Schlag gegen Cross-Device-Tracking: SilverPush ist laut Avira Malware

24. November 2015 Kategorie: Backup & Security, Internet, Software & Co, geschrieben von: André Westphal

avira logoErst kürzlich habe ich einen Artikel über Cross-Device-Tracking geschrieben, der in den Kommentaren für reichlich Zündstoff gesorgt hat. Einige von euch hegten (verständliche)  Zweifel an den erwähnten Methoden. Leider ist es die Wahrheit, dass Töne im Ultraschallbereich in der Praxis zum Einsatz kommen, um Tracking und Werbung auf mehreren Geräten miteinander zu vernetzen. Ein Beweis ist, dass Avira die entsprechende Trackingsoftware „SilverPush“ nun offiziell als Malware einstuft. In einem Blogbeitrag schlüsseln die Sicherheitsexperten die Funktionen von SilverPush nochmals auf und begründen ihre Entscheidung für die Blockierung.

 

Geräte mit Aviras Sicherheitssoftware sollen nun vor SilverPush geschützt sein: Der Virenscanner erkennt die Software als Malware. Bestehende Installationen können isoliert bzw. entfernt werden. Droht der Download bzw. eine neue Installation von Silverpush, warnt Aviras Software davor und blockiert den Vorgang.

SilverPush ermögliche es „Werbetreibenden ein Tonsignal im Ultraschallbereich in Fernsehwerbung (oder Werbung, die auf einem PC läuft) einzubauen“, so Avira. Jene Audiosignale hören Menschen zwar nicht, doch die Hardware bzw. die Software kann die Töne verarbeiten. Dadurch kann am Smartphone beispielsweise eine App erkennen, was der jeweilige Nutzer gerade im Fernsehen für Werbung konsumiert und im nächsten Schritt die Anzeigen am mobilen Endgerät anpassen. Es wird durch das versteckte Signal sogar übermittelt auf welchem Sender die Werbung lief.

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Schickt das Smartphone selbst entsprechende Signale weiter, treibt SilverPush es noch bunter: Laut Avira werden dann auch „die exakte ID des Geräts, seine MAC-Adresse, Details über das Betriebssystem des Geräts und – unglaublich aber wahr – die Telefonnummer des Anwenders weitergegeben“. Was für Werbemacher ein feuchter Traum ist, ist für Nutzer ein starkes Stück. Auf diese Weise wird nämlich das Nutzerverhalten wunderbar geräteübergreifend ausgewertet und erhobene Daten können miteinander vernetzt werden.

Avira sieht sich gezwungen SilverPush als Trojaner einzustufen, da die Anwender von der Technologie in der Regel nicht einmal etwas ahnen. Dass zudem Daten wie die individuelle Telefonnummer plus die IMEI- und MAC-Adresse eines Geräts über SilverPush weitergetratscht werden, gibt sicher nicht nur Avira zu denken.

Entsprechend lässt sich diese Story abschließen mit: Auch wenn etwas auf den ersten Blick unglaublich klingt, ist leider manchmal doch etwas Wahres dran. Leider gilt dies auch für SilverPush im Speziellen sowie Cross-Device-Tracking im Allgemeinen.


Über den Autor: André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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