Reisebericht Rhodos: Teil 1

30. August 2009 Kategorie: Privates, geschrieben von:

Eine Warnung vorab: viel Text und Bilder inside. Ihr müsst euch bei Interesse also sicherlich einige Minuten Zeit nehmen um alles zu lesen.

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Der eine oder andere von euch hat es sicherlich mitbekommen: es gab eine Woche lang nur Gastbeiträge und einen kurzen Zwischenstatus von mir. Der Grund war ganz einfach: Urlaub. Nachdem ich mit meinem Chef telefoniert hatte konnte ich spontan eine Woche frei nehmen. Wir fuhren also mal eben zum Flughafen nach Bremen und schauten uns einige Angebote an. War gar nicht so einfach: ich hasse diese riesigen Bettenburgen, möchte auf der anderen Seite allerdings auch nicht zu abgeschottet urlauben. Nach einer Selektierung der Angebote in Form von Zeit- und Finanzrahmen sollte es dann also für eine Woche nach Rhodos gehen. Obwohl bereits klar war dass wir die meiste Zeit unterwegs sind, gab es das All Inklusive-Paket.

Rhodos ist übrigens die zweitgrößte griechische Insel. Untergebracht waren wir im Hotel Alfa Beach im Stadtteil Kolymbia. Dieser unterscheidet sich von Faliraki dadurch, dass es weniger Bettenburgen und Touristenmeilen gibt. Was mir nach unserer Ankunft als erstes auffiel war die Tatsache, dass die ganze Insel von Betonskeletten überzogen ist. Keine fertig gestellten Häuser / Hotels also, sondern alte halb angefangene Bauten. Das gleiche Bild bot sich auch in Kolymbia. Viele Restaurants und Märkte stehen scheinbar schon seit Jahren leer. Statt dieses Gebäude zu nutzen, baut man einfach neue.

Neben der eigentlichen Entspannung sollte der Urlaub auch der Erkundung der Insel dienen. Ich würde nichts mehr hassen, als sieben Tage einfach am Pool gammeln zu müssen. Wer Rhodos besucht, der sollte ca. 30 bis 40 Euro pro Tag für einen kleinen Leihwagen einkalkulieren. Um die wirklich interessanten Sachen kurz zu sehen benötigt ihr mindestens zwei Tage. Achtet auch auf eure Fahrweise. Ab und an laufen Ziegen über die Fahrbahn.

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Das Hotel Alfa Beach

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Ein kleiner Bau mit nur einem Obergeschoss. Darauf legten wir bei der Buchung Wert. Keine Bettenburg. Nach der Landeskategorie bot dieses viereinhalb Sterne an. Alle Mitarbeiter waren sehr freundlich und sprachen gutes Deutsch und Englisch. Leider hielten sich ca. 90 % Deutsche in diesem Hotel auf. Ich versuche immer eine gute Mischung aus den Nationalitäten zu finden, ist irgendwie viel lustiger. Die restlichen 10% waren Holländer, Österreicher, Franzosen und Russen.

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Das Hotel ist mehr als Kinderfreundlich. Kinder / Jugendliche wurden in drei Altersgruppen aufgeteilt und konnten so den ganzen Tag bis in den späten Abend vom Animationsteam bespaßt werden. Ideal also für Eltern, die einmal Zeit für sich haben wollen. Das Animationsprogramm war aber meiner Meinung nach mehr als mager. Es wurde ausschließlich in deutsch abgehalten, was natürlich nicht so schön für die ca. 10 % Ausländer war. Ich war schon in einigen Hotels mit verschiedenen Nationalitäten und muss feststellen: wir Deutschen sind das langweiligste und kontaktärmste Volk der Welt. Was natürlich nicht für alle gilt, klar. Aber der Großteil der Deutschen blieb unter sich und mied den Kontakt zu anderen.

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Küche, Zimmer und Umfeld

Die Tage, an denen ich im Speisesaal aß enttäuschten. Das war nicht nur meine Erfahrung, sondern auch die einiger Mitgäste mit denen wir sprachen. Nicht dass man nicht satt werden würde, allerdings erhoffte ich mir etwas mehr Griechenland beim Essen. Und dass ist eben nicht nur ein Salat mit Ziegenkäse und Tzaziki. Stattdessen gab es relativ viel „internationale Küche“. Für jeden etwas, aber eben nichts typisches. Frisches Obst gab es nur in Form von Melonen und Weintrauben. Ein Ehepaar beschwerte sich sogar über die fehlende nationale Küche. Ich selber aß deshalb zweimal außerhalb griechisch und war zufrieden. Ach ja, packt euch am besten eine längere Hose ein. Beim Abendessen war eine lange Hose erwünscht – oder zumindest eine, die eure Knie bedeckt. Ist scheinbar so in Griechenland, habe selber nicht schlecht gestaunt.

Die Hotelzimmer waren größentechnisch gut, ausgestattet mit einer Klimaanlage und einem TV-Gerät. Die Sauberkeit war o.k. aber nicht gut. Unter gut ist zu verstehen, dass ich keine dreckigen Ecken und schimmelige Fugen im Badezimmer habe. Da ich mich allerdings nur zum Schlafen und Duschen dort aufhielt, habe ich mich nicht wirklich so daran gestört. Wer mit dem Gedanken spielt dort seinen Urlaub zu verbringen, der sollte mich einfach mal anmailen. Fotos habe ich ohne Ende gemacht.

Bars gab es zwei. Eine direkt am Swimming-Pool. Diese hatte aber nur von 11.00 bis 16.30 Uhr geöffnet. Dort bekam man auch „nur“ Kaltgetränke. Wollte man nach 16:30 Uhr etwas trinken, so musste man zur Strandbar laufen. Dort gab es auch Kaffee. Die Strandbar hatte eine Öffnungszeit von 11:00 bis 24:00 Uhr. Das ausgeschenkte Bier Magnus hat ca. vier Umdrehungen, schmeckt wirklich gut – aber zischt eben nicht richtig. Ausgeschenkte Mischungen waren selbst für meinen Geschmack manchmal to strong (kann auch an der russischen Bedienung gelegen haben, die den Wodka in tödlichen Dosen servierte :)).

Obwohl die Strandbar rund war und oftmals von mehr als einer Person besetzt, gab es nur in absoluten Stoßzeiten zwei Ausgabestellen für Getränke. Ansonsten durfte man sich – typisch deutsch – in die lange Warteschlange einreihen und warten. Habe ich noch nie so erlebt und fand ich mega-ätzend. Die Bedienungen waren aber, wie bereits erwähnt, sehr freundlich.

Aufgrund meiner Tätowierungen kamen logischerweise auch immer Gespräche über Fußball zustande. Im Übrigen waren der russische und griechische Barkeeper jeweils der Meinung, dass es in Deutschland einen offiziellen Biertag gibt, an dem wir Deutschen frei haben und überall Bier getrunken wird. Ach ja, im Bereich der Lobby gibt es WLAN. Kostet einen Euro pro Tag (oder man fragt mich wie der Key ist ;)). Wer kein Notebook dabei hat, der kann auch auf eine der drei Surfstationen zurückgreifen.

So, soviel zum Hotel und dem Umfeld. Nun zu unserem Urlaub.

An einem Tag wanderten Nadine und ich den Tsambika-Berg hinauf, auf dem eine Kapelle steht.

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Diese ist für viele Gläubige eine Wallfahrtsort. Der Legende nach (gibt mehrere Versionen) sah ein Bauer in vielen Nächten ein Licht auf dem Berg. In einer Nacht stieg er auf den Berg und fand eine Ikone. Er betete dort und versprach, dass er eine Kapelle bauen würde, wenn seiner Frau ein Kind geschenkt werden würde. Als er vom Berg kam, verriet ihm seine Frau, dass sie schwanger sei….bla bla bla.

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Zwei Wege führen auf den Berg. Eine kurze Tour dauert ca. 45 Minuten, die längere ca. zwei Stunden (nur Hinweg). Aus Doofheit liefen wir die längere Tour. Irgendwann kamen wir oben an und ich muss sagen: jede kleine Kapelle in Griechenland strahlt mehr Glaube und Spirit aus, als viele Neubauten von Kirchen in unseren Breitengraden.

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Echt beeindruckend. Auch die Rituale der Katholiken empfand ich als sehr spannend. Ikonen und Bilder küssen ist ja bei uns nicht so. Ich habe diesen besonderen Ort auch gleich genutzt um meiner Nadine einen Heiratsantrag zu machen. Nach elf Jahren kann man diesen Schritt mal langsam gehen, oder? Übrigens: wer mag, der kann auch mit dem Auto auf den Berg hoch fahren. Es gibt zwei Park-Ebenen. Der Weg zur zweiten Ebene ist aber so steil, dass die italienischen Touris erst einmal zwei mopsige Mädels aus der Karre werfen mussten, damit diese die Steigung bewältigt. Wenn ihr mal da seid: lauft hoch. Geiler Ausblick. Unbezahlbar. Faule müssen eh die letzten knapp 260 Stufen hoch latschen. Sind übrigens nummeriert und zwischendurch gibt es zwei, drei Sitzbänke.

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Natürlich ging es auch in die historische Altstadt von Rhodos. Kleine verwinkelte Gassen mit vielen kleinen Geschäften. Diese bieten allerdings nur den üblichen Rhodos-Nippes an. Des Weiteren gibt es eine Vielzahl von Restaurants und Bistros. Preise sind in etwa mit den deutschen zu vergleichen. Aber den Rest erzähle ich euch in Teil 2 🙂


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Über den Autor:

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