Samsung Galaxy S7 edge ausprobiert: Die Evolution der Kante

11. März 2016 Kategorie: Android, Hardware, geschrieben von: Sascha Ostermaier

artikel_s7edgeEben noch auf der Showbühne, jetzt bereits im Handel. Samsung hat dieses Jahr ordentlich Gas gegeben und zwischen Vorstellung und Auslieferung seiner neuen Flaggschiff-Smartphones Galaxy S7 und Galaxy S7 edge nur wenig Zeit verstreichen lassen. So wie wir es uns seit Jahren von allen Herstellern wünschen. Schon zur Vorstellung wurde klar, dass Samsung dieses Jahr mehr Wert auf Modellpflege legt, große Neuheiten bleiben aus – wie aktuell bei fast allen Herstellern. Das Galaxy S7 edge war in den letzten Tagen mein Begleiter, die Entscheidung, ob es vielleicht Euch künftig begleiten wird, kann ich Euch mit meinem Test hoffentlich ein wenig erleichtern.

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Ich war seinerzeit schon sehr vom Galaxy S6 edge angetan, das Galaxy S7 edge sollte da ja noch einmal eine bessere Figur abgeben, wurden doch einige Kritikpunkte des Vorgängers behoben. Persönliches Kuriosum: Das Galaxy S7 interessiert mich nicht die Bohne, obwohl es technisch nahezu identisch mit dem Galaxy S7 edge ist, sich nur durch den abgerundeten Bildschirm unterscheidet. Viele Aspekte dieses Tests lassen sich sicher auch auf das Galaxy S7 ohne edge beziehen.

Optik und Haptik: eine kantige Schönheit

Das Aussehen eines Smartphones mag für viele zweitrangig sein, ein Gerät, das ich den ganzen Tag sehe und nutze, sollte für mich aber wenigstens hübsch anzusehen sein. Was ich als hübsch empfinde, muss Euch noch lange nicht gefallen, also eine sehr subjektive Geschichte insgesamt. Das Komplettpaket ist im Vergleich zum S6 edge etwas runder geworden, was sich optisch weniger bemerkbar macht, aber deutlich spürbar ist.

Vorne Glas, hinten Glas, dazwischen ein Rahmen aus Metall. Die Materialwahl ist nicht jedermanns Sache. Ich bin ein Mensch, der sein Smartphone grundsätzlich ohne Hülle nutzt. Ich hatte bereits Smartphones mit einer Rückseite aus Glas und noch nie Probleme damit. Gut, ich werfe mein Smartphone auch nicht durch die Gegend, letztes Jahr war das erste Mal, dass ich tatsächlich einen durch einen Sturz verursachten Displayschaden hatte. Insofern kann ich gut mit Glas leben, es sieht natürlich auch sehr elegant aus.

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Allerdings ergibt sich durch diese Kombination des Materials auch eine negative Eigenschaft. Ich hatte das schwarze Modell im Test, das Gerät zog mehr Fingerabdrücke an als ich selbst habe. Allerdings sind diese auch genauso schnell wieder weggewischt wie sie entstanden sind. Aufgefallen ist es mir trotzdem, da es mir schlimmer vorkam als bei anderen Smartphones.

War die Rückseite des Vorjahresmodell noch plan, ist sie diesmal an den Kanten etwas stärker abgerundet. Nicht ganz so rund wie das edge-Display, aber die scharfe Kante, die beim Galaxy S6 edge noch vorhanden war, wurde entschärft. Leider nicht ganz eliminiert, sodass man sie mit empfindlichen Händen durchaus als wahrnehmen kann, aber auch nichts, was wirklich störend ist.

Der Metallrahmen, der an den Seiten schmaler ist als oben und unten, fügt sich gut in das Gesamtbild ein. Auf der Unterseite befinden sich der Headsetanschluss, der microUSB-Port und der Lautsprecher, rechts gibt es den Powerbutton, links die Lautstärketasten und oben den Einschub für SIM und microSD. Die Buttons sitzen fest und haben einen guten Druckpunkt.

Die Gesamtgröße des Gerätes ist für mich super angenehm, Sie liegt genau zwischen – sorry für den Vergleich – zwischen iPhone 6 und iPhone 6 Plus, ist also trotz des 5,5 Zoll Display eine ganze Ecke kleiner als das große iPhone-Modell. Sehr schön und vielleicht auch interessant für Menschen, die ein großes Display, aber kein großes Smartphone möchten. Ich behaupte sogar, dass man es aktuell kaum besser machen kann, was das Geräte-Display-Verhältnis angeht.

Bevor wir zum Eingemachten kommen, hier noch einmal schnell der Überblick über die Eckdaten des Galaxy S7 edge:

  •  5,5 Zoll SAMOLED mit 2560×1440 Pixeln (534ppi) und beidseitiger Edge
  • Exynos 8890 Octa (2,3 GHz Quadcore + 1,6 GHz Quadcore), 14nm, 64bit
  • 4GB LPDDR4 RAM
  • 32GB UFS 2.0 Speicher, erweiterbar um bis zu 200 GB via MicroSD
  • 3.600 mAh-Akku, Fast Charge
  • 12 MP f1.7 Dual-Pixel Kamera
  • 150,9 x 72,6 x 7,7mm, 157g (S7 edge)
  • LTE Cat 9
  • IP68
  • Fingerprint-Scanner

Das Display: hochauflösende Rundungen

Das Display des Galaxy S7 edge ist an beiden Kanten abgerundet. Das sieht zum einen gut aus, zum anderen werden so weitere Funktionen ermöglicht. Zugegeben, zumindest die aktiven Aktionen, die über die Kanten möglich sind, wären auch bei einem flachen Display möglich, immerhin handelt es sich um eine normale Wischgeste, die die Kanten-Panels hervorrufen. Da diese mittlerweile rund ein Drittel der Displayfläche einnehmen, ist die Beschränkung der Funktion auf die edge-Modelle wohl eher marketingtechnisch zu begründen. Sei es drum, das S7 edge hat die Kante und somit auch die Funktionen.

Allerdings hat die Kante auch ein Feinfühligkeitsproblem. Ab und zu kommt es vor, dass bei normalem Halten des Smartphones eine Berührung erkannt wird, wo eigentlich keine sein sollte. Das sorgt dann für eine Art Schonhaltung, die alles andere als ein fester Griff ist. Sicher etwa, an das man sich mit längerer Nutzungszeit gewöhnt, ohne komische Handhaltung sind es nach ein paar Tagen schon wesentlich weniger „Fehlauslösungen“ als anfangs.

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Das Galaxy S7 edge bietet auch die Funktion eines Always-On-Displays. Die Anzeige ist auf Wunsch immer aktiv, auch wenn das Smartphone im Standby ist. Verbraucht nicht wirklich spürbar Energie und gibt einen flotten Blick auf Informationen. Man hat hier die Wahl zwischen drei Grundeinstellungen, die sich auch anpassen lassen. Zur Auswahl stehen Uhr, Kalender und Bilder.

Wählt man Uhr, bekommt man die Uhrzeit angezeigt, kann diese aber analog mit verschiedenen Watchfaces oder digital darstellen. Ebenfalls wird das Datum und der Akkustand angezeigt und eben die Informationen zu Anrufen und Benachrichtigungen.

Entscheidet man sich für Kalender, wird eine Monatsübersicht angezeigt, begleitet von der Uhrzeit. Zwei Stile stehen hier zur Auswahl, die sich allerdings nur im Detail unterscheiden. Möchte man keine Informationen, sondern nur einen fancy Bildschirmschoner, kann man sich auch Bilder anzeigen lassen. Leider kann man keine eigenen auswählen, ein paar stehen zur Verfügung. Nicht mein Geschmack, aber das ist auch gar nicht so wichtig.

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Was ich während der Nutzung festgestellt habe: Always-On ist nicht mein Ding. Will ich die Uhrzeit wissen, schau ich auf meine Smartwatch, gleiches gilt für Benachrichtigungen, wobei diese auf dem Always-On-Display eh sehr rudimentär behandelt werden. Es können keine anzuzeigenden Dienste festgelegt werden, Benachrichtigungen von Dirttanbieter-Apps sind derzeit nicht vorhanden.

Im Prinzip bietet das Always-On-Display die gleiche Funktionalität, die Nokia vor weit über 10 Jahren in Symbian bot. Optisch vielleicht etwas netter, aber keineswegs funktionaler. Würde das S7 edge bei mir verweilen, das Always-On-Display wäre bei mir always out, denn auch diese Option gibt es zum Glück.

Aber: Wer sein Smartphone als Uhr nutzt, also häufig die Uhrzeit checkt oder den Kalender im Blick haben muss, für den ist diese Funktion natürlich großartig. Vor allem, da sie sich nicht stark auf die allgemeine Laufzeit auswirkt. Da es sich beim Always-On-Display um eine App handelt, kann man auch davon ausgehen, mit Updates neue Funktionen zu erhalten. Ausbaufähig ist das Ganze jedenfalls.

Das Super-AMOLED-Display löst 2560 x 1440 Pixel auf. Das sieht man auch. Alle angezeigten Inhalte sind gestochen scharf und werden mit kräftigen Farben dargestellt. Dabei spielt es auch keine Rolle, welchen Displaymodus man auswählt (es stehen Anpassungsfähige Anzeige, AMOLED-Kino, AMOLED-Foto und Einfach zur Verfügung), die Anzeige ist immer kräftig und detailliert.

Die maximale Helligkeit ist stark genug, um auch in hellen Umgebungen eine gute Ablesbarkeit zu bieten. Jedoch neigt das Display zu starken Spiegelungen, was im Sommer durchaus zum Problem werden könnte. Ein weiterer Negativpunkt ist die Blickwinkelstabilität. Das fällt allerdings nur bei überwiegend hellen Flächen auf. Dennoch, das machen andere Hersteller deutlich besser, vielleicht lag es auch am Gerät selbst, da ich nur eines habe, kann ich das schlecht überprüfen.

Es ist nicht so, dass man bei einem nicht idealen Betrachtungswinkel nichts mehr sieht, aber man kann eine deutliche Änderung der Anzeige wahrnehmen. Bei weißen oder sehr hellen Flächen äußert sich dies mit einem Gelbschleier. Jammern auf hohem Niveau, man wird es die meiste Zeit eh nicht wahrnehmen, aber es soll auch nicht unerwähnt bleiben.

Insgesamt trotzdem ein sehr gutes Display, das man gerne anschaut. Ob man die abgerundeten Kanten nun braucht oder nicht, das muss man selbst entscheiden. Ich bin der Meinung, sie verleihen dem Smartphone ein Stück Besonderheit, die sich optisch und haptisch bemerkbar macht. Wie eingangs schon erwähnt, alleine das wäre mir den Aufpreis zum „normalen“ Galaxy S7 wert.

Die Kamera: eine scharfe Angelegenheit

Auch die Kamera stellte Samsung während der Präsentation in den Vordergrund. Gab es letztes Jahr eine 16 Megapixel-Kamera, ist beim Galaxy S7 edge nun eine 12 Megapixel f1.7 Dual-Pixel-Kamera verbaut. Mehr Pixel bedeuten nicht immer ein besseres Bild, viel wichtiger ist die Größe der einzelnen Bildpunkte auf dem Sensor. Die 1,4 Mikrometer-Pixel sind nicht nur 56 Prozent größer als die der Kamera im S6 edge, sondern sie sorgen auch dafür, das 25 Prozent mehr Licht auf den Sensor trifft.

Die Dual-Pixel-Technologie sorgt für eine verdammt schnelle Fokussierung, beziehungsweise ist sie bei normalen Bedingungen gar nicht wahrnehmbar. Zusammen mit dem Schnellstart der Kamera (doppeltes Drücken des Homebuttons) sind so tatsächliche Schnappschüsse möglich, die auch noch erkennbar sind. Das macht wirklich Spaß, Wartezeiten entfallen quasi, die Kamera ist dann bereit, wenn man es selbst auch ist.

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Die Qualität der Kamera von technischer Seite zu beleuchten, das überlasse ich anderen. Für mich muss eine Smartphonekamera Bilder machen, die mir gefallen. Wenn ich ein Bild zu Instagram teile, muss das Bild aus dem Automatikmodus heraus vernünftig aussehen. Alle theoretischen Werte helfen mir da nicht weiter.

Und was soll ich sagen, ich finde die Kamera großartig. Egal ob bei gutem Licht oder bei Dunkelheit, die Ergebnisse sind in der Regel sehr brauchbar. So macht es Spaß, eine Smartphonecam zu verwenden. Abdrücken und ein gutes Bild haben, ohne komische Einstellungen vornehmen oder die Bilder im Nachhinein erst einmal durch das Fotostudio schicken zu müssen.

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Die Kamerasoftware bietet zahlreiche Funktionen, auch ein Pro-Modus mit manuellen Einstellungen steht zur Verfügung. Darüber hinaus gibt es Selektiver Fokus, Panorama, Videocollage, Live Broadcast, Zeitlupe, Virtual Shot, Essen und Hyperlapse. Diese Optionen sind direkt vom Hauptkamera-Bildschirm erreichbar.

In den Kameraeinstellungen selbst kann man die Standardauflösung für Videos einstellen. Bis UHD (3840 x 2160) ist möglich, allerdings sind Funktionen wie HDR, Videoeffekte und Verfolgungs-AF nur bis zur FullHD-Auflösung (30 FPS) unterstützt. Ebenfalls möglich sind SloMo-Aufnhamen, diese werden allerdings aus der App heraus gestartet, haben nichts mit den Videoeinstellungen zu tun.

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Die Einstellungen erlauben zudem das Aktivieren der Bewegungsaufnahme (kurzer Videoclip vor der Bildaufnahme), von Geotagging, des Sprachauslösers und die Anzeige eines Rasters zur Aufnahme. Außerdem kann hier auch der RAW-Modus aktiviert werden und man kann den Schnellstart der Kamera unterbinden.

Bilder sagen bekanntlich mehr als Worte, deshalb findet Ihr unbearbeitete Beispielbilder in diesem Google Fotos-Album, die hier im Text eingefügten sind stark komprimiert und verkleinert. Die Kameraperformance könnte in meinen Augen kaum besser sein, mal abgesehen davon, dass sie nächstes Jahr wieder besser wird. Starkes Stück Technik, das dank seiner schnellen und unkomplizierten Anwenundung mit guten Ergebnissen für mehr Schnappschüsse sorgen kann.

Allgemeines: höher, schneller und weiter

Einen Fingerabdruckscanner integriert Samsung auch in diesem Modell. Entgegen der mittlerweile bei Android-Geräten verbreiteten Methode, den Fingerabdruckscanner auf der Rückseite zu platzieren, ist er im Homebutton auf der Vorderseite integriert. Fingeradruckscanner haben letztes Jahr einen großen Sprung gemacht, was die Reaktionsgeschwindigkeit angeht. Ich weiß nicht so recht, ob Samsung das auch mitbekommen hat, denn so richtig flott ist der Fingerabdruckscanner nicht.

Ich habe hier zum Vergleich ein Huawei Mate S und ein iPhone 6, beides Geräte, die bereits Nachfolger auf dem Markt haben. Das Mate S ist unfassbar schnell, entsperrt sofort bei Berührung. Das Galaxy S7 edge lässt sich hingegen genauso viel Zeit wie das iPhone 6. Das geht natürlich auch noch langsamer, aber wir reden hier schließlich von einem 2016er Top-Modell, da hätte ich mir etwas mehr erwartet, die gleiche Performance lieferte Samsung auch mit dem Vorjahresmodell. Immerhin reagiert der Scanner zuverlässig, während meiner Testzeit kam es nur dann zu Fehlversuchen, wenn ich diese mit einer falschen Fingerstellung provozierte.

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Ein Comeback feiert der microSD-Slot. Was für den einen von Vorteil ist, kann für den anderen ein Nachteil sein, denn durch den microSD-Slot gibt es auch nur noch eine Speicherausstattung: 32 GB. Von diesen stehen Euch rund 22 GB zur Verfügung. Wer nun denkt, das sei nicht so tragisch, denn immerhin erlaubt Android 6.0 – und damit ist das Galaxy S7 edge ausgestattet – die Einbindung einer SD-Karte als internen Speicher, hat sich leider getäuscht.

Samsung ermöglicht für die microSD-Karte nur eine Nutzung als Massenspeicher, also hauptsächlich für die schnelle Übertragung von Bildern und anderen Dateien via Karte. Apps, die sich nicht auf die Speicherkarte auslagern lassen, nehmen so wertvollen internen Speicher in Beschlag. Keine optimale Lösung, aber man weiß ja, worauf man sich einlässt.

Ein weiteres Comeback gibt es mit der Wasserfestigkeit. Etwas, das ich nicht getestet habe, ich komme selten in die Verlegenheit, mein Smartphone unter Wasser nutzen zu müssen und Regenschauer haben bei mir bisher alle überlebt. Ist jedenfalls vorhanden, ob man das nun ausreizen muss, muss wiederum jeder für sich selbst entscheiden.

Kommen wir zum System. Samsung verbaut im Galaxy S7 edge einen Exynos Octa-Core-Prozessor. Vier Kerne takten mit 2,3 GHz, vier weitere mit 1,6 GHz. Dazu gibt es 4 GB Arbeitsspeicher, die für flüssige Abläufe sorgen sollen. Kann man auch mit Benchmarks testen, kann man sich aber ebenso gut sparen. Wie viele Kerne unter der Haube schlummern und wie gut diese zusammenspielen, das soll sich in der täglichen Nutzung zeigen.

Leistung gibt es mit dem Galaxy S7 edge zu Genüge. Weder konnte ich die berühmten Mikroruckler feststellen, noch legten auch aufwändigere Spiele größere Denkpausen ein. Egal ob Alltagsaufgabe oder größere Forderung der Hardware, es läuft sehr rund. Kann man in der Preisklasse auch erwarten, fraglich ist, ob die Performance auch über einen längeren Zeitraum gehalten wird.

Apropos Spiele. Samsung hat auch den Game Launcher an Bord, eine Sammelstelle für alle Spiele. Diese werden automatisch erfasst und können über den Game Launcher nicht nur gestartet, sondern auch angepasst werden. Samsung verkauft dies als Energiesparoptionen. Man kann die Auflösung und die Bildwiederholrate bei Spielen anpassen, damit sie weniger Prozessor- / GPU-Leistung abrufen und folglich weniger am Akku zerren.

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Das kann bei bestimmten Spielen sinnvoll sein, aber gerade auf Spiele, die grafisch aufwändig sind, will man meist auch die volle Pracht sehen. Sicher, bei relativ statischen Titeln lässt sich so ohne großen Qualitätsverlust etwas herausholen. Aber obwohl ich gerne mobil das ein oder andere Spielchen spiele, würde ich den Game Launcher wohl nicht nutzen. Eine richtige Begründung habe ich allerdings auch nicht, passt irgendwie einfach nicht zu mir.

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Neben den bereits genannten Funktionen lassen sich über den Game Launcher auch die Game Tools aktivieren. Sie sind in jedem Spiel nutzbar und können dafür verwendet werden, um Aufnahmen oder Screenshots vom Game zu erstellen. Auch die In-Game-Aktivierung der Benachrichtigungssperre ist möglich. Das wiederum ist echt brauchbar, habe ich auch direkt aktiviert gelassen.

TouchWiz kommt auch bei den neuen Modellen von Samsung zum Einsatz. Ich habe kein Problem mit den verschiedenen Herstelleroberflächen, im Gegenteil, ich bin wohl einer der wenigen Techblogger, dem Stock Android nicht so gut gefällt wie die Oberflächen von HTC, Huawei oder Samsung. Allerdings betrachte ich die Oberflächen auch aus Anwendersicht, nicht aus der für hier oft lesende „wie kann ich das System am besten an meine Bedürfnisse anpassen“-Fraktion. Diese verstehe ich ebenso, wenn sie sagt, sie möchten ein möglichst nacktes Android.

Nackt ist beim Galaxy S7 edge gar nichts. Links vom Homescreen befindet sich ein Newsbereich, der sich auch personalisieren lässt, indem man seine Interessen angibt. Zudem kann man in den Top News stöbern. Wer nicht den ganzen Tag im Netz rumhängt, findet hier vielleicht eine aktuelle Möglichkeit, um auf dem Laufenden zu bleiben, praktisch ist es allemal. Natürlich steht es jedem frei, von den großartigen Personalisierungsmöglichkeiten unter Android Gebrauch zu machen, dann sieht auch ein Galaxy S7 edge aus wie man es möchte.

Ein automatischer Energiesparmodus sorgt dafür, dass Benachrichtigungen von länger nicht mehr genutzten Apps abgeschaltet werden. Das ist alles konfigurierbar und sicher eine gute Möglichkeit, um mehr Akkulaufzeit herauszuholen. Das Ganze ist auch sehr benutzerfreundlich gestaltet, da findet sich auch die rüstige Oma zurecht, ohne den Enkel bemühen zu müssen. Für Härtefälle kann auch die einfache Darstellung des kompletten Systems verwendet werden.

Noch einmal zu den Kantenfunktionen. Diese wurden erst kürzlich auch für andere edge-Modelle aktualisiert. Die Kanten-Panels nehmen nun mehr Platz ein, außerdem gibt es neue Tools, die man verwenden kann. Auf einem App-Panel kann man Apps ablegen, sie sind dann jederzeit schnell erreichbar. Bei den Tools gibt es ein Lineal, einen Kompass und eine 5-stufige Taschenlampe. Außerdem können Kontakte abgelegt werden oder S Planner-Einträge angezeigt werden.

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Die die Kanten-Panels hervorbringende Wischgeste kann nun auch relativ frei platziert werden. Eigentlich holt man ja eine „Lasche“ von der Kante in Richtung Mitte. Je nach Daumenlänge lässt sich das nun so anpassen, dass es eine echt geschmeidige Bewegung ist und man sofort Zugriff auf die wichtigsten Funktionen hat. Gefällt mir sehr gut und ich habe das wesentlich öfter genutzt als damals beim S6 edge.

Auf dem Galaxy S7 edge befindet sich auch jede Menge vorinstallierte Software. Des einen Freud‘ ist des andern Leid. Zu finden sind unter anderem Apps von Microsoft, natürlich die von Google und auch von Samsung gibt es einen Ordner voll Apps. Diese lassen sich zwar nicht deinstallieren, aber deaktivieren. Sie verschwinden dann aus dem App Drawer, können bei Bedarf aber jederzeit über den App-Manager wiederhergestellt werden.

Der Lautsprecher bekommt diesmal keinen extra Abschnitt, das lohnt sich nämlich nicht. Das Galaxy S7 edge ist ordentlich laut und auch bei hoher Lautstärke mit einem klaren Sound versehen. Allerdings klingt dieser insgesamt recht dünn, es fehlt Volumen und es fehlt auch an Tiefen. Man kann den Speaker nutzen, um im Garten mal Musik zu hören, auf Dauer taugt das jedoch nichts. Der Sound über Kopfhörer ist sehr gut, hier kommt es natürlich auch auf die verwendeten Kopfhörer an.

Akku: darf’s ein bisschen mehr sein?

Samsung hat das Galaxy S7 edge mit einem auf dem Papier sehr starken 3.600 mAh-Akku ausgestattet. Es gibt kaum etwas individuelleres als die Smartphone-Nutung, insofern sind meine Angaben zum Akku vielleicht völlig anders als Eure Erfahrung sein wird. Für den neutralen Vergleich wollte ich Euch eigentlich noch den Wert von PC Mark anbieten, wie wir es immer bei Smartphone-Tests machen, allerdings wollte dieser nicht so recht durchlaufen, schmierte immer wieder ab. Das ist etwas schade, aber ich glaube auch nicht, dass wir mit dem Galaxy S7 edge einen großen Ausreißer nach oben oder unten haben.

Das Galaxy S7 edge bei normaler Nutzung heißt bei mir: Über den Tag ein bisschen Twitter, ein bisschen WhatsApp, ein bisschen Spielen, Mail-Abruf, das übliche halt. Bei dieser Nutzung komme ich mit einer Akkuladung knapp über zwei Tage, das finde ich schon beachtlich. Natürlich wird der Akku schneller wieder nach einer Steckdose verlangen, wenn man nun einen Film schaut oder länger am Stück spielt, aber auch das ist nicht so das große Problem.

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Der Akku des Galaxy S7 edge lässt sich zwar nicht wechseln, dafür aber schnell wieder aufladen. Nutzt man das beigelegte Ladegerät (oder jedes andere, das Schnellladung unterstützt), kann man fast zuschauen, wie sich der doch recht große Akku wieder füllt. Das ist sehr praktisch, im Notfall einfach ein paar Minuten an das Kabel und schon hat man wieder genug Saft für die nächsten Stunden.

Geladen wird übrigens über einen microUSB-Anschluss, Samsung setzt bei diesem Modell noch nicht auf den eleganteren USB Typ-C-Standard. Ist für die meisten sicher zu verschmerzen. Die Akkuperformance hat mich jedenfalls positiv überrascht. Ob daran nun Android 6.0 oder Samsung schuld ist, ist mir als Nutzer egal, für mich reicht die Akkuleistung nach heutigen Verhältnissen dick aus.

Fazit

Mit dem Galaxy S7 edge hat Samsung zumindest bei mir genau ins Schwarze getroffen. Für 799 Euro – so der Verkaufspreis zum Verkaufsstart – holt man sich das Gerät ins Haus. Ein Preis, den ich durchaus bereit bin, für ein Smartphone auszugeben. Wenn es denn stimmig ist. Und das ist es in diesem Fall. Die Größe des Gerätes, die Leistung, das Aussehen, das Gesamtpaket kann überzeugen und auch über die durchaus vorhandenen Mängel hinwegtrösten.

Es gibt beim Galaxy S7 edge wirklich nichts, was mich gravierend stört, ich bin gespannt, wie die anderen Hersteller hier mithalten wollen. Bedenkt man dann noch, dass das Galaxy S7 edge voraussichtlich nicht sehr lange auf diesem Preisniveau bleiben wird, kann man hier ein Smartphone erwerben, das garantiert auch nächstes Jahr noch eine gute Figur abgibt.

Ich hoffe, Ihr könnt Euch jetzt besser eine Meinung über das Galaxy S7 edge bilden. Falls Ihr noch Fragen habt, versuche ich diese in den Kommentaren zu beantworten, das Smartphone habe ich dann aber wahrscheinlich nicht mehr zur Verfügung.


 

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Über den Autor: Sascha Ostermaier

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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