Rolle rückwärts: CyanogenMod erhebt doch nicht zwingend Statistiken über das Gerät

4. April 2013 Kategorie: Android, geschrieben von:

Der CyanogenMod ist so ziemlich die beliebteste alternative Android-Version auf unserem Planeten. Basierend auf dem System Android von Google, stellt das Team für allerlei Android-Smartphones und -Tablets aktuelle Android-Versionen zur Verfügung. Ein Umstand, über den mancher Benutzer wirklich dankbar sein darf. Denn diese haben so die Möglichkeit, auf ihren Geräten ein aktuelles Android-System mit neuen Funktionen zu nutzen – auch wenn die Hersteller ihre Geräte gar nicht mehr aktualisieren. Viele Geräte wären nicht so populär, wenn es den CyanogenMod nicht geben würde.

cyanogenmod

Gestern dann eine Nachricht, die für Aufsehen sorgte. Man kündigte seitens CyanogenMod an, dass die bislang optionalen, anonymisierten Statistiken zur Pflicht werden. In der Vergangenheit konnte man dem Team helfen, indem man der Erhebung anonymisierter Daten zustimmte. Welche Daten erhoben werden (siehe auch)?

– IMEI oder WiFi MAC-Adresse (hashed)
– Gerätename
– CyanogenMod Version
– Land
– Provider

Wie erwähnt: bislang optional, sollte nun aber zur Pflicht werden. Aus diesen Statistiken kann man lesen, wie viele Geräte den CyanogenMod nutzen, welche das sind und aus welchem Land die Nutzer kommen. CyanogenMod-Kopf Steve Kondik teilte mit, dass es ihn ärgere nicht genau zu wissen, wer die Software einsetzt. Nach massiven Protesten einiger Nutzer macht man nun aber einen Rückzieher, alles bleibt beim alten – die Statistiken sind optional.

Als Begründung wurde angegeben, dass die Erhebung der Statistiken für einen kleinen – aber durchaus lautstarken Teil der Nutzerschaft ein größeres Problem darstellt, obwohl man betonte, dass man diese Daten nicht weitergeben werde.

Ich habe mir gestern viele Kommentare zum Thema durchgelesen. Datenschutz, Privacy und Co mal dahingestellt – vieles was ich lesen musste, war leider wertfreier Müll. Ein typisches Abbild des hässlichen Internet-Benutzers, der sich immer durch das Web schmarotzt, ohne für Dienste und Co, die man so in Anspruch nehmen kann, überhaupt etwas geben zu wollen. Weder Geld, noch durch Mithilfe durch die Sammlung anonymisierter Daten.

Und dass sind dann genau die Benutzer, die beim CyanogenMod auf die Pauke hauen, aber fleißig bei Google, Facebook und Co unterwegs sind oder Android-Apps nutzen, die wahrscheinlich noch mehr Daten erheben, ohne dass der Benutzer etwas davon mitbekommt. Dennoch: für den CyanogenMod war diese Rolle rückwärts sicherlich ein besserer Schritt. Ich kann beide Seiten verstehen – die, die aus einfacher und ehrlicher Angst keine Daten verschicken wollen – und die Jungs des CyanogenMods. Verstehen kann ich aber nicht die Heulsusen, die nur Müll schrieben.

Und für euch gilt: wenn ihr den CyanogenMod nutzt, dann macht was. Schickt anonymisierte Daten – oder spendet einfach mal ein paar Euro. Die Jungs sind Schuld, dass ihr auf euren alten, vom Hersteller vergessenen Geräten überhaupt noch frisches Android nutzen dürft.


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