Samsung und Amazon wollen Dolby Vision mit HDR10+ Paroli bieten

20. April 2017 Kategorie: Hardware, Streaming, geschrieben von: André Westphal

Samsung und Amazon wollen in Zukunft gemeinsam HDR10+ verwenden, was die Anfang Januar angekündigten, dynamischen Metadaten in den offenen Standard einbezieht. Ursprünglich wurde diese Technik damals unter der Bezeichnung Dynamic HDR in Verbindung mit HDMI 2.1 vom HDMI-Forum angekündigt. Samsung will dynamische Metadaten aber offenbar auch ohne HDMI 2.1 integrieren und wirbt auch für das neue, dynamische Tone Mapping, das für noch bessere Kontraste sorgen soll.

HDR10+ ist ein offener Standard, der ähnliche Vorzüge wie Dolby Vision bieten wird: Dank des Einsatzes dynamischer Metadaten können Helligkeit und Kontrast jeweils für einzelne Szenen angepasst werden, statt einmal pro Film eine Vorgabe zu setzen. Letzteres ist bei den bisherigen, statischen Metadaten von HDR10 der Fall. Dynamische Metadaten sind wesentlich besser dafür geeignet, abwechslungsreichem Quellmaterial gerecht zu werden.

Stellt euch das ganze so vor: Bei statischen Metadaten werden quasi einmal Parameter vergeben, die für den ganzen Film passen sollen. Das ist in der Praxis immer ein Kompromiss, denn im Grunde müssten Helligkeit und Kontrast anders abgestimmt werden, wenn eine Szene beispielsweise in einem von Licht durchfluteten Bürogebäude spielt und eine andere eine dunkle Höhle zeigt. Genau da setzen dynamische Metadaten an, welche eben jene Anpassung freischalten. Theoretisch kann sogar für jedes einzelne Bild eine Anpassung erfolgen.

Welche Geräte erhalten denn nun ein Update auf HDR10+? Laut Samsung sind das zunächst alle 2017 erschienenen QLED. In der zweiten Jahreshälfte sollen auch die SUHD-TVs aus dem Jahr 2016 HDR10+ über ein Firmware-Update unterstützen. Klar, Samsungs Vergleichsbilder sind natürlich stark übertrieben, aber der Effekt sollte in der Praxis, wenn das Material entsprechend abgestimmt ist, durchaus erheblich sein.

Als erster Anbieter will wiederum Amazon mit Amazon Video HDR10+ einbinden. Einen genauen Zeitpunkt dafür nennt man aber noch nicht. Stattdessen spricht man vage von der internationalen Ausrollung im Verlauf des Jahres 2017.

Auf der CES 2017 zeigte sich Samsung gegenüber Dolby Vision weiterhin stark abgeneigt und nun wird eben auch immer klarer warum. Tatsache bleibt aber auch: Um HDR10+ in der Praxis zu einem Mehrwert zu machen, muss der passende Content her. Bisherige Ultra HD Blu-ray etwa arbeiten mit statischen Metadaten. Wer also HDR10+ nutzen will, wird vorerst auf ausgewählten Streaming-Content von Amazon Prime Video beschränkt sein.


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Über den Autor: André Westphal

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