ReadOut!: Text-to-Speech App will als Vorleser Karriere machen

17. September 2017 Kategorie: Mobile, Software & Co, geschrieben von: André Westphal

Nutzt ihr Googles Text-in-Sprache? Ich selbst habe mir als Kind zwar gerne etwas von meinen Eltern vorlesen lassen, bevorzugt griechische Sagen und Geschichten über Robin Hood, aber mittlerweile habe ich diese Vorliebe hinter mir gelassen. Wer ungern Texte liest, vielleicht eine Sehbehinderung hat oder unter Umständen gemeinsam mit jemandem einen Artikel konsumieren will, greift aber unter Umständen auf das Feature zurück. In diese Kerbe schlägt auch die werbefinanzierte App ReadOut! für Android, geht aber einige Schritte weiter.

So kann Readout im Grunde alles vorlesen, was ihr in die App schmeißt: Sei es ein Artikel aus dem Web, oder eine selbst geschriebene Nachricht. Die App ist kostenlos, blendet allerdings Werbung ein. Jene prangt am unteren Rand der App und bewegt sich mit dem Störfaktor deswegen im Mittelfeld: Fällt durchaus stark auf und aktualisiert sich auch überaus häufig (in meinem Fall erschien rund alle 2 Minuten eine neue Anzeige), schränkt ansonsten die Benutzerfreundlichkeit aber nicht ein.

Wer keine Lust auf die Werbung hat, kann für 2,99 Euro auch Premiumnutzer werden. Dann verschwindet nicht nur die Werbung, sondern man erhält auch bevorzugten Kundendienst, kann so viele Texte speichern, wie man will (andernfalls sind es maximal zwei) und darf außerdem über eine Anmeldung via Google / Facebook geräteübergreifend seine Texte synchronisieren.

ReadOut! nutzt dabei den vorinstallierten Dienst des jeweiligen Geräts für die Text-zu-Sprache-Ausgabe.Wer also andere Stimmen wünscht, musst selbst auf die Suche gehen. Tonhöhe und Geschwindigkeit sowie eben die Sprache an sich sind aber direkt in der App anpassbar. Wie bekommt man nun denn die Inhalte zu ReadOut, die man sich vorlesen lassen will? Dafür empfiehlt der Entwickler Sven Ziegler einfach die Teilen-Funktion der Qeullen-App. Aber es geht natürlich auch ganz oldschool via Copy-and-Paste – z. B. aus WhatsApp heraus.

Funktioniert das Spielchen? Ja, ich habe mal bei einigen meiner Stamm-Websites und auch hier aus dem Blog z. B. einfach aus Chrome Inhalte mit ReadOut geteilt und sie werden dann eben in der App vorgelesen – wie es ja auch sein soll. Wenn ihr das wollt, markiert die App den Teil, der gerade vorgelesen wird, in der Farbe Grün. Es wird auch automatisch weiter durch den Inhalt gescrollt. Auch das Vorlesen eigens eingegebener Texte, funktioniert tadellos.

Die Qualität der Sprachausgabe, die Art der Stimme, die Betonung, etc. beeinflusst ReadOut! wie gesagt, nicht, da auf eure Standardlösung für TTS (Text-to-Speech / Text-zu-Sprache) zurückgegriffen wird. In meinem Fall eben dann auch Google Text-in-Sprache. In der App-Beschreibung nimmt der Entwickler den Mund jedoch etwas zu voll, indem etwa vorgeschlagen wird: „Gerade keine Zeit den Kindern etwas vorzulesen? Ob Gutenachtgeschichte oder zwischendurch, „ReadOut!“ liest Ihrem Kind eine Geschichte vor, wenn Sie gerade keine Zeit dazu haben.“ – ein realistisches Anwendungsszenario ist das freilich nicht. Das sollte man schon aufgrund der Roboter-artigen Stimme, die gern mal bei Betonungen oder Zahlenangaben daneben greift, vermeiden. Es sei denn ihr seid wirklich extrem faul und hättet auch kein Problem damit, wenn der Terminator am Kinderbett für die Abendunterhaltung zuständig wäre.

Ansonsten macht ReadOut! aber genau das, was die App eben verspricht: Texte vorlesen und das auch ohne Probleme. Tatsächlich fand ich die Funktion ganz praktisch, als ich beim Abwaschen stand und mal einen Artikel aus der FAZ konsumieren wollte. Klar, es gibt auch andere Apps mit ähnlichen Funktionen, aber ReadOut! ist definitiv eine nette und unkomplizierte Option. Der Entwickler hat gegenüber uns auch versprochen die App noch weiterhin zu pflegen und gerne auf Rückmeldungen zu gewünschten Features einzugehen. Mir hat gut gefallen, dass man sich auf eine Funktion fokussiert und diese auch benutzerfreundlich ausführt. Die App ist sehr gradlinig und ohne unnötigen Ballast. Das sagt mir persönlich immer sehr zu. Falls ihr ReadOut mal antesten wollt, findet ihr die App direkt bei Google Play.


Über den Autor: André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei
Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich
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