Selbstbestimmung ab der Dose: Bundestag schafft Routerzwang ab

6. November 2015 Kategorie: Hardware, Internet, geschrieben von:

artikel_routerDer deutsche Bundestag hat einmal im Sinne der Bürger, beziehungsweise der Internetnutzer abgestimmt. Erlebt man nicht allzu oft, daher umso erfreulicher. Es geht um den Routerzwang, kein neues Thema, bereits seit 2013 beschäftigt sich die Bundesnetzagentur damit. Der Gesetzgeber legt nicht eindeutig fest, ab welchem Punkt das Netz nicht mehr dem Netzbetreiber gehört. Schlau wie die Netzbetreiber sind, immerhin geht es hier auch um generierbare Einnahmen, legten diese fest, dass der Router Bestandteil des Netzes ist. Ärgerlich für den Kunden, landet er bei einem Anbieter, der nur den eigenen Router ermöglicht, hat er keine große Wahl.

Der Routerzwang führte sogar dazu, dass Provider nicht einmal mehr Zugangsdaten herausgaben, oder für eigentlich selbstverständliche Dinge wie WLAN-Nutzung extra zur Kasse baten. Caschy berichtete 2013 schon einmal ausführlich darüber. Der Bundestag hat nun beschlossen, dass die Anschlussdose an der Wand den sogenannten Netzabschlusspunkt bildet und somit der Nutzer die alleinige Entscheidungsgewalt über die Verwendung von Hardware hat.

Heißt praktisch, dass Netzbetreiber, egal ob sie Internet über DSL, Glasfaser oder Kabel anbieten, dem Kunden keine Hardware mehr vorschreiben können. Der Router ist nicht mehr Bestandteil des Netzes, folglich müssen die Anbieter auch die benötigten Zugangsdaten herausrücken. Das ist nicht nur gut für Nutzer, der sich so die Hardware anschaffen kann, die er nutzen möchte, sondern dient auch der Sicherheit. Immer wieder kommt es vor, dass in Routern Lücken entdeckt werden, die dann nicht zeitnah auf den – meist mit einer extra Firmware versehenen – Routern gepatcht werden.

Mit diesem Beschluss ist das neue Gesetz bereits durch, das Inkrafttreten kann allerdings vom Bundesrat noch verzögert werden. Denn die Abschaffung des Routerzwangs hat nicht nur Fürsprecher. Logischerweise sehen mehrere Kabelnetzbetreiber die Sache ganz anders. Dass diese kein Interesse an der Abschaffung dieser Zusatzeinnahmequelle haben, dürfte für jeden verständlich sein. Umso mehr freut es einen, dass sie nun erst einmal nichts mehr dagegen unternehmen können.

(Quelle: Bundestag, Spiegel

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Über den Autor:

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