Sicherheitsreport der Deutschen Telekom bescheinigt Deutschland Angst vorm „Cyber-Terror“

17. Oktober 2016 Kategorie: Backup & Security, Internet, geschrieben von: André Westphal

artikel_telekomLaut einer Studie im Auftrag der Deutschen Telekom halten zwei Drittel der deutschen Bevölkerung die Gefahr für groß bzw. sehr groß, dass staatliche Stellen und kritische Infrastrukturen in Deutschland über das Internet angegriffen werden könnten. Als Angst vorm „Cyber-Terror“ bezeichnet die Deutsche Telekom jenes dann selbst. Seit der ersten Befragung zum Thema aus dem Jahr 2011 waren die Befragten laut Deutscher Telekom noch nie so besorgt um die Sicherheit wie heute. Auf dem Risikioindex, welcher die Stimmungslage abbilden soll, ist ein Anstieg von 474 (2015) auf 491 Punkte zu beobachten. Bisher lag jener Wert im Jahr 2013 mit 489 Punkten am höchsten. Durchgeführt wurde die Umfrage vom Institut für Demoskopie Allensbach und dem Centrum für Strategie und Höhere Führung.

Interessant ist auch, dass laut der Studie die Angriffswahrscheinlichkeit auf das eigene Smartphone unterschätzt wird: 66 % der Bevölkerung besitzen zwar ein Smartphone, aber nur ein Drittel der Befragten hält es für wahrscheinlich, dass ihr Gerät angegriffen wird.Wenigstens kann man behaupten, dass das Gros der Befragten auf die einfachsten Tricks nicht hereinfällt: 83 % öffnen keine Dateianhänge unbekannter Absender und 77 % laden auch keine Daten aus verdächtig erscheinenden Quellen.

Fast jeder Dritte installiert zudem regelmäßig Updates seines Betriebssystems. Hier dürfte es aber nicht nur von den Befragten selbst abhängen, ob Updates den Weg aufs Smartphone nehmen. Schließlich müssen die Hersteller auch erstmal überhaupt Updates anbieten, was ja leider so eine Sache ist.

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Eine gewisse Kluft, öffnet sich bei der E-Mail-Nutzung: Zwar halten zwei Drittel der Befragten die Verschlüsselung privater E-Mails für wichtig, nur ein Drittel verschlüsselt die Nachrichten dann aber auch wirklich. Die Ursache für den Verzicht ist dabei eindeutig – Bequemlichkeit. Ähnlich zwiespältig verfahren die User mit der Cloud: Jeder Dritte speichert zwar Daten in der Cloud, über die Hälfte der Befragten gibt aber dennoch an Cloud-Dienste für unsicher zu halten.

Auch hier dürfte somit die Bequemlichkeit ein Faktor sein, der dann dennoch zur Nutzung führt. Die drei meistgenutzten Cloud-Dienste sind laut der Umfrage Dropbox, Apple und Google. Das ist erneut ein wenig ambivalent zu sehen, denn gleichzeitig sagen die Befragten aus, dass sie Cloud-Anbietern aus Deutschland mehr Vertrauen schenken, als den US-Unternehmen. Erneut spiegelt sich das aber eben nicht in der Nutzung wider.

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Die Deutsche Telekom steht dabei in der Studie als das Unternehmen aus der Kommunikations- und Internet-Branche dar, das im Umgang mit persönlichen Daten am meisten Vertrauen genießt. 47 % halten die Deutsche Telekom für vertrauenswürdig. Wie gesagt, ist hier aber zu bedenken, dass die Deutsche Telekom die Studie selbst in Auftrag gegeben hat und ohne klare Einsicht in die Methoden schwer zu sagen ist, inwiefern das eventuell einen Einfluss gehabt haben könnte.

Für den Sicherheitsreport „Bevölkerung“ befragte das Institut für Demoskopie Allensbach von Anfang bis Mitte August in 1.500 Interviews einen Querschnitt der Bevölkerung ab 16 Jahren. Ein zweiter Report zu den „Entscheidern“ soll ebenfalls noch folgen. In jenem soll das Sicherheitsempfinden von Führungskräften und Politikern Thema sein. Den Sicherheitsreport „Bevölkerung“ könnt ihr bei Interesse auch hier als PDF herunterladen.



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Über den Autor: André Westphal

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