes getan wird.

Es wird immer genörgelt, dass das iPad eine geschlossene Kiste sei, und dass man damit ja gar nicht richtig arbeiten könne. Stimmt ja auch: Schreiben ist schwierig, weil sich die Funktionen des Keyboards nicht erweitern lassen, und wer einmal mit der Lupenfunktion versucht hat einen Text zu korrigieren, den überkommt der unbändige Drang, sich ein externes Keyboard für das Apple-Tablet zu bestellen. Sofort.

Schaut man sich den Preis der originalen Apple-Tatstatur an, dann könnte man hinter diesem frickeligen Bedien-Konzept (beim Tippen) des Tablets  fast eine  Absicht vermuten: Um der Lupe zu entkommen, ist der bemühte Schreiber schnell bereit, einen hohen Preis zu bezahlen.

Muss er aber nicht. Diese Mini-Textverarbeitung  kostet wenig und löst eines der nervigsten Probleme des iPads sehr elegant: Mithilfe eines schmalen Balkens über der Tastatur, der durch einen Fingerwisch sichtbar wird, „slided“ man über seinen Text, markiert, kopiert und fügt ein. Fertig. Keine Lupe, kein langes Drücken, keine Arbeit im Text selbst. Lässt sich alles mit Fingerbewegungen auf der virtuellen Leiste  erledigen. Die Lupenfunktion bleibt davon übrigens unberührt. Wer zwischendurch mal einen einzelnen Buchstaben irgendwo im Text löschen will, kann das weiterhin tun. Eigentlich erklärt sich die Anwendung von selbst.

Die Entwickler in der Falle: „Huch! Das geht ja nur in der App!“

Der dazugehörige Hintergrund jedoch leider nicht: Trotz einer erheblichen Verbesserung der Usability beim Schreiben, meckern die Käufer. Tenor: „Was nutzt es mir, wenn man das nur in der App nutzen kann?“ und „bedanken“ sich mit nur einem Stern. Faszinierend: Da werden also die Vorteile klar erkannt und sich dann darüber geärgert, dass das ja nur in der App selbst geht.

Die Entwickler haben sich hier also in gewisser Weise selbst ein Bein gestellt, ohne aber etwas dafür zu können: Wer nicht weiß, dass das eine In-App-Funktion ist, und dass das ohne Jailbreak auch nur eine solche sein kann (und wie sollten Laien das wissen? Für die ist das ja nur „Die Tastatur“ und die sieht ja in allen anderen Anwendungen genauso aus…), der ist gleich enttäuscht, dass er das Feature nicht auch noch in anderen Applikationen nutzen kann. Und sauer. Offensichtlich. Schade.

Das kleine Tool gefällt mir aber so gut, dass es im App-Store eigentlich in den Charts stehen sollte, und nicht –wegen falscher Anwender-Vorstellungen vom Apple-Kosmos– einfach sang- und klang los im Überangebot untergehen sollte. Deshalb hole ich es hier nochmal hervor.

Wer auf dem iPad mal das Schreiben ausprobieren will, oder bisher immer abgenervt aufgegeben hat, macht hiermit nichts verkehrt. Wer ein  jailbroken iPad nutzt, kann sich den Kauf natürlich schenken, da sich die SlideWriter-Entwickler den –via Cydia -Store kostenlos erhältlichen– Tweak SwipeSelection als Vorlage genommen haben. Gleiches Prinzip, ein paar Features mehr und funktioniert natürlich in allen Anwendungen. Das versteht sich ja wohl von selbst. ;-)


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Über den Autor: Karsten Werner

Dozent, Blogger, Serienjunkie und Thinkpad-Fan. Ich mag die Einfachheit von iOS und die Offenheit von Android gleichermaßen. Schreibe auch für netzwertig, etailment & t3n.

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