Recht auf Vergessenwerden fordert Wikipedia als Opfer

4. August 2014 Kategorie: Google, Internet, geschrieben von:

Das Recht auf Vergessenwerden – die Entfernung von Links aus den Suchergebnissen – wurde vom Europäischen Gerichtshof geurteilt. Nun gibt es den ersten Fall, in dem ein Antragsteller die Löschung eines Verweises zu Wikipedia fordert. Und dieser wird laut The Guardian auch innerhalb der nächsten Tage entfernt. Jimmy Wales, Mitgründer von Wikipedia und Mitglied des Expertenrates, der Google bei der Durchsetzung des Rechts beisteht, nennt dies verrückt und eine Sache, die dringend repariert werden müsse.

Google Office

Leider gibt es keine Details zu der Anfrage. Im Fall Wikipedia ist es jedoch so, dass im Prinzip jeder an den Inhalten mitwirken kann, diese auch ändern, korrigieren oder zusätzliche Infos anbringen kann. Es handelt sich also nicht um statische Berichte wie „XY hat zum Zeitpunkt YZ das und das gemacht“, auf die nicht mehr verlinkt wird. Das Urteil besagt, dass Privatpersonen Links aus den Suchergebnissen löschen lassen können, die nicht mehr aktuell sind, nicht länger Relevanz besitzen oder unverhältnismäßig sind.

Sicher kann dies auch auf Wikipedia zutreffen. Ist es dort allerdings so, dass falsche Informationen hinterlegt sind, kann man dort direkt eine Korrektur veranlassen. Das Urteil des EuGH wird hier sicher schon sehr ausgereizt. Jedoch sieht man an den bisher gestellten Löschanträgen, dass diesen auch nicht leichtfertig stattgegeben wird. Rund ein Drittel aller Löschanträge wurde von Google abgelehnt.

Sollte sich das Urteil des EuGH irgendwann auf weltweite Suchergebnisse auswirken, wie es jetzt bereits in Kanada der Fall ist, droht mehr und mehr eine Internetzensur. Zwar sorgt das Urteil nicht dafür, dass die Inhalte verschwinden. Allerdings werden diese Inhalte von keinen Suchmaschinen mehr angezeigt, was es wiederum schwer machen wird, Inhalte zu finden, die einmal durch das Recht auf Vergessenwerden aus dem Suchindex verschwunden sind.


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Über den Autor:

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