ShareX: Screenshot-Tool ganz unbedarft ausprobiert

6. Oktober 2015 Kategorie: Software & Co, Windows, geschrieben von: André Westphal

ShareX_LogoShareX ist ein Screenshot-Werkzeug, das mittlerweile in der neuen Version 10.3.0 zur Verfügung steht. Ohne große Vorerfahrungen habe ich mir das Programm unter Windows 10 einfach mal angeschaut. Allerdings musste ich mir nach der Installation und vor der eigentlichen Nutzung direkt das Multimedia-Framework FFmpeg herunterladen. Nachdem ich zudem beim Anfertigen meines ersten Screenshots mit einer „netten“ und ellenlangen Fehlermeldung begrüßt wurde, lief jedoch alles reibungslos.

Zur Hintergrundinfo: Ich bin kein großer Screenshot-Mensch und benutze normalerweise die Windows-Standardfunktion. Für meine einfachen Zwecke reicht das in der Regel auch. Als Feuertaufe hat mir Caschy allerdings einen kleinen Kurztest von ShareX nahegelegt. Der Junge macht vermutlich an einem Tag mit seinem Sammelsurium vorgestellter Apps mehr Screenshots als ich in einem Jahr.

fehler
Joa, obige Fehlermeldung ist dann wohl meine Strafe dafür, dass ich mich mit Screenshot-Apps bisher abseits dieses Blogs wenig auseinandergesetzt habe. Insofern war ich allerdings im ersten Augenblick etwas ernüchtert. FFmpeg war übrigens zu jenem Zeitpunkt installiert – bevor mir nachher unterstellt wird, ich hätte jene Lösung nicht aufgespielt. Ich bin da generell übrigens wie jeder andere ein ungeduldiger Nutzer: Wenn mein erster Kontakt mit einem Programm direkt nach der Installation eine Fehlermeldung verursacht, tendiere ich dazu schnell zur Deinstallation zu schreiten.

Doch das wäre im Falle von ShareX wirklich zu vorschnell. Zumal ich beruhigen kann: Beim Ausprobieren habe ich nach obiger Fehlzündung keinerlei Probleme mehr gehabt. Das Austesten hat sich durchaus gelohnt: Denn beispielsweise ist ShareX direkt mit etlichen Cloud- und Foto-Plattformen wie Dropbox, Google Drive, Flickr, etc. vernetzt – insofern man bei den jeweiligen Anbietern Konten besitzt. Andernfalls lädt ShareX in der Standardeinstellung Shots anonym bei Imgur hoch. Das automatische Uploaden von Screenies kann man nach der Installation An- oder Ausschalten – eine entsprechende Warnung erscheint automatisch.

widescreen cross

Wer möchte schaltet dabei beim Screenshot-Anfertigen eine Lupe hinzu. Über ein optionales Widescreen-Fadenkreuz und zuschaltbare Koordinaten lässt sich die genaue Bildschirmposition anzeigen. Auch voreingestellte oder selbst angepasste Hotkeys sind mit von der Partie. Jene lassen sich auch abschalten bzw. neu setzen. Man kann, wie bei anderen Tools auch, einstellen, welche Bildbereiche man ablichten möchte und unterschiedliche Formen wählen. Wem etwa ein Rechteck zu langweilig ist, der fertigt seine Screenshots halt als Elipsen an.

uploader sharexDie Menüs sind anfangs etwas erschlagend und verbergen etliche Unterbereiche, bei denen man einrichten kann, das etwa automatisch Wasserzeichen hinzugefügt werden, Thumbnails erstellt werden oder Twitter, Facebook und andere soziale Netzwerke als „Teiler“ eingerichtet werden. Hier kann man im Grunde Stunden damit verbringen sich automatische Abläufe einzurichten, die direkt nach dem Anfertigen eines Screenshots greifen. ShareX kann auf diese Weise beispielsweise einen Screenhot anfertigen, ein Wasserzeichen hinzufügen und das Bild direkt bei Imgur hochladen bzw. über Twitter teilen. Es spart in so einem Fall dem Anwender eine Menge Arbeit. Kürzen kann man die URLs der Bilder auch direkt über auswählbare Dienste wie etwa Tinyurl.

andré westphalAuf obigem Bild sieht man die Optionen für ein Wasserzeichen. Gegenüber der Windows-Standardfunktion sind natürlich einige Vorteile noch naheliegender: Man kann automatisch nur Teile eines Fensters aufnehmen, rasch Notizen hinzufügen und freilich mehrere Screenshots nacheinander aufnehmen und abspeichern ohne zwischendurch ein Bildbearbeitungsprogramm zu öffnen.

ShareX verfügt auch über einen Screenrecorder: Man markiert einen ausgewählten Bildbereich und nimmt dort quasi ein Video auf – das kann man als animiertes GIF speichern oder als Videodatei. Allerdings fand ich persönlich die Bedienung sehr fummelig.

shot menüFür mich als Laien im Bereich der Screenshot-Tools fallen in ShareX vor allem die schier endlosen Anpassungsoptionen auf. Kurze Vergleiche mit anderen Werkzeugen, zu denen mich dann doch die Neugierde getrieben hat, haben für mich unterstrichen, dass ShareX hier ziemlich weit vorne spielt. Das ist klasse für Profis, die quasi ihren gesamten Ablauf vom Aufnehmen über das Bearbeiten (Wasserzeichen) bis hin zum Upload automatisieren können. Für Neulinge wirkt dieses Repertoire an Möglichkeiten aber regelrecht erschlagend. Wer etwa schlichtweg mehrere Screenshots nacheinander aufnehmen möchte oder wem es nur darum geht bestimmte Bildbereiche abzulichten, der findet bestimmt simplere Programme.

ShareX ist übrigens kostenlos und Open Source-Software. Somit kann man sich bei Interesse auch den Quellcode herunterladen und durchstöbern. Wer nochmal die wichtigsten Kernfunktionen und Eckdaten auf einen Blick haben möchte, kann sich auch folgendes Video ansehen:

Mein Fazit zu ShareX: Für mich war der Einstieg ziemlich hart, allerdings sehe ich im Funktionsumfang langfristig ziemlich viele Vorteile, da die Individualisierbarkeit mich beeindruckt hat. Ich werde ShareX deswegen erstmal auf meinem Ultrabook behalten und z. B. weiter für Screenshots und Sicherungen von Bildern bei Dropbox benutzen.



Werbung: Drohne, GoPro & Oculus Rift: Instaffo.com verlost coole Gadgets Zur Infoseite.

Über den Autor: André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

André hat bereits 1237 Artikel geschrieben.