Reolink Argus ausprobiert: Kabellose Überwachungskamera

30. Juli 2017 Kategorie: Backup & Security, Hardware, Smart Home, geschrieben von: caschy

Smart-Home-Kameras erfreuen sich großer Beliebtheit. Sie sind oft schon für kleines Geld zu haben und erlauben von überall her den Blick in die eigenen vier Wände. Viele Hersteller bieten derartige Lösungen an, eine Zusammenfassung der von uns bereits getesteten Smart-Home-Überwachungskameras findet ihr am Ende dieses Beitrages. Neu ist nun die Reolink Argus (im Gegensatz zu den anderen Produkten der Firma noch nicht via Amazon zu finden). Das Produkt wurde über die Crowdfunding-Plattform Indiegogo finanziert.

Man startete mit kleinem Ziel, sammelt dann aber über 1.000.000 Dollar ein, was knapp 4.000 Prozent der ursprünglich geplanten Summe waren. Das 2009 gegründete Unternehmen Reolink hat seit längerer Zeit Überwachungskameras im Angebot, die Argus-Lösung liegt bei derzeit 90 Dollar.

Fangen wir erst einmal mit den Eckdaten an, die ja nicht unwichtig sind. Ich halte mich da kurz. Die Reolink Argus ist für den In- und Outdoor-Einsatz gedacht, bietet WLAN und wird über vier Batterien betrieben. Mann kann sie also komplett drahtlos einsetzen. Das ist nicht ganz neu, allerdings braucht die Reolink Argus im Gegensatz zu einer Arlo-Lösung von Netgear keine Base. Sie läuft alleinstehend.

Der große Punkt für viele: Wie sieht es denn aus mit Cloud-Speicher? Nein, den bietet die Kamera derzeit nicht, das ist wohl optional in Planung. Man setzt einfach eine microSD-Karte ein – auf dieser werden Bewegungen gespeichert. Das wird vielen gefallen.

Die Reolink Argus bietet 1080p Auflösung, hat einen Nachtsichtmodus (ungefähr 10 Meter Sichtbereich) und aufgrund der verbauten Batterien wird man als Nutzer sicherlich erkennen, dass das keine Lösung für das Dauerstreamen ist. Stattdessen wird man über einen Smart PIR Motion Sensor versorgt. Dieser nimmt wahr, wenn Bewegungen ablaufen und zeichnet diese auf der microSD-karte auf. Ebenfalls wird der Nutzer informiert, via Push, E-Mail oder Sound-Alarm. Dann kann er schauen was los ist, via Zwei-Wege-Audio auch über die Kamera Konversation betreiben.

Im Lieferumfang befindet sich eine Schnellstartanleitung, die Kamera, die dazugehörigen Batterien, Resetnadel, Dübel und Schrauben sowie zwei Halterungen. Eine mit Kugelgelenk und eine magnetische. Letztere kann man auch nutzen, wenn man sich die Kamera ins Regal stellen möchte. Kleines Detail: Die Reolink Argus hat zwei Papiervorlagen für Bohrlöcher, so muss man nicht die Halterungen zum Anzeichnen nutzen. Auf solche Dinge verzichten die Hersteller in der Regel immer.

Die Einrichtung. Nachdem die Batterien eingelegt wurden, wurde ich in englischer Sprache per Sprachausgabe darauf hingewiesen, die App zu installieren und über diese die Kamera einzurichten. Das Erkennen der Kamera erfolgt über das Scannen eines QR-Codes. Man übergibt dann noch das WLAN nebst Passwort und kann dann direkt loslegen. Als deutscher Nutzer vielleicht nicht ganz so schön: Die Android-App spricht Englisch (iOS wurde eingedeutscht).

Die App als solches ist logisch aufgebaut und bietet die gängigen Geschichten. So kann man beispielsweise festlegen, bei welcher Intensität der Bewegung eine Meldung rausgeschickt wird. In Sachen E-Mail-Benachrichtigung sind drei Empfänger einstellbar, die bekommen dann eine Benachrichtigung, wenn die App nicht vorhanden ist. Der Mailserver des Absenders muss dabei in der App eingetragen werden. Vielleicht ganz nützlich, wenn man im Urlaub ist und die Nachbarn informiert werden sollen, wenn die Kamera Laut gibt.

Ferner gibt es noch Qualitätseinstellungen, die Kamera ist, obwohl sie 1080p bietet, auf automatische Qualität eingestellt – das kann 720p oder 1080p sein. Man kann die App und somit die Kamera auf 1080p zwingen. Was übrigens bei Bewegung passiert, ist einstellbar. Man kann alles auswählen – oder nur Teile. So gibt es die erwähnte Mail, die Push-Benachrichtigung, die Videoaufnahme und eine Sirene. Die ist recht laut und ich empfehle, diese nicht zu aktivieren, wenn man die Kamera da aufgestellt hat, wo es zu Fehlalarmen kommen kann.

Zur Batterielaufzeit: Ihr könnt natürlich streamen. Auch durchgängig. Dann könnt ihr jeden Tag die Batterien wechseln. Von daher solltet ihr das lieber nicht tun und die Reolink Argus ihren angedachten Dienst machen lassen. Dann aktiv werden, wenn Bewegung erkannt wird. Und wenn ihr aus irgendwelchen Gründen gerne und oft mit der App hantiert: Stellt sicher, dass ihr den Live-Stream bei App-Start deaktiviert.

Schaut man sich die Screenshots an, so erkennt man, dass die App nicht gerade so ganz modern wirkt. Das liegt daran, dass es kein neues Produkt ist, die App halt auch für andere Cams von Reolink gedacht ist, also auch die stationären. Wenn man sich ein bisschen durchgewühlt hat, sollte die Bedienung aber kein Problem darstellen. Dennoch darf man da etwas schrauben, was die Nutzungsfreundlichkeit angeht.

Das findet sich in den folgenden Negativ-Punkten wieder: Nimmt die Kamera an einem Tag mehrere Bewegungen auf, so kann ich diese nicht einzeln anwählen. Ich sehe eine Zeitleiste, über die ich dann einzelne Sachen anspringen kann. Und wenn ich dann auch noch einen Teil für die spätere Verwendung haben will, dann muss ich in der App beim Anschauen des Videos noch separat einen Screenshot anfertigen oder eine Aufnahme anfertigen. Das hätte man sicher besser lösen können.

Die Qualität als solches ist gut, wobei man schon die Unterschiede zwischen der fließenden Qualität und der erzwungenen FullHD-Auflösung bemerkt. Letzten Endes machte die Kamera tagsüber als auch in der Nacht gute Aufnahmen. Man muss nur beim Export darauf achten, dass man die beste Qualität wählt, denn wenn man sich Aufzeichnungen anschaut, die vielleicht in 1080p aufgenommen wurden, wird dennoch standardmäßig in schlechterer Aufnahme gestreamt und lokal aufgezeichnet, hier sollte man dann in der App „Clear“ wählen.

Ein kurzes Fazit? Die Lösung als solches ist gut und mit 90 Dollar auch nicht unbedingt teuer. Der Spaß benötigt keinen Hub und keinen Stromanschluss. Die Batterielaufzeit konnte ich bisher noch nicht testen, allerdings ist es wie bei allen Cams dieser Art: Wird gestreamt, ist der Akku schnell alle, ansonsten kommt man halt länger hin. Seitens Reolink hat man noch eine „Könnte so lange halten“-Tabelle veröffentlicht.

Der direkte Wettbewerber wäre vielleicht die Canary Flex, da kann man notfalls noch ein Netzkabel anschließen.

Ansonsten lege ich mal auf die Pro-Seite los: Support für microSD-Karten. Recht günstig für das Gebotene im Vergleich zum Markt. Fast überall nutzbar (auch draußen, geschützt nach IP65) und schnell eingerichtet. Laute Sirene mit drin. Zwei-Wege-Audio. Kein Cloud-Abo vonnöten. Snapshots bei Bewegungen werden auf Wunsch an Nutzer gemailt.

Kontra: Kein Zoom. Kamera mit den Aufnahmen kann gestohlen werden. Die Audioaufnahme ist ok, mehr aber nicht. Die App muss unbedingt besser werden. Das Anschauen von Aufnahmen und die Speicherung dieser ist wirklich verbesserungswürdig. Eine andere Farbe außer Weiß wäre vielleicht auch toll. Besitzer der Kamera sollten immer ein paar CR123-Batterien im Haus haben. Vier braucht die Kamera. Gibt es in diversen Packs, 10 Stück kosten um 18 Euro, die Kamera nimmt aber auch Akkus an.

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