Roaming: EU-Parlament und EU-Rat einigen sich, Abschaffung der Roaminggebühren kann erfolgen

1. Februar 2017 Kategorie: Mobile, geschrieben von:

Seit Jahren ein Dauerbrenner auf dem Mobilfunkmarkt, ist die Diskussion über Roaming-Gebühren innerhalb der EU. Geht es nach dem Europäischen Parlament, muss der Kunde keinen Aufschlag mehr bezahlen, wenn er Leistungen seines Mobilfunkvertrags in Anspruch nimmt und sich dabei im Ausland aufhält. Das wurde auch so beschlossen, allerdings gab es einen größeren Haken. Die Maximalgebühren, die Netzbetreiber untereinander zu bezahlen haben, wenn ein Kunde seinen Mobilfunkvertrag in einem fremden Netz nutzt. Hier gibt es nun endlich eine Einigung, somit steht dem Wegfall der Roaming-Entgelte ab Juni theoretisch nichts mehr im Weg.

Praktisch sieht es – zumindest in Deutschland – so aus, dass die Netzbetreiber ihre Verträge bereits teilweise angepasst haben, Inklusiveinheiten können auch im Ausland genutzt werden, ohne dabei in eine Kostenfalle zu tappen. Auch bei den Anbietern, die das in der Form nicht anbieten, hat sich in den letzten Monaten einiges getan und man erhält zumindest besser gefüllte Datenpakete im Ausland. Zwar immer noch verhältnismäßig teuer, aber eben besser als vorher.

Die Deckelung der Maximalkosten für die Netzbetreiber ist das Puzzle-Teil, das bei der Abschaffung der Roaminggebühren fehlte. Die Maximalkosten wurden folgendermaßen festgelegt, sie sind sogar unter dem, was das Europäische Parlament vorgeschlagen hatte:

– 0,032 Euro für Anrufe, anstatt der vorgeschlagenen 0,04 Euro.

– Für Daten gibt es eine schrittweise Abstufung der Kosten: von 7,70 Euro (15/06/2017) auf 6 Euro (01/01/2018), 4,50 Euro (01/01/2019), 3,50 Euro (01/01/2020), 3 Euro (01/01/2021), 2,50 Euro (01/01/2022) pro Gigabyte, vorgeschlagen waren 8,50 Euro pro Gigabyte.

– 0,01 Euro pro SMS, wie vorgeschlagen.

Diese Vereinbarung steht zwar nun, allerdings muss sie erst noch von den verschiedenen Organen abgenickt werden. Irgendwie lesen sich die Ausführungen des Europäischen Parlaments auch nicht so, als wäre Roaming dadurch nun ab dem 15. Juni Geschichte, vielmehr ist der Rahmen geschaffen, um Roaming endgültig abzuschaffen. Wir werden sehen, wie sich die Netzbetreiber verhalten werden, auf jeden Fall sollte es im Ausland nicht mehr so teuer sein, wenn man sein Smartphone nutzt.

Update: Nicht die Netzbetreiber direkt haben sich geeinigt, sondern EU-Parlament und EU-Rat. Einen interessanten Absatz gibt es außerdem noch in dieser Veröffentlichung. Dort heißt es nämlich, dass die Netzbetreiber eine „Fair Use Policy“ anwenden können, um Missbrauch zu vermeiden. Sprich, Netzbetreiber können dennoch festlegen, wie viel der Kunde zum „Heimpreis“ in Ausland nutzen darf.


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