Reuters-Umfrage zur Apple Watch: 13 Prozent würden ein iPhone kaufen und andere interessante Zahlen

14. März 2015 Kategorie: Apple, Wearables, geschrieben von:

Die Apple Watch ist ein mindestens genauso erwartetes wie sehr schwer einzuschätzendes Produkt. Sie ist nicht die erste Smartwatch auf dem Markt, gilt aber dennoch als Hoffnungsträger für die gesamte Branche der Wearables. Aber es gibt auch genug Kritiker. Die einen bemängeln den Preis, den anderen fehlt es an Innovation. Apple zeigt sich selbstbewusst und lässt keine Zweifel daran, dass die Apple Watch natürlich die perfekte Ergänzung zu einem iPhone ist. Wie die Apple Watch vom Käufer letztendlich angenommen wird, zeigt sich dann ab dem 24. April, dem Verkaufsstart von Apples persönlichstem Produkt. Reuters gab eine Umfrage in den USA in Auftrag, um in Erfahrung zu bringen, wie die Uhr bei den Menschen ankommt. Wie immer kann man die nackten Zahlen interpretieren wie man möchte, eine Interpretation und Meinung gibt es in diesem Artikel.

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Tim Cook erzählte auf dem Spring Forward Event, dass er die Apple Watch so bekannt wie möglich machen möchte. Bedenkt man, dass sie bereits im September 2014 vorgestellt wurde und seitdem eigentlich zu keinem Zeitpunkt mehr aus der Presse verschwunden ist, sollte dies kein Problem sein. Die Umfrage fand zwischen dem 9. und 13. März statt, also direkt im Anschluss an die Vorstellung der Uhr. Die mediale Aufmerksamkeit für die Apple Watch war riesig. Dennoch gab nur etwa die Hälfte der Befragten an, dass sie innerhalb der letzten Tage News zur Apple Watch wahrgenommen hätten. Apple tut dabei alles, um die Watch überall in Szene zu setzen. mit iOS 8.2 gab es die Apple Watch App direkt auf den Homescreen der iPhone-Nutzer und auch in den Apple Stores wird die Uhr bereits beworben. Dennoch ist die Bekanntheit sicher nicht da, wo Apple sie gerne hätte.

69 Prozent der Befragten haben kein Interesse daran, eine Apple Watch zu kaufen. Was vorerst negativ klingt, kann sich dennoch positiv für Apple entwickeln. Immerhin sind fast ein Viertel der Befragten an der Smartwatch von Apple interessiert. Natürlich ist auch diese Zahl mit Vorsicht zu genießen, Interesse heißt schließlich nicht, dass man direkt in den Apple Store stürmt und sich eines der Modelle holt. Zumal sowieso nur rund ein Drittel der Befragten überhaupt Interesse an einer Smartwatch haben.

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Und das wird auch die Schwierigkeit von Apple werden. Die Nutzer davon zu überzeugen, dass eine Smartwatch einen Mehrwert bietet. Letztes Jahr wurden rund 4,6 Millionen Smartwatches verkauft, geht es nach Analysten, wird Apple 2015 zwischen 10 und 32 Millionen Apple Watches verkaufen. Eine solcher Absatz erfordert ein großes Umdenken bei den Nutzern, die eine Smartwatch bisher nicht als Notwendigkeit betrachten. Gleichzeitig würden diese hohen Verkaufszahlen auch bedeuten, dass sich andere Smartwatches besser verkaufen als bisher. Das heißt der Gesamtmarkt würde innerhalb eines dreiviertel Jahres explodieren. Möglich ist das durchaus, aber wohl auch sehr optimistisch betrachtet.

Dass die Apple Watch durchaus auch ein Grund für einen Wechsel des Smartphones sein kann, geben 13 Prozent der Befragten an. Der Rest würde logischerweise nicht auf ein iPhone setzen, nur um die Apple Watch nutzen zu können. Immerhin bestätigen 29,5 Prozent der Befragten der Apple Watch einen „Cool Factor“. Und das ist meiner Meinung nach auch genau das, was Apple erreichen will. Die Smartwatch als Accessoire zu sehen. Der Nutzen wird mit den Apps kommen, so wie es auch bei Smartphones am Anfang der Ära war.

Das deckt sich auch mit unserer Umfrage des Monats, die aktuell noch läuft. Mehr als ein Drittel der Teilnehmenden sieht aktuell keinen Bedarf an einer Smartwatch oder einem Fitness-Tracker. Hierbei muss man bedenken, dass bei uns technikaffine Menschen lesen, die normalerweise eher zu denen gehören, die neuer Technik eine Chance geben. Einen Zwischenstand der Umfrage, an der Ihr in diesem Beitrag teilnehmen könnt, habe ich hier eingebunden:

Umfrage_Smartwatch_Zwischenstand

Auch ist klar, dass die Auswahl bei der Konkurrenz nicht kleiner wird. Wer ein Android-Gerät nutzt hat mittlerweile eine breite Auswahl an Android Wear Smartwatches und Google bietet verschiedene Modelle auch direkt im eigenen Online Store an. Da werden dieses Jahr sicher noch mehr hinzukommen und auch traditionelle Uhrenhersteller werden sich mit dem Thema Smartwatch auseinandersetzen.

Als Technik-Fan kann man sich nur wünschen, dass Smart Watches so richtig Fahrt aufnehmen. Dabei spielt es auch keine Rolle, ob man nun Android Wear, eine Pebble, die Apple Watch oder eine andere Lösung wählt. Je mehr Käufer die Geräte finden, desto schneller können sie verbessert werden. Apple macht in diesem Fall nicht nur Marketing in eigener Sache, sondern könnte die ganze Branche mitziehen, ein Umstand, auf den viele auch spekulieren.

(Quelle: Reuters)


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Über den Autor:

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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