Rundenbasiertes Pew Pew für Strategie Fans – Steam Marines

28. Oktober 2014 Kategorie: Software & Co, geschrieben von:

Steam Marines habe ich vor ein paar Monaten ausprobiert, als es sich noch im Early Access (Pre-Alpha Version) befand und da gefiel es mir schon recht gut. Steam Marines ist ein rundenbasiertes Strategiespiel für PC, Mac oder Linux und der finale Release erfolgte erst kürzlich am 24. September.
Steam Marines

Rundenbasierte Strategiespiele zählen seit Jagged Alliance zu meinen absoluten Favoriten und bei diesem hier gibt es als kleines Sahnehäubchen noch das Rogue-Like Element mit obendrauf. Rouge-Like ist quasi der (bei vielen Spielen leicht entschärfte) Hardcore Modus. Stirbt der Spielcharakter, ist dies endgültig (Perma-Death).

Sämtliche Ausrüstungen sowie verbesserten Charaktereigenschaften sind weg, ihr fangt wieder bei null an. Da ihr bis zu vier Soldaten steuert, wird die Angelegenheit nicht so schnell zu einem kurzfristigen Vergnügen. Die zweite Besonderheit bei Steam Marines ist die Grafik. Diese ist bis zum Abwinken im Retro Stil (und Punk Steam) gehalten, was auch die Zwischengrafiken (animierte Sequenzen zwischen den Level gibt es nicht) betrifft.

Zur Geschichte: Vier Marines, die sich im Kryo Schlaf befanden, werden unsanft geweckt. Irgendetwas hat die Kontrolle über ihr Raumschiff übernommen und nun müssen eure Marines versuchen, vom Schiff herunter zu kommen. Vorher müssen sie versuchen einen Notruf abzusenden, was für zusätzliche Probleme sorgt, da scheinbar sämtliche Computer nicht funktionsfähig sind. Diese Vier stellen euer Team dar und selbstverständlich hat jeder einzelne spezielle Fähigkeiten und Ausrüstung, welche sich im Spielverlauf verbessern lassen.

Strategie auf hohem Niveau

Zu Beginn seit ihr halbwegs gut ausgerüstet, verfügt über ausreichend Aktionspunkte und ganz wichtig: Ihr seid zu viert. Das erleichtert vieles, sehr vieles sogar. Gegenseitiges absichern, flankieren oder ein geordneter Rückzug ist als Team meist erfolgreich. Im Kampf Verwundete bekommt man mit einem Medi-Kit wieder fit und Aktionspunkte können mittels AP-Booster noch in der gleichen Runde regeneriert werden. Stirbt jedoch einer, gehen die Probleme erst richtig los denn eure Gegner (Roboter bzw. Kampfmaschinen) sind teilweise echt harte Brocken.
sm2

Eure Gegner besitzen ebenso (ablesbare) Aktionspunkte und können sogar aus dem Boden heraus auftauchen (meistens aus den qualmenden Gitterböden). Solche Überraschungselemente machen deutlich, dass ihr euer Team immer beisammenhaltet müsst, damit ihr stets angemessen reagieren könnt. Nur ein gut eingespieltes Team kommt in Steam Marines weiter. Einzelgänger oder Solo-Aktion enden schnell im Pixel-Tod. Einige Wände können von Euch als auch den Robotern, durchbrochen werden, was unbedingt beim taktischen Vorgehen mit eingeplant werden will. Andernfalls erwartet euch eine böse Überraschung aus dem Hinterhalt. Ebenfalls fies, hinter den Wänden können zuweilen verborgene Nischen oder gar Gänge sein, in denen sich Roboter aufhalten.

Zuweilen agieren Feinde auch außerhalb eures Sichtbereiches, sodass ihr nur erahnen könnt, um welche Feinde es sich handelt und was diese planen. Bei unbedachtem Vorgehen oder gar Alleingängen ohne jegliche Absicherung von eurem restlichen Team, rennt ihr schnell in ausweglosen Situationen und wie bereits erwähnt, handelt es sich bei Steam Marines um ein Rogue-Like bzw. Perma-Death Spiel. Bedeutet: Beißt ihr ins Gras, ist der Mann mitsamt Ausrüstung sowie Erfahrung für immer verloren. Allerdings greift man während des Spiels den ein oder anderen Überlebenden auf, sodass ihr noch eine Chance habt. Den Neuen im Team muss natürlich wieder von Grund auf aufbauen bzw. skillen.

Es kommt gelegentlich auch vor, dass man sich besser schleunigst zum Aufzug begibt und dadurch den Level beendet bzw. um den zahlenmäßig weit überlegenden Gegner zu entkommen. Der Aufzug ist übrigens immer das primäre Ziel im Level. Das Spiel endet erst auf der letzten Ebene, dem Alien Deck.

Kleine Ereignisse mit Folgen

Für etwas zusätzliche Abwechslung sorgen Ereignisse wie beispielsweise Meteor Splitter, die den Robotern in dem jeweiligen Level eine stärkere Rüstung verleihen. Solche unvorhersehbaren Ereignisse ereilen auch den ein oder anderen Soldaten (Regeneration oder gar vollständige Heilung durch plötzlich auftretende Gamma-Strahlung) und sind bei Steam Marines das Salz in der Suppe. Manche Ereignisse sind jedoch nur temporär und die Wirkungsdauer beträgt lediglich 3-5 Runden. Eigentlich egal, denn als Spieler ist man über jede noch so kleine Erleichterung froh. Beide Parteien werden also im Spielverlauf gefördert. Keine schlechte Idee, die hier auch gut funktioniert.

Ausrüstung und Gegenstände

Viele brauchbare Items können in Schränken oder Konsolen versteckt sein oder ihr findet diese bei der Untersuchung von Leichen. Manche Dinge liegen auch auf dem Boden rum oder befinden sich in Kisten. Neben Items sind auch Credits (Geld) in den Schränken versteckt. Die Credits werden beim Alien Händler gegen Medi-Kits und Munition eingetauscht. Den ersten Händler erreicht ihr jedoch erst auf dem Engineer Deck, was mitunter nicht so schnell zu erreichen ist.
Squad
Stärkere oder neue Rüstungen haben Auswirkungen auf den jeweiligen Soldaten und dessen bisherigen Fähigkeiten. Die Unterschiede zwischen der aktuell genutzten Rüstung oder Waffe und wird glücklicherweise angezeigt. So sieht man sofort, ob die neue Rüstung oder Waffe tatsächlich Vorteile bringt. Allerdings kann nicht jeder Soldat eine spezielle Rüstung tragen, er muss dafür geeignet bzw. ausgebildet sein.

Waffen sind zahlreich vorhanden und unterschiedlich effektiv, müssen natürlich nachgeladen werden was ebenfalls Aktionspunkte benötigt. Die Reichweite variiert ebenfalls, kann aber mittels Upgrades erhöht werden. Granaten oder Explosiv Geschosse sind gegen gepanzerte Einheiten besonders effektiv, können aber auch eure eigenen Soldaten in Mitleidenschaft ziehen, sofern diese sich im Explosionsradius befinden. Schrottflinten haben einen weiteren positiven Nebeneffekt auf eure Feinde: Sie schleudern den getroffenen Gegner immer etwas zurück. Im Idealfall katapultiert ihr den Feind mit dieser Methode ins Weltall. Passiert eher selten, umso mehr freut man sich wenn es geklappt hat.

Unbekannte Gegenstände (sehen aus wie Bilder oder Poster an der Wand) gibt es auch und entpuppen sich gern als kleine Wundertüte. Mal feuert der Soldat einmalig einen extrem starken Lasterstrahl ab oder es passiert … rein gar nichts! Wesentlich hilfreicher sind Informationen über die auf der Ebene verbleibende Anzahl der Gegner. Daraus lässt sich gut abschätzen, ob es lohnenswert ist, sich den Kampf zu stellen und dadurch bessere Ausrüstungen zu gelangen, oder besser direkt den Aufzug aufzusuchen und auf die nächste Ebene zu gelangen.

Fazit – fordernd aber unterhaltsam

Steam Marines ist definitiv etwas für Liebhaber von rundenbasierten Strategiespielen, die nach einer neuen Herausforderung suchen. Hier wird wirklich einiges abverlangt, dafür entschädigt das Spiel mit etlichen Stunden Spielspaß. Für Einsteiger halte ich es ehrlich gesagt weniger geeignet. Steam Marines bleibt zwar jederzeit fair, aber aufgrund des hohen Schwierigkeitsgrades dürften Neulinge schnell die Motivation verlieren. Steam Marines ist auch als DRM freie Version ab 10,99€ für PC, Mac, und Linux verfügbar.


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Über den Autor:

PC- und Windows-Fanboy. Liebt rundenbasierte Strategiespiele, Audio-Apps und Software. Auch auf Twitter zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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