Sicherer E-Mail-Anbieter Lavabit schließt

9. August 2013 Kategorie: Backup & Security, Internet, geschrieben von: caschy

“I have been forced to make a difficult decision: to become complicit in crimes against the American people or walk away from nearly ten years of hard work by shutting down Lavabit.” Da sag doch noch jemand, dass es keine Menschen mehr gibt, die über ein Rückgrat verfügen. Lavabit war ein Anbieter eines E-Mail-Dienstes mit circa 350.000 Benutzern.

nsa

Ein Dienst, der die Privatsphäre seiner Benutzer respektierte, auf dessen Agenda die Sicherheit ganz oben stand. Whistleblower Edward Snowden nutzte angeblich auch diesen Dienst. Wohl auch ein Grund, warum der Dienst Anfragen von US-Behörden bekam. Und so liest sich der Text über die Schließung wie eine Entscheidung – aufrecht bleiben oder die eigenen Benutzer durch Behörden bespitzeln lassen. Ladar Levison ist der Gründer von Lavabit, der die oben zu lesenden Zeilen schrieb. Ich verneige mich und hoffe, dass dieser Schlag Mensch nicht ausstirbt.

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Quelle: reddit |
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22 Kommentare

JD 9. August 2013 um 17:51 Uhr

Kennt hier jemand eine Alternative zu lavabit?

blabbblu 9. August 2013 um 17:51 Uhr

verneigt hätte ich mich, wenn er den dienst in ein land (wahlweise plus andere person im land) übertragen hätte, in der die USA selbiger nix anhaben kann…

Konstantin 9. August 2013 um 17:54 Uhr

@JD – GPG – google mal danach…

Konstantin 9. August 2013 um 17:55 Uhr

bzw. PGP für Mails — GPG ist etwas zu allgemein gefasst – sry…

tass 9. August 2013 um 18:07 Uhr

neeeeeeeein. hab ich genutzt :-(

heutger 9. August 2013 um 18:23 Uhr

http://www.myregify.de ist zwar nicht kostenlos, erlaubt aber Ende-zu-Ende-verschlüsselte E-Mails und das mit der bestehenden Adresse, also mit dem bestehenden Provider, welch immer das sein möchte. Das Clearing/die Abwicklung erfolgt über Luxemburg, jedoch nur der Abgleich der Hashs, die Nachricht selbst wird einzig über die Mailanbieter übertragen.

Einfacher als PGP/GPG und S/MIME, sicherer als De-Mail (kein Ende-zu-Ende).

Tichi (@monkeyous) 9. August 2013 um 18:45 Uhr

Ich bin ja immer vorsichtig mit den ganzen Skandalmeldungen. Da wird viel hochgekocht, aufgeschäumt und übertrieben. Aber SO eine Aktion, lässt ganz klar die Motivation dahinter erkennen. “I would _strongly_ recommend against anyone trusting their private data to a company with physical ties to the United States.” so langsam fange ich an mir wirklich Sorgen zu machen, was die da drüben eigentlich treiben.

freewilly3.0 9. August 2013 um 21:11 Uhr

@Tichi schön langsam?!!

Nick 9. August 2013 um 21:38 Uhr

@JD Posteo.de ;)

Passi 9. August 2013 um 21:38 Uhr

Und was mache ich jetzt um meine Lavabit Emails zurückzukriegen? Habe 2 Konten dort seit Jahren. Ich hätte mir gewünscht, sie hätten einen Export angeboten. :-(

Togijak 9. August 2013 um 22:16 Uhr

Ein Grund betroffen zu sein wenn staatliche Einschüchterung zum Verlust der Freiheit führt. Bleibt abzuwarten wann deutsche Dienste anfangen vergleichbar zu handeln. Auf jeden Fall sind Vorfälle wie dieser ein Grund wenn irgend möglich an der Demo “Freiheit statt Angst” http://blog.freiheitstattangst.de/ teilzunehmen.

Mike 10. August 2013 um 00:16 Uhr

@blabbblu
Da der Betreiber wohl in den USA wohnt (und wohl nicht nach Russland auswandern möchte), hätte ihn Deine Idee wahrscheinlich direkt in den Knast/nach Guantanamo gebracht….
Denn das ist ja – wie Togijak schon erkannt hat – das Problem bei der Sache; es wird solange jeder eingeschüchtert (oder direkt angegangen), bis alle mitmachen und keiner mehr den Mund aufmacht. (und dann heißt es vielleicht noch “seht ihr, sind doch alle einverstanden, also ist das schon richtig, was wir machen”)

Xenios Zeus (@xenzeu) 10. August 2013 um 01:21 Uhr

Wer nicht spurt, wird in den USA einfach unter Terrorverdacht gestellt.
Was das bedeutet, kann man hier nachlesen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Krieg_gegen_den_Terror
Bei Serien wie NCIS, CSI, Spooks und andere schüttelte man öfters mit dem Kopf, wenn schnelle Zugriffe auf Standorte von Verdächtigen ohne Gerichtsbeschluss usw. durchgeführt wurden. Man hat in der Regel geglaubt, dass wären die dramaturgischen Freiheiten der Regisseure, um eine 45-Minuten-Serie spannend, aber nicht mit zu vielen Details zu füllen. Jetzt weiß man, dass Regisseure wie Bellisario oder Bruckheimer gar keine Serien, sondern scheinbar reine Dokumentationen im Serienformat abgeliefert haben.
Dialog in einer der Serien: “Wir werden jetzt sofort das Haus durchsuchen. Wir haben keinen richterlichen Beschluss. Der Verdächtigte steht unter Terrorverdacht. Seit wann? Eben gerade. Grund? Na, Terrorverdacht ist der Grund…”
In diesem rechtsfreien Raum “USA” ist die Schließung des Dienstes Lavabit nur ein logischer Schritt, wenn man nicht als Terrorverdächtiger oder jetzt wie Google, MS u. a. als Arschlöcher der Welt und NSA-Flittchen gelten will.

Rupa 10. August 2013 um 01:54 Uhr

Warum macht der Staat denn diese Überwachung. Na, wenn wir dann doch mal widerständig werden, dann will er eben schon genau wissen, wenn er zuerst unschädlich machen muss. Die ihre Mail verschlüsseln, werden oben anstehen.

Unschädlich machen, das heißt nicht gleich töten! Man verliert plötzlich seinen Job und kriegt keinen neuen. Job-Center, Vermieter und Bank werden ruppig. Was auch immer, das Leben wird so schwierig werden, daß man einfach für was anderes keine Zeit mehr hat. und wenn doch, dann werden doch die Maßnahmen härter.

Die sammeln die Daten doch nicht zum Spaß! Die Zeiten werden härter!

Waldhypfer 10. August 2013 um 15:38 Uhr

@JD
@Nick

Posteo lagert deine Mails nicht verschlüsselt, kein deutscher Anbieter tut das meines Wissens nach. Die sind ja auch gesetzlich dazu verpflichtet, auf Anfrage Daten herauszugeben, wenn sie sie selbst nicht entschlüsseln können (wie lavabit), dann können sie dieser gesetzlichen Verpflichtung nicht nachkommen.

Fixxmail finde ich ominös.

Im Moment erscheint mir MyKolab halbwegs sinnvoll (basierend auf Kolab-Standards (siehe Wikipedia)) und mit den Servern in der Schweiz. Aber ich bin als ex-lavabitter auch noch auf der Suche

Peter 10. August 2013 um 15:50 Uhr

@Waldhypfer

Richtig, momentan trifft das auch auf Posteo zu. Kalender und Adressbuch kann man mit seinem eigenen Passwort verschlüsseln, so dass kein Dritter (auch nicht Posteo selbst) die Daten einsehen kann. Ich habe deswegen den Support mal angeschrieben und nachgefragt wie das denn bei Emails sei.
Als Antwort erhielt ich, dass sie derzeit daran arbeiten auch diese Verschlüsselung für die Postfächer entsprechend zu implementieren, so dass kein Dritter mehr Zugriff darauf hat.

Nachteil ist natürlich, dass wenn man sein Passwort verliert (das für die Verschlüsselung verwendet wird), niemals mehr irgendwie Zugriff auf das Postfach hat. ;-)

Waldhypfer 10. August 2013 um 16:51 Uhr

Ja, so ist das wohl. Aber wem erzählst du das *nostalgisch auf die lavabit-konten im thunderbird schau*

markusklees 11. August 2013 um 09:17 Uhr

@caschy Kannst du alternative posten? Wäre doch sicher einen Beitrag wert.

Chris 12. August 2013 um 11:50 Uhr

hatte auch einen Lavabit Acc für die sagen wir mal grauen Zonen des WWW.
Zugegeben war ich da jetzt weniger aktiv aber eine E-Mail Adresse sollte die Basis legen.
Irgendwelche Alternativen? Sollte kostenlos sein und auch sonst lavabit sehr ähnlich.

Danke!


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