Rolle rückwärts: Kabel Deutschland / Vodafone kippt Drosselung

3. Dezember 2015 Kategorie: Internet, geschrieben von: caschy

Artikel Vodafone LogoAls die Tage das Thema Drosselung bei Vodafone durch das Netz schwappte, war ich etwas verwundert. Bei Kabel Deutschland gibt es schon lange eine Drosselung, die laut Kundenbeschwerden nicht nur Filesharing-Dienste betrifft. Bereits 2014 meldeten im Forum von Kabel Deutschland (nun Vodafone) Auffälligkeiten bei der Nutzung mit GitHub. Nach 10 Gigabyte gab es Probleme – die Drosselung für diese Dienste beschränkte diese für den Rest des Tages auf 100 Kbit. Ebenso beschwerten sich jüngst Steam-Nutzer, die bei großen Spielen so Probleme hatten. Die Drosselung bei Filesharing-Nutzung empörte alle, das Thema kochte damals wie bei der Deutschen Telekom hoch und ein Shitstorm entbrannte. Vodafone versuchte sich zu erklären. So teilte man auf einer Informationsseite wie folgt mit:

„Die überwiegende Zahl an Diensten ist von unserer Regelung nicht betroffen. Dazu gehören beispielsweise Internetsurfen, Video-Streaming und Video-on-Demand (z.B. YouTube, Netflix, Twitch, Amazon Prime, Mediatheken, YouNow), E-Mails, Social Networks, Photo- und Videosharing, Video-, Audio- und Text-Chat, Online Backup. Aber auch Peer-To-Peer basierte Downloads kommerzieller Anbieter (z.B. Spieledownloads von Steam, Origin, Battle.Net von Blizzard oder Windows-Updates) oder Peer-To-Peer basiertes Videostreaming (z.B. Zattoo oder SOPCast) sind nicht betroffen.“

Bislang war es so, dass man damals ab 60 GB Tagesvolumen Filesharing-Traffic drosselte – obwohl schon länger in vielen Verträgen 10 GB festgenagelt waren:

„Ab einem Gesamtdatenvolumen von mehr als 10 GB pro Tag wird die Übertragungsgeschwindigkeit nur für File-Sharing-Anwendungen und nur bis zum Ablauf desselben Tages auf 100 Kbit/s begrenzt. Alle anderen Anwendungen (z. B. Internetsurfen, Video-Streaming, Video-on-Demand, Social Networks) sind hiervon nicht betroffen.“

Nun aber scheint sich das Ganze laut Aussagen des Spiegel wohl ganz erledigt zu haben. Hier hat sich ein Sprecher des Unternehmen Vodafone fast kleinlaut gegeben und davon gesprochen, dass man das Ganze erst einmal ausprobiert habe:

„Es handelte sich hierbei um ein Pilotprojekt. Je nach Ergebnis war geplant, dieses im Kabelgebiet weiter auszurollen oder nicht. Die bisherigen Ergebnisse des Tests bewegen uns dazu, die Maßnahme nicht fortzuführen. Damit entfallen zugleich auch sämtliche Beschränkungen für Filesharing-Dienste – sowohl die ab einem Verbrauch von 10 Gigabyte als auch die bereits seit längerem bestehenden ab einem Verbrauch von 60 Gigabyte.“

Shitstorm und DDOS-Attacken sei Dank – es darf offenbar wieder gezogen werden, was das Zeug hält – egal aus welchen Quellen. Keine Begrenzung auf 10 GB und keine auf 60 GB – sofern kein Volumenvertrag. Das wird die paar Menschen freuen, die für den Großteil des Traffic verantwortlich sind. Denn wie so häufig wird von den Anbietern kommuniziert, dass nur ein äußerst geringer Prozentsatz von Drosselungen betroffen ist – alle Normalnutzer würden davon ja nie etwas mitbekommen. Ob Vodafone die AGB nun ändert, steht in den Sternen – das Kundenforum und die Stimmen im Netz werden ein gutes Indiz sein, ob Vodafone die hier im Artikel erwähnten Aussagen einhält.

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Über den Autor: caschy

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