Real World Racing – Google Maps mal anders erlebt

6. November 2014 Kategorie: Games, geschrieben von:

Stell dir vor, Du könntest in Google Maps mit einem Auto durch Berlin rasen. Schön aus der Vogelperspektive durch das Brandenburger Tor driften oder in Paris spät abends an einem wilden Rennen teilnehmen. Wunschdenken? Nicht ganz, mit dem wahrscheinlich besten Topdown Arcade Racer zumindest rein optisch und als Computerspiel durchaus machbar.
Real-World-Racing
Normalerweise werden Arcade Racer mit Vogelperspektive schnell langweilig, was bei Real World Racing (PC) nicht der Fall ist. Nach gut über 70 Stunden Spielzeit habe ich fast den Karriere Modus bewältigt aber es warten noch weitere Errungenschaften darauf, freigespielt zu werden. Was mich an diesem Spiel so fasziniert und permanent fesselt? Fast alles.

Fahrzeuge – vom Plastikbomber bis SUV

Die Autos sind in 5 Klassen unterteilt und jede Klasse beinhaltet im Schnitt 20 Fahrzeuge. In Klasse 5 befinden sich beispielsweise die typischen City Flitzer wie Smart, VW Polo oder Fiat Kisten, während in Klasse 1 die wahren Rennboliden von Ferrari, McLaren oder Porsche auf euch warten. Sogar ein F1 Rennwagen kann später gefahren werden (falls ihr den Hobel überhaupt unter Kontrolle halten könnt).

Sämtliche Autos wurden nach real existierenden Vorbildern modelliert, allerdings wurden keine originalen Markennamen oder Bezeichnungen verwendet. Hat sicherlich lizenztechnische Gründe aber die Autos sind zumindest optisch eindeutig identifizierbar. Mal abgesehen von der schönen Aufmachung (es gibt diverse Skins/Lackierungen für die Wagen im Spiel) und den immer passenden Motorensound, besitzen die Autos allesamt stark unterschiedliche Eigenschaften, welche sich im Rennen deutlich bemerkbar machen.
Autoauswahl

Bei der Autoauswahl werden ein paar knappe Daten mitgeliefert wie Beschleunigung, Höchstgeschwindigkeit, Handling, Bremsen und Driftverhalten.
Aber wie das so ist, auf dem Blatt ähnelt sich vieles und im Rennen kommt dann die dicke Überraschung. Während in den letzten Rennen der Lieblingswagen erste Siege einfahren konnte, ist man bei der nächsten Strecke vielleicht schon hoffnungslos unterlegen.

Zumeist liegt es am Wagen, der beispielsweise schnelle Kurven schlecht packt und daher auf Strecken mit engen Straßen und entsprechenden Kurven einfach kein Land sieht. Da hilft nur zurück zum Autohaus und Wagen tauschen. Keine Sorge, es macht Spaß auszuprobieren, welche Kiste auf welcher Strecke am besten funktioniert. Wie für ein Arcade Racer üblich, gibt es kein Schadensmodell bei den Fahrzeugen. Bei Unfällen fliegen zwar die Funken und es kracht ordentlich, die Autos nehmen aber keinen Schaden und können problemlos weiterfahren. Ihr verliert nur Zeit. Und nerven.

Grandiose Strecken

Heliverfolgung

Real World Racing besitzt in diesem Genre nicht nur die grafisch schönsten Strecken, was natürlich auch an der Google Maps Aufmachung liegt, sondern auch die abwechslungsreichsten. Mal bestreitet ihr Rennen in den Metropolen der Welt, mal heizt ihr an Côte d’Azur entlang oder kämpft euch durch die engen Straßen von Rom. Das Wetter kann ebenfalls eine entscheidende Rolle spielen.

Wer im verregneten London mit einem Muscle Car unterwegs ist, lernt den Begriff Driften auf ganz neue Weise kennen. Strecken wie auch Wetter haben übrigens auch Einfluss auf die Sicht. Neben Regenrennen mit schlechter Sicht, bestreitet ihr zuweilen auch Nachtrennen. Da sind zwar die Strecken schön ausgeleuchtet aber mit einem dunkel lackierten Fahrzeug eckt man schnell irgendwo an.

Hin und wieder kreuzt auch ein Hubschrauber oder kleiner Zeppelin euer Sichtfeld, stört aber glücklicherweise kaum. Störender hingegen sind enge Straßen und Alleen, wo viel Schatten einfällt und ihr dadurch häufig den Wagen kurzfristig nicht sehen könnt. Das berühmte Salz in der Suppe halt. Abseits der Strecken tut sich ebenfalls einiges. Straßenverkehr, Zuschauer, S-Bahnen oder Motorboote, die im Fluss nebenher fahren, sind nur eine kleine Auswahl, was es zu sehen gibt. Vieles davon nimmt man erst später richtig wahr.

Karriere, Arcade und Multiplayer Modus

RWR

Die Karriere in Real World Racing ist stellenweise echt bockschwer und selbst für eingefleischte Zocker eine Herausforderung. Von normalen Rennen mit bis zu 16 Teilnehmern bis hin zum Slalom Kurs sind einige Varianten vorhanden. Ihr werdet Slalom und Heli-Verfolgung möglicherweise hassen und die 1:1 Rennen lieben. So wie ich. Immer dran denken, das richtige Auto kann entscheidend sein. Manchmal lohnt gar ein Wagen (den man gut beherrscht) aus der unteren Klasse um zu gewinnen.

Obwohl die Karriere zuweilen zu Bissabdrücken in der Tischplatte führen kann, motiviert der Karriere Modus immer wieder weiterzumachen. Vor allem, weil hier bei erfolgreichen Bestehen neue Strecken und Autos als Belohnung winken. Geld gibt es übrigens auch. Sei es, weil ihr perfekte Power Drifts hingelegt, den Windschatten des Gegners zum Überholen genutzt oder weil ihr eben ein Rennen gewonnen habt. Vom Geld werden sich dann schleunigst neue Autos gekauft, die richtigen Kisten erleichtern das Vorankommen doch ungemein.

Paris

Neben der Karriere steht die Option „Schnelles Rennen“ zur Verfügung. Dort habt ihr freie Auswahl der verfügbaren Strecken und Autos (alle Klassen) und startet ein Rennen über zumeist 3 Runden. Rundenanzahl sowie Gegner KI können noch gesondert eingestellt werden. Hier auch gleich ein Tipp für Einsteiger: Fahrt erst ein paar schnelle Rennen um das Spiel kennenzulernen, bevor ihr die Karriere startet. Besonders die schnellen Rennen spülen Geld in die Kasse und zum Training neuer Strecken und Autos sind diese Rennen perfekt.

Das Zeitfahren ist einfach erklärt: ihr alleine auf der Strecke gegen die Uhr. Hier gilt es, Rundenrekorde zu knacken. Jede Wagenklasse wird unabhängig von der Strecke gewertet. Es ist auch eine Bestenliste dafür vorhanden, die online abgeglichen wird. Direkt nach Rennende wird euch dann der Rang in der Bestenliste anzeigt. Kurzweilige und schöne Abwechslung, bei der ihr auch vergleichen könnt, wie andere Spieler mit einem anderen (oder gleichen) Wagen sich schlagen.

Bedauerlicherweise ist beim Multiplayer bzw. Online Herausforderung rein gar nichts los. Das liegt etwa nicht an mangelnden Servern denn die sind vorhanden. Es hat sich herausgestellt das Real World Racing kaum bekannt ist und daher sehr wenige online fahren. Falls ihr also Lust habt ein Rennen zu bestreiten, hinterlasst einen Kommentar und dann machen wir gemeinsam was aus. Ansonsten ist Real World Racing aber auch als Solo Player extrem unterhaltsam.

DLC, Classic Cars und Errungenschaften

Classic

Die Entwickler stammen aus Italien und haben es sich nicht nehmen lassen, ein paar alte (und neue) italienische Klassiker im kostenlosen DLC (Download Content, zusätzliche Inhalte wie Strecken und Autos) namens The Italian Job zu packen. Außerdem stehen noch zwei kostenpflichtige DLC für je 1,49€ parat. Kauft besser das Bundle für 9,99€, wo diese schon drin sind. Ihr spart nicht nur Geld, die DLC lohnen sich auch. An Errungenschaften bei Steam könnt ihr insgesamt 66 erreichen, darunter auch ein paar recht witzige und ausgefallene. Ansonsten gibt es noch die Bestenliste sämtlicher Spieler, wo ich derzeit auf Platz 12 verweile. Die Top 10 zu knacken wird hart.

Fazit

Ich glaube man hat gemerkt, dass ich ein großer Fan(Boy) von Real World Racing bin. Selten machte mir ein Topdown Racer so viel Spaß. Es sieht fantastisch aus, die Autos steuern sich gut (benutzt besser ein Gamepad) und die Strecken sind einfach nur geil. Umso trauriger, dass dieses Spiel das typische Schicksal eines Indie Spiels ereilte und daher kaum bekannt ist. Vielleicht liegt es auch am Genre oder weil es schon so viele Arcade Racer gibt. Wie auch immer, dieses Spiel lohnt sich und es gibt eine Demo Version für alle Skeptiker zum Ausprobieren. Der Preis ist zwischenzeitlich auf 8,99€ reduziert worden, mit allen DLC kostet es dann 9,99€. Wenig Geld für viel gute Unterhaltung.

Real World Racing bei Steam


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Über den Autor:

PC- und Windows-Fanboy. Liebt rundenbasierte Strategiespiele, Audio-Apps und Software. Auch auf Twitter zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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