Samsung Galaxy S7, S7 edge und Gear 360 vorgestellt

21. Februar 2016 Kategorie: Android, Hardware, geschrieben von: Sascha Ostermaier

artikel_samsungDa ist es nun, das Samsung Galaxy S7 mit seinem kantigen Bruder S7 edge. Samsung schaffte es im Vorfeld des Mobile World Congress nicht wirklich, die Geräte geheim zu halten, selbst offizielle Werbung wurde in Deutschland bereits vor der Vorstellung verteilt. Nun gibt es das Ganze noch einmal hochoffiziell und es zeigt sich, dass sich Samsung die Kritik des letzten Jahres (oder die schlechten Verkäufe) zu Herzen genommen hat und mit den neuen Modellen eine schöne Weiterentwicklung zeigt. Außerdem gibt es noch eine 360 Grad-Kamera, damit man auch gleich die VR-Inhalte für Gear VR selbst erstellen kann.

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Die beiden Smartphones kommen wie erwartet. Das Galaxy S7 bietet einen 5,1 Zoll Super-AMOLED-Screen mit einer Auflösung von 2560 x 1440 Pixel, die gleiche Auflösung erstreckt sich beim Galaxy S7 edge auf eine Diagonale von 5,5 Zoll. Das Display ist dabei ein Always-On-Display, es zeigt wichtige Informationen jederzeit an, wenn per Doppel-Tap aktiviert. Die vollständige Aktivierung erfolgt dann über Power- oder Homebutton. Die Displays sind zudem durch Gorilla Glass 4 geschützt.

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Der zweite und gleichzeitig letzte technische Unterschied zwischen den beiden Geräten ist die Akkukapzität. 3600 mAh liefert der Akku des Galaxy S7 edge, glatt 3000 mAh der des Galaxy S7. In Europa wird das Galaxy S7 mit einem Exynos 8890 SoC, dem 4 GB RAM (LPDDR4) zur Seite stehen, verkauft. Die CPU ist 30 Prozent stärker als der Vorgänger, die GPU schafft sogar 64 Prozent mehr Leistung, wichtig für Aufgaben wie VR oder Gaming.

Ein Hitzeproblem soll indes nicht entstehen können, Samsung setzt auf ein System aus Heatpipes, die mittels Verdunstung die Hitze vom SoC verteilen. Apropos Verdunstung, das Galaxy S7 kommt auch wieder mit Spritzwasserschutz, ein Feature, das von den Nutzern ebenfalls sehr stark gefordert wurde. Ein solches Feature ist auch der SD-Slot, der sich – wie wir bereits im Vorfeld sahen – in einem Schacht mit dem SIM-Slot befindet. Das bedeutet eine Öffnung weniger, die geschützt werden muss. So ist dann auch die IP68-Zertifzierung möglich. Ob es auch an der Zertifizierung liegt, dass nur ein microUSB-Anschluss zum Einsatz kommt, kann nur spekuliert werden.

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Besonderen Wert legt Samsung auch auf die Kamera, eine 12 Megapixel f1.7 Dual-Pixel-Kamera. Die Dual-Pixel sorgen für eine sofortige Fokussierung. Die Pixel sind mit 1,4 Mikrometer dabei 56 Prozent größer, sodass 25 Prozent mehr Licht auf den Sensor kommt. Um das Zahlenspiel auf die Spitze zu treiben, soll die Kamera mit einer 95 Prozent stärkeren Lichtempfindlichkeit daherkommen. Klingt toll, soll aber in der Praxis auch tatsächlich toll sein.

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Videoaufnahmen können mit der Kamera des Galaxy S7 in 4K-Auflösung angefertigt werden, ebenso ist ein optischer Bildstabilisator (OIS) an Bord. Laut Lars von All About Samsung, dem wir auch die Fotos im Artikel zu verdanken haben, ist die Kamera vor allem im Low-Light-Bereich sehr beeindruckend, gar überraschend. Glaube ich ihm, ohne es selbst ausprobiert zu haben.

Android 6.0.1 Marshmallow ist die von Samsung eingesetzte Software, TouchWiz die altbekannte Oberfläche. TouchWiz hat wenige Neuerungen erhalten, eine ist aber der Game Launcher. Über ihn lassen sich zum Beispiel Benachrichtigungen deaktivieren, während man spielt. Auch lässt sich durch eine Senkung der Auflösung und der Framerate bei Spielen die Akkulaufzeit um 10 bis 15 Prozent verlängern. Screencasts sind über den Game Launcher ebenfalls möglich, hier lässt sich über die Frontkamera sogar der Spieler selbst mit aufnehmen.

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Hier noch einmal die technischen Spezifikationen im Überblick:

Die Spezifikationen des Samsung Galaxy S7 und S7 edge

  • S7: 5,1 Zoll SAMOLED mit 2560×1440 Pixeln
    S7 edge: 5,5 Zoll SAMOLED mit 2560×1440 Pixeln (534ppi) und beidseitiger Edge
  • Exynos 8890 Octa (2,3 GHz Quadcore + 1,6 GHz Quadcore), 14nm, 64bit
  • 4GB LPDDR4 RAM
  • 32GB/64GB UFS 2.0 Speicher, erweiterbar um bis zu 200 GB via MicroSD
    (Nur 32GB-Version für Deutschland geplant)
  • S7: 3.000 mAh-Akku, Fast Charge
    S7 edge: 3.600 mAh-Akku, Fast Charge
  • 12 MP f1.7 Dual-Pixel Kamera
  • 150,9 x 72,6 x 7,7mm, 157g (S7 edge)
  • LTE Cat 9
  • IP68
  • Fingerprint-Scanner
  • UVP S7 / edge 699 / 799 Euro
  • Schwarz, weiß, gold und silber als Farbversionen

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So viel zu den neuen Smartphones von Samsung, das war aber noch nicht alles, das die Südkoreaner vorgestellt haben. Gear 360 heißt ein weiteres Gadget, wie der Name vermuten lässt, handelt es sich dabei um eine 360 Grad-Kamera. Diese kommt mit zwei 15 Megapixel CMOS-Sensoren, die ihr Bild von zwei 195 Grad-Fisheye-Linsen erhalten. So kann der Nutzer entweder ein 180 Grad-Video aufnehmen oder im Zusammenspiel beider Linsen auch 360 Grad-Video mit einer Auflösung von 3840 x 1920 Pixeln möglich.

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Das Video wird dabei live auf dem Galaxy S7 zusammengefügt. Gespeichert werden können die Videos auch auf einer microSD-Karte. Außerdem lassen sich 360 grad-Videos nicht nur auf dem Galaxy S7, sondern auch auf dem PC erstellen. Die Kamera kommt mit einem kleinen Stativ, sodass sie sofort überall eingesetzt werden kann. Cooles Gadget für die unkomplizierte Erstellung von VR-Inhalten.

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Die Spezifikationen

  • 15 MP CMOS (x2)
  • DRIMe5s Prozessor
  • MP4 (H.265) Dual Lens Video: 3840×1920 (30fps)
  • MicroSD-Slot
  • IP53-Zertifizierung
  • WiFi 802.11 a/b/g/n/ac (2.4/5GHz)
  • Display 0.5” (72 x 32) PMOLED
  • 66.7×56.2×60 mm; 153 Gramm
  • 1350 mAh Akku

Damit man diese auch gleich genauso unkompliziert wieder anschauen kann, wird Samsung allen Vorbestellern eines Galaxy S7 eine Gear VR zukommen lassen. Netter Bonus, der vielleicht den typischen Preisverfall etwas abfängt – oder sogar beschleunigt.

Ich bin der Meinung, dass Samsung hier solide Smartphones vorgestellt hat. Quantensprünge sind auch 2016 nicht drin, aber die Entwicklung vom S6 zum S7 ist schon gut gelungen. Optisch noch einen Ticken besser, haptisch soll es sich auch noch besser machen. Das Galaxy S7 ist in beiden Varianten sicher ein gern gesehener Gast auf diesjährigen Smartphone-Upgrade-Listen. Was sagt Ihr zu Samsungs Vorstellung? Liefert LG mit seinem halbmodularen Smartphone das interessantere Paket? Das von Samsung dürfte jedenfalls kompatibler mit den Massen sein.


Über den Autor: Sascha Ostermaier

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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