RAISR: Google sorgt für scharfe Bildvergrößerungen durch Machine Learning

15. November 2016 Kategorie: Google, geschrieben von: Sascha Ostermaier

artikel_google_researchDas Upsampling von niedrig aufgelösten Bildern ist entweder gut oder schnell, beides gleichzeitig in den seltensten Fällen. Diese Fälle könnten sich aber häufen, denn Google hat mit RAISR eine neue Methode, um Bilder nicht nur mit mehr Pixeln zu versehen, sondern dabei auch noch Details hervorzuheben, Details die bei herkömmlicher Berechnung meist verloren gehen. Das Mittel zum Zweck heißt wie so oft Machine Learning. Man kann RAISR (Rapid and Accurate Image Super-Resolution) mit Bildpaaren füttern, erlernt wird so ein Filter, der aus einem niedrig aufgelösten Bild ein hochaufgelöstes macht, ohne dabei so verschwommen zu wirken wie es beispielsweise bei der Anwendung von linearen Upsampling-Methoden der Fall ist.

Dieses Antrainieren der Filter, Google zeigt es an einem Beispiel mit 10000 Bildpaaren, dauerte eine Stunde, die Ergebnisse mit dieser Upsampling-Methode sind wesentlich besser. Durch die hohe Geschwindigkeit, die im Anschluss genutzt werden kann, können solche Berechnungen, also das Hochskalieren von Bildern, auch in Echtzeit auf Smartphones durchgeführt werden. Anwendungsgebiete dafür gibt es unterschiedliche. Man stelle sich nur einmal ein Bild vor, in das man weit hineinzoomen kann, ohne dabei nur noch Pixelbrei zu sehen.

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Auch im Browser wäre eine solche Methode sinnvoll. Man könnte schlecht aufgelöste Bilder laden, die logischerweise weniger Daten übertragen, und diese dann direkt auf dem Smartphone „hochauflösend“ machen. Opera lädt bei Nutzung des Datensparmodus zum Beispiel bereits kleinere Bilder, diese könnte man mit RAISR theoretisch wieder „groß“ anzeigen, ohne dabei eine größere Datenübertragung zu benötigen.

Die technischen Details zu diesem Vorgang findet Ihr im Google Research Blog. Wieder einmal ein sehr schönes Beispiel, was man mit Machine Learning so anstellen kann. Vielleicht sehen wir den Einsatz von RAISR ja schon bald in einer wahrnehmbaren Umgebung, bessere Bilder dürften für viele Nutzer ja durchaus eine interessante Sache sein.

Und hier noch ein Beispiel, das die Qualität von RAISR eindrucksvoll zeigt. Oben normal, unten nach der Filterung mit RAISR, gerade in den Augen ist der Unterschied sehr deutlich zu erkennen:

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Über den Autor: Sascha Ostermaier

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