Review: Samsung Galaxy Nexus

18. Januar 2012 Kategorie: Android, Hardware, Mobile, geschrieben von: caschy

Einige Zeit ist vergangen, seitdem ich mir für teuer Geld das Samsung Galaxy Nexus kaufte. Zeit für meinen persönlichen Erfahrungsbericht, zu dem ich vorab sagen muss, dass ich natürlich nicht objektiv sein kann. Das ist keiner. Zuviele Geräte der höheren Preisklassen nutzte ich in der letzten Zeit, sodass ich immer gezwungen bin, Vergleiche zu ziehen. Trotz alledem hoffe ich, dass ihr ansatzweise mit meiner kleinen Review anfangen könnt. Der Grund warum ich das Samsung Galaxy Nexus kaufte?

Ich wollte eines der ersten Geräte mit Android Ice Cream Sandwich haben. Zudem erschien mir das Google-Gerät auch in Sachen Update logisch. Schneller wird man keine Updates bekommen, da es viele Hersteller bekanntlich nicht auf die Kette bekommen, zeitnah Updates anzubieten, bzw. erst einmal die Oberfläche angepasst werden muss. Es sollte mein Android-Referenz-Telefon für die nächste Zeit werden, ich war es satt, mich alle paar Monate neu in ein Smartphone zu verlieben, das zwar immer leistungsstärker ist, aber diese Leistung von mir nicht gebraucht wird. Dual Core? Quad Core? Ich bin kein Gamer, alle mir bekannten und von mir benutzten Apps laufen auch wunderbar auf einem Smartphone mit Single Core.

Die Haptik und das Design:

Das Gerät ist ein Plastikbomber. Sieht man aber nur hinten, da das Samsung Galaxy Nexus auf der Frontseite fast nur aus Display besteht. Es sieht von vorne aus, wie viele Smartphones dieser Tage. Schwarz, quadratisch. Was will man auch anders machen? Rückseitig  ist das Samsung Galaxy Nexus grau-glänzend und der Akkudeckel weist eine Riffelung auf. Oben zentral residiert die Kamera, darunter der LED-Blitz. Durch die abgerundeten Ecken liegt das Samsung Galaxy Nexus meiner Meinung nach gut in der Hand.

Ich kann es in einer Hand halten und mit meinem Daumen zumindest horizontal auf dem Bildschirm alles erreichen, vertikal muss bewegt werden. Jeder, der über dieses Gerät nachdenkt, sollte es in die Hand nehmen. In der heutigen Zeit zählt ja nicht nur die technische Leistung, Optik und Haptik zählen auch du entscheidenden Faktoren, gerade, wenn du eben nicht ein Blogger bist, der seine Technik wechselt, wie andere die Unterhose. In Sachen Haptik und Design kann ich das Samsung Galaxy Nexus loben, es ist gefällig.

Es besitzt keine Menüelemente auf der Frontseite, die Navigation durch Android Ice Cream Sandwich erfolgt bekanntlich über das Display. Power- und Lautstärketasten befinden sich seitlich am Gerät, während der Anschluss für microUSB und den Kopfhörer unten ist. Hier übrigens meine damaligen ersten Minuten mit dem Gerät:

Das Display

Große 4,65 Zoll hat das Samsung Galaxy Nexus. Diese 4,65 Zoll bieten euch eine Auflösung von 1280 x 720 Pixeln an. Zum Display selber hatte ich bereits gebloggt, wer sich am AMOLED mit PenTile nicht stört, dem werden Unterschiede zu anderen Display vielleicht gar nicht auffallen. Was sofort auffällt ist die ungeil gelöste Helligkeit. Standardmäßig ist beim Samsung Galaxy Nexus die Helligkeit automatisch geregelt und absolut dunkel. Unschön dunkel. Hier sollte man per Hand nachregeln.

Ich selber empfinde die Farben des Displays als nicht warm, mir fehlt da das Gewisse etwas. Mein Display weist zudem eine unschöne Riffelung auf. Das Display ist ansonsten sehr scharf, wer was von sehbaren Pixeln und so weiter schreibt, der muss mit der Lupe auf die Welt gekommen sein.

Das System & Apps

Android Ice Cream Sandwich lasse ich jetzt mal aus. Über die Neuerungen des Systems hatte ich bereits mehrere Male gebloggt und kann vom Interessierten selbst nachgelesen werden. Für mich selber ist Android 4.x ein absoluter Traum. Ich habe auf dem Samsung Galaxy Nexus keine angepasste Oberfläche wie TouchWiz, Sense oder MotoBlur, sondern ein nacktes Android, welches wirklich Spaß macht. Es ist eye candy und wer behauptet, dass Android ein Frickel-System ist, der hat schlichtweg keine Ahnung, es ist intuitiv zu bedienen, dies beweist auch die kuschelige Android.com-Homepage.

Das System läuft auf dem Samsung Galaxy Nexus 1a, es macht Spaß. Aber: es ist nur das System. Was bislang nervig ist: viele Apps kommen scheinbar noch nicht mit dem neuen Android Ice Cream Sandwich klar. So ist zum Beispiel Tweetdeck unbenutzbar ruckelig und auch die offizielle Twitter-App is a pain in the ass – Stichwort aktivierte Hardwarebeschleunigung. Die Leiden des Early Adopters. Ansonsten laufen, zumindest bei mir, die Apps rund. Was ich so nutze, verrät ab und an die Kategorie Android hier im Blog.

Leider konnte ich – in Ermangelung eines zweiten Samsung Galaxy Nexus nicht die Beam-Funktion testen (Kontakte, Bilder und Co per Zusammenhalten der Smartphones tauschen. Funktioniert auch bei Apps. Du hältst ein Smartphone mit geöffneter App gegen ein anderes Smartphone, dieses öffnet dann den Android Market). Auch mit leistungsstarker Hardware und einem aktuellen Android muss aber gesagt sein: es läuft in allen Belangen nicht so flüssig wie ein iOS. Hier mal ein Microruckler, hier mal eine kurze Wartezeit. Ist leider so.

Die Kamera

Kurioserweise fand ich selten eine Kamera in einem Smartphone gut, bis ich ein iPhone 4S testen durfte. Großartige Kamera. Nun hatte ich also das Nexus, welches mit verbesserter Software für die Kamera – dank Ice Cream Sandwich – daherkam. Meine Meinung zur Kamera, welche mit 5 Megapixel auflöst? Bescheiden – damit meine ich keine Filter, keine Frickelei, sondern das nackte Bild in der Standardkonfiguration der Kamera. Blass. Nicht warm. Einfach mir nicht gefällig, in der Gesamtnote ein Befriedigend. Nicht mehr.

Testfotos hier

Wer ernsthaft Fotos machen will, der kann sicherlich was deichseln, der gemeine Schnellschuss sieht einfach nicht so klasse aus. Die neu hinzugekommene Zero Shutter-Technologie erlaubt es euch übrigens, ohne wilde Wartezeit Fotos am laufenden Band zu machen – dies geht aber meistens auch zu Kosten der Bildqualität. Filmen? Geht auch. Gute Qualität!

Der Alltag

Trotz Meckerei bei Kamera und Akku bedaure ich den Kauf des Gerätes nicht. Liegt aber an meinem technischen Interesse. Jeder, der ein Samsung Galaxy S2 oder so sein Eigen nennt: ein Update auf das Nexus lohnt nicht – wäre ich jetzt kein Blogger und hätte mein S2 gegen ein Nexus eingetauscht, dann hätte ich mich geärgert, da das Nexus mir, bis auf Ice Cream Sandwich, keinen wirklichen Mehrwert bietet.

Die Telefonie funktioniert wunderbar, die Gesprächsqualität ist jederzeit gut. Auch war mein Netz nicht besser oder schlechter, als mit jedem anderen Gerät. Lautsprecher? Kann man nutzen, sind laut und knarzfrei. Aber ich gehöre eigentlich nicht so zu den Menschen, die ihr Smartphone laut aufdrehen, um Musik zu hören. Otto Normal-Nutzer wird sein Gerät allerdings immer über Nacht an das Netz hämmern müssen. Die Akkulaufzeit (1750 mAh-Akku) ist gefühlt besser als beim S2.

Es ist, wie es immer ist: der, der mehr spielt und das Gerät intensiv nutzt, der muss des Öfteren an die Ladestation. Wer dem Galaxy Nexus nachsagt, dass es eine gigantische Akkulaufzeit hat, gehört dann aber auch sicherlich zu denen, die die dunkle Display-Standardhelligkeit nutzen. Ich selber komme locker von morgens bis in die Nacht aus. Dazwischen? Mail. Fotos. Twitter. Netz. Und zwar nicht wenig.

GPS funktionierte schnell bei mir, sodass ich gut mittels Google Maps “rumkam”. Hardcore-Test in Las Vegas. Das Gerät lässt sich nicht erweitern, der Speicher von 16 GB ist fix. Ich selber komme damit klar, doch wir dürfen sicher sein, dass in Zukunft bei schrumpfenden Größen der Speicherbausteine und sinkenden Preisen die Kapazitäten größer werden und müssen – schleppen wir doch gerne unsere Daten im Sinne von Film und Foto mit uns herum.

Das Samsung Galaxy Nexus verfügt nicht, wie andere Geräte, über den klassischen Massenspeichermodus, sondern kommuniziert mittels MTP mit eurem Mac oder dem PC. MTP bietet als Vorteil, dass das Gerät direkt abgezogen werden kann & andere Systeme als FAT nutzen kann. Nachteil? Kein Zugriff auf das Dateisystem als solches möglich. Mich persönlich störte dies nie und auch der normale Benutzer wird keinen Unterschied merken. Dank MTP hat der Benutzer volle Verfügung über den Speicher. Er wird nicht durch eine vorhergehende Formatierung begrenzt.

Die Daten (siehe auch)

  • Android 4.0.1 Ice Cream Sandwich
  • 1 GB RAM
  • 1,2 GHz Dual Core-Prozessor
  • 16 GB interner Speicher
  • HSPA+
  • WLAN b/g/n
  • Bluetooth, GPS
  • NFC, WiFi Direct-Unterstützung
  • 1750 mAh Akku
  • 5 Megapixel Cam mit LED-Blitz und 1080p-Videoaufnahme
  • 1,3 Megapixel Frontcam
  • Gewicht: 135 Gramm
  •  Beschleunigungssensor, Gyroskop, Kompass, BarometerLichtsensor
  • Größe: 135,5 x 67,94 x 8,94 mm

Mein persönliches Fazit

Es ist das für mich beste Android-Smartphone, welches ihr, Stand heute, bekommen könnt. Trotz der von mir angesprochenen Kritikpunkte. Bei diesem Gerät könnt ihr euch sicher sein, dass ihr schnellstmöglich Updates uns Features bekommt – Google Juice sei Dank. Wer allerdings nicht zu den Hardcore-Nutzern gehört, der muss diese Summe nicht ausgeben, auch mit günstigeren Geräten kommt man gut durch das Internet. Auch solltet ihr euch überlegen, ob euch die 16 GB interner Speicher ausreichen.

Gehört ihr zu den Menschen, die auf einer microSD-Karte Filme und Musik mit sich herumtragen, so wird das beim Samsung Galaxy Nexus aufgrund des fehlenden Anschlusses sicher nix. Wer die 500 Euro ausgeben will, der hat erst einmal Ruhe und das beste Android-Smartphone. Und weil ich immer wieder gefragt werde, was ich lieber nutzen würde – mein iPhone 4S (großer Testbericht hier) oder das Samsung Galaxy Nexus: beide Geräte machen mir Spaß.

Ich liebe es, mit allen Systemen zu leben und zu arbeiten, aufgrund der guten Kamera und der wirklichem Smoothness ist allerdings das iPhone mein Favorit in Sachen Normal-Benutzung, alles, was Gaming anbelangt oder meine technische Leidenschaft heraufbeschwört, deckt das Samsung Galaxy Nexus bestens ab.

Mein Rat an euch? Nehmt Reviews oder Testberichte wie den meinen maximal als lose Plauderei unter Kumpeln. Wir Menschen haben hoffentlich alle unterschiedliche Neigungen, Ansprüche und Anwendungszwecke an unser Smartphone – bzw. an Technik generell. Lest euch vor dem kauf ruhig ein, vergleicht nicht die Berichte, sondern nur die Richtung, in die so ein Bericht geht. Haben viele Tester einen bestimmten Punkt am Gerät auszusetzen? Dann könnte dies unter Umständen tatsächlich der Fall sein. Nehmt die Kiste selbst in die Hand, probiert sie ein wenig aus, das erspart euch Frustration.

Sonst noch was?

Gegenüberstellung Motorola Razr vs. Samsung Galaxy Nexus

Die ersten Minuten mit dem Samsung Galaxy Nexus

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Über den Autor: caschy

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