Samsung Gear Fit Testbericht

14. April 2014 Kategorie: Android, Wearables, geschrieben von:

Die Samsung Gear Fit war einer der heimlichen Stars auf dem Mobile World Congress in Barcelona. Ein Fitness-Armband mit einem Hauch Smartwatch, verbaut in einem leichten Gehäuse, umrahmt von einem wunderbar geschwungenen, leuchtstarken Super AMOLED-Display. Seit ein paar Tagen trage ich die Samsung Gear Fit und die ersten Eindrücke möchte ich einfach mal niederschreiben.

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Die Samsung Gear Fit ist ein 199 Euro teures Gadget, welches nicht nur zum schnöden Messen des gelaufenen Schrittes gemacht ist, sie bietet viel mehr, nicht nur mit einem Smartphone gekoppelt, sondern auch im Alleingang. Zum Funktionsumfang gehört der obligatorische Schrittmesser, eine Schlafmessung, ein Benachrichtigungssystem, eine Stoppuhr, ein Timer, ein Pulsmesser, ein Trainingsmodus und die Möglichkeit, das Smartphone zu suchen.

Gear Fit Manager

Ganz schön viel für ein kleines Gadget, welches komplett über das 4,67 Zentimeter große Super AMOLED-Display gesteuert wird. Die Einrichtung war simpel, gekoppelt wird das Gerät mittels Bluetooth, derzeit werden 19 Geräte offiziell unterstützt, dazu gibt es den Gear Fit Manager auf Smartphone-Seite, der eine Menge Möglichkeiten eröffnet.

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So gibt es zum Beispiel den Startbildschirm-Styler, über welchen ihr das Aussehen und das Verhalten der Galaxy Fit beeinflussen könnt. Anpassbar ist zum Beispiel die Anzeige der Uhr. Mit Wetter, ohne Wetter, mit Schnellzugriff auf den Schrittzähler – oder auch eine klassische Uhren-Optik ist machbar. Ferner gibt es die Möglichkeit, eigene oder vorab hinterlegte Hintergründe zur eigenen Visualisierung zu nutzen. Da die Gear Fit über mehrere Bildschirme verfügt, ist das Anordnen der Symbole möglich. Funktionen, die man weniger nutzt, landen halt weiter hinten.

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Auch sind im Gear Fit Manager Möglichkeiten enthalten, die Benachrichtigungen einzustellen, die vom Smartphone an die Gear Fit gesendet werden können. Nachrichten aus Hangouts, Twitter, Gmail und Co auf der Gear Fit lesen? Machbar – auf Wunsch mit oder ohne Vorschautext.

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Ob ihr das nutzen wollt, überlasse ich euch – wer (wie ich) viele Benachrichtigungen in Form von Mails, Social Networks und Co bekommt, der hat halt ein oftmals vibrierendes Etwas am Arm, welches durchaus leuchtstark auf sich aufmerksam machen kann. Selbstverständlich werden hier auch Anrufe visualisiert, die ihr hier auch mit Ablehnnachricht ablehnen könnt.

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Die Uhr, standardmäßig deaktiviert, kann auf zwei Arten aktiviert werden. Einmal per Knopf und einmal per Bewegung. Führt ihr den Arm in der „Ich gucke mal auf die Uhr-Bewegung“ zu euch, dann sollte das Display im besten Falle angehen und euch den Startbildschirm halten. Funktioniert nicht so gut im Liegen oder Sitzen, wie ich feststellte. Samsung weist darauf hin, dass der Bewegungssensor immer an ist, was Akkukapazität kostet. Der Knopf ist übrigens auch belegbar, so könnt ihr einstellen, was bei einem zweimaligen Drücken des Knopfes an der Gear Fit als Funktion aufgerufen wird.

Der Gear Fit Manager bietet eine Integration von S Health, Samsungs Fitness-App, die auch ohne die Gear Fit im Galaxy S5 dafür sorgt, dass gelaufene Strecken oder der Herzschlag aufgezeichnet werden. Ist zusätzlich eine Gear Fit im Einsatz, kann auch (und auch zusätzlich) mit dieser synchronisiert werden. Sportler werden die Möglichkeit schätzen, die Gear Fit ohne Smartphone beim Joggen nutzen zu können und die Daten später in S Health zu importieren. Es ist doch ein Unterschied, ob man ein Smartphone beim Sport trägt, oder ein lediglich 27 Gramm schweres Gadget.

Funktionen

Dinge wie ein Timer, oder eine Stoppuhr brauchen sicherlich nicht erklärt werden, ebenso wenig sollte man eigentlich einen Schrittzähler erwähnen müssen. Hier gibt es zumindest in meinem Fall keine großartigen Diskrepanzen zwischen den gelaufenen Schritten, die zeitgleich das Samsung Galaxy S5 messen sollte und dem Schrittzähler meiner Frau.

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Wir machten einen längeren Sonntags-Spaziergang was dahingehend nützlich war, dass ich mal raus kam. Schritte laufen. Als stolzer Papa schiebt man den Kinderwagen und hier wurde klar – der Gear Fit war es zu ruhig, hier wurden die Schritte nicht gezählt, da die Bewegungen dem Armband kein Indiz gaben, dass ich lief, gut, dass ich auch das Galaxy S5 zum tracken aktivierte.

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Innerhalb von S Health kann man die Anzeige zwischen den Daten der Gear Fit und des S5 switchen, auch ein manueller Sync ist einstellbar. Die S Health-Applikation zeigt nicht nur die Schritte, sondern auch die gelaufene Strecke in Kilometern und die verbrauchten Kalorien an. Fast 5500 Schritte und 381 verbrannte Kalorien – da gibt es noch nicht einmal einen Snickers für, muss man sich ja mal vor Augen halten. Für mich waren die Tage mit der Gear Fit einfach mal wieder ein Zeichen, dass ich mich zu wenig bewege.

 

Der Pulssensor

Rückseitig befindet sich der Pulssensor, der euch die „Beats per minute“ angibt – den Beat eures Lebens. Im Normalfall arbeitet das Herz relativ ruhig, während des Sports kann man aber ganz leicht in den Drum & Bass-Bereich kommen. Ihr könnt manuell euren Puls messen, aber auch im Training das Ganze rhythmisch aufzeichnen lassen. Auch hier gibt es keine großen Differenzen zwischen Gear Fit und Pulssensor am Samsung Galaxy S5. Erfasste Daten beider Geräte lassen sich in einer Übersicht anschauen.

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Samsung weist allerdings darauf hin, dass es hier auf keinen Fall ein medizinisches Messen ist, gerade beim Sport soll hier stattdessen eher eine Art Tendenz sein, die man einsehen kann. Auch das dauerhafte Messen ist eher Glückssache: bewegt man sich zu schnell, dann wird nicht gemessen, ebenfalls ist Schweiss ein Feind der Messung.

Die Samsung Gear Fit ist Staub- und Spritzwassergeschützt nach IP67, kann also 30 Minuten bei einem Meter Wassertiefe getragen werden, also auch theoretisch beim Duschen. Sollte man allerdings vielleicht sein lassen, denn Seifenlauge gehört nicht zu den Flüssigkeiten, gegen die die Gear Fit resistent sein soll, auch Alkohol und Salzwasser ist kein Freund des Trackers, für den ihr farbige Armbänder zum Wechseln optional erwerben könnt.

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Weitere Funktionen

Gehen und das Messen des Herzschlages ist natürlich nicht alles, die Gear Fit kann noch ein wenig mehr, so ist zum Beispiel ein relativ nutzloser Schlafmodus an Bord des Fitness-Gadgets. Nutzlos deshalb, weil ich manuell aktivieren muss, wann ich ins Bett gehe und wann ich wieder wach werde.

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Die Tatsache, dass ich 84 Prozent meiner geschlafenen siebeneinhalb Stunden ohne Bewegung verbracht habe, ist eine Nullwert-Information – zumindest für mich. Auch sollte man bedenken, dass man zur Nachtstunde die Benachrichtigungen deaktiviert. Wer der Meinung ist, dass das Tracking des Schlafes wichtig ist, der findet auch eine Übersicht nach Tagen innerhalb der Gear Fit. Eine konsequente Einbindung in S Health wurde nicht vorgenommen. Freundes des kurzen Naps aufgepasst: ein Schlaftracking ist nur möglich, wenn man mindestens 20 Minuten auf der faulen Haut lag.

Training

Laufen, Walking, Radfahren oder Wandern, alles Tätigkeiten, für die ihr einen Trainer „einstellen“ könnt. Hier können Ziele definiert werden, die auf Strecke, Zeit oder Kalorien gehen, ebenfalls ist auch hier separat einstellbar, ob der Puls gemessen wurde. Wer also sagt, er möchte Walking machen, bis 500 Kalorien verbrannt sind, der findet in der Samsung Gear Fit einen Assistenten, der das Tracking übernimmt.

Mediaplayer

Ist die Samsung Gear Fit mit einem Smartphone via Bluetooth verbunden, dann kann sie auch als Fernbedienung für den Mediaplayer eurer Wahl fungieren. Man stelle sich vor, man startet Spotify, hängt das Smartphone mittels Klinkenstecker an die Stereoanlage auf einer Feier – schon kann man von der Gear Fit aus die Lautstärke regeln oder die Tracks skippen. Praktisch, oder?

Suchfunktion

Solltet ihr einmal euer Smarthpone suchen – die Gear Fit kann es finden, sofern im Bluetooth-Bereich und damit verbunden. Entsprechenden Punkt auf der Gear Fit auswählen und das Smartphone kann zum Klingeln animiert werden.

Benachrichtigungen und der Akku

Wie oben zu sehen und erwähnt: die Gear Fit kann Benachrichtigungen vom Smartphone anzeigen – einstellbar sowohl mit, als auch ohne Vorschau. Hier sei erwähnt: häufige Benachrichtigungen kosten Akku, in meinem Fall hat die Gear Fit innerhalb eines aktiven Tages (Schrittmesser + Benachrichtigungen) knapp 25 Prozent Akku-Kapazität verloren, was anscheinend ein guter Wert ist, Samsung gibt bei normaler Nutzung drei bis vier Tage Nutzungsdauer an, bei geringer Nutzung sollen fünf Trage drin sein.

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Was allerdings merklich ist, ist der Impact des Gear Fit Managers auf den Akku des Samsung Galaxy S5. Hier muss ich noch einmal genau überprüfen, warum der Gear Fit Manager soviel am Akku zerrt – ob es die Benachrichtigungen sind oder nicht, das muss ich prüfen.

Zusammenfassend

Die Samsung Gear Fit könte für viele die ideale Symbiose aus Fitness-Gadget und Smartwatch sein, denn rudimentäre Funktionen sind auf jeden Fall enthalten, zum Beispiel die Anzeige von Benachrichtigungen, das Steuern des Media Players und das Informieren über eingehende Anrufe und das Ablehnen dieser. Das Ganze verpackt Samsung in einem schicken Äußeren mit Wechselarmbändern mit einem gekrümmten Super AMOLED Dispay.

Wer auf der Suche nach so einem Gerät ist, der bekommt es derzeit für 199 Euro bei Amazon (Partnerlink). Ein Preis, der in Hinblick auf den Wettbewerb und die gebotenen Funktionen nicht zu hoch erscheint. Wahrscheinlich sind es diese Tracker, die noch eine Chance gegen die kommende Flut der Android Wear-Geräte haben.


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Über den Autor:

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