Runkeeper trackt Nutzerdaten selbst dann, wenn die App inaktiv erscheint

15. Mai 2016 Kategorie: Android, Software & Co, Wearables, geschrieben von: André Westphal

artikel_runkeeperRunkeeper bzw. dessen Entwickler FitnessKeeper sehen sich in Norwegen wohl mit einer Klage durch norwegische Verbraucherschützer konfrontiert. Stein des Anstoßes ist die Android-Version der App,welche offenbar auch dann noch fleißig Nutzerdaten abgreift, wenn die Anwendung gar nicht aktiv in Benutzung ist. Damit breche Runkeeper bzw. FitnessKeeper die europäischen Gesetze zum Datenschutz. So soll Runkeeper beispielsweise ortsbasierte Daten an US-Server weitertratschen, selbst wenn die App inaktiv bleibt. Die Verbraucherschützer in Norwegen prüften übrigens eine ganze Reihe an Apps und machen auch Tinder Vorwürfe.

Bleiben wir aber an dieser Stelle bei Runkeeper. Konkret bemängeln die Norweger nicht nur, dass Runkeeper im inaktiven Zustand weiterhin Daten zusammenraffe, sondern auch, dass generell unklar sei, welche Informationen die App übermittele. Etwa bleibe offen, was FitnessKeeper mit „persönliche Daten“ überhaupt meine. Zudem lösche das Unternehmen hinter Runkeeper selbst nach Abschaltung eines Kontos nicht alle Informationen des ehemaligen Nutzers. Auch dass FitnessKeeper sich das Recht herausnehme seine Datenschutzbestimmungen einseitig ohne Vorwarnung jederzeit zu ändern, bewertet man als Verstoß gegen geltende Gesetze.

runkeeper

Damit hört es noch nicht auf. Runkeeper sichere sich zudem sehr weitreichende Rechte unter Android, bei denen teilweise unklar sei, wozu die App sie überhaupt benötige. Seltsam sei auch, dass Runkeeper z. B. Rechte an den Inhalten der Nutzer einfordere – das beinhalte laut den Norwegern auch die Option Nutzerdaten mit nicht näher beschriebenen Dritten zu teilen. Sauer sind die Verbraucherschützer des Weiteren, weil Runkeeper auch ortsbasierte Daten an die Werbemacher von Kiip.me weiterreicht, ein US-Unternehmen. Das geschieht wie gesagt selbst dann, wenn das Smartphone sich 48 Stunden lang nur im Idle-Modus befindet.

Die Verbraucherschützer aus Norwegen haben allerdings nur wenige Möglichkeiten FitnessKeeper nachhaltig auf die Finger zu klopfen: Denn das Unternehmen hat in Europa keine Zweigstellen. Trotzdem wolle man aus Prinzip eine rechtliche Prüfung einreichen.



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Über den Autor: André Westphal

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