QPhotoRec: Gelöschte Dateien wiederherstellen

19. April 2015 Kategorie: Backup & Security, Windows, geschrieben von: caschy

Seit Jahren ist die Kombo TestDisk / PhotoRec ein treuer Begleiter in meinem Software-Werkzeugkasten. Ich konnte mit der Software Urlaubsfotos vieler Kunden retten, zudem auch schon einmal wichtige eigene Daten wiederherstellen. Wo andere Hersteller für viel Geld viel versprechen, leistet PhotoRec einfach – kostenlos.

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Die Open Source-Lösung ist einfach ein klasse Stück Software, war aber in der Vergangenheit von vielen außer Acht gelassen worden, da man sich mit Terminaleingaben herumplagen musste. Ich schrieb in der Vergangenheit schon diverse Anleitungen zum Thema PhotoRec, diese hier ist einen Ticken freundlicher für Einsteiger, denn mittlerweile bietet man das Modul QPhotoRec an, welches einfach nur eine grafische Oberfläche für PhotoRec ist.

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Diese Oberfläche sollte es jedem möglich machen, gelöschte Dateien wie Fotos oder Musikstücke wiederherzustellen, sofern noch etwas zu retten ist. Das Modul QPhotoRec befindet sich im Download zu TestDisk / PhotoRec und wird ganz normal gestartet (siehe Screenshot Nummer 1).

Aus dem Menü wählt man dann den Ort aus, an dem die Dateien verloren gingen. Das kann natürlich eine Partition eurer Festplatte sein, aber auch eine externe Festplatte oder die SD-Karte, auf der ihr vielleicht versehentlich Fotos gelöscht habt. Hier wählt ihr die Partition und das Dateisystem aus, über das euch PhotoRec informiert (siehe Screenshot 2). Etwas weiter unten gibt es noch den Zielort, der für wiederhergestellte Dateien genutzt wird.

Bestenfalls sollte sich dieser auf einer anderen Partition befinden. Gelöschte Dateien sind nämlich nicht einfach weg, sondern vom System als überschreibbar gekennzeichnet. So lange nicht darüber geschrieben wird, sind die Chancen hoch, dass man Dateien wiederherstellen kann. PhotoRec erlaubt das Scannen über nicht zugewiesenen Speicherplatz oder die komplette Partition, bei den meisten „Schäden“ reicht hier die erste Option.

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Ganz unten findet ihr noch die Auswahl der Dateiformate (Screenshot Nummer 3). Je nachdem was ihr verloren habt, findet ihr hier die entsprechenden Typen. Wer verlorene Fotos auf einer SD-Karte sucht, der wählt hier lediglich JPG aus, weil: „schneller is das“.  Danach reicht ein Klick auf „Search“ um den Suchvorgang zu starten.

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PhotoRec informiert euch über den Vorgang (Screenshot Nummer 4), in dem von euch eingestellten Zielordner sollten nun auch die ersten Dateien auftauchen. Hier kann es sein, dass bei der Auswahl von Bildern auch Thumbnails mit gerettet werden, dies passiert oft, wenn man die Speicherkarte im Smartphone nutzte und der Bildbetrachter zur schnelleren Ansicht Thumbnails erstellte. Aber – das kann man sich ja alles nach Größe sortieren und nicht benötigtes Datenmaterial löschen.

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Für diesen Beitrag entnahm ich einem Smartphone die Speicherkarte und löschte sämtliche Dateien, auch Fotos von mir. Diese tauchten im Verlauf der Wiederherstellung wieder auf (Screenshot Nummer 5) – wohlgemerkt auch nur, weil ich mit der Speicherkarte in der Zwischenzeit nicht arbeitete. Wird eine gelöschte Speicherkarte verwendet, dann werden im Verlauf der Zeit immer weniger Inhalte wiederherstellbar, da sie ja durch neue Dateien überschrieben wurden. Deswegen: Schreibaktivitäten auf solchen Medien vermeiden.

Wie erwähnt: behaltet die Software auf jeden Fall im Hinterkopf, auch die QPhotoRec-Geschichte, die es früher nicht gab und die ganze Sache zur Terminal-Hangelei machten. So ist es schon einfacher für Einsteiger. Die Software ist kostenlos und Open Source. Wenn sie euch helfen konnte, dann spendet dem Entwickler etwas. Tut nicht weh.

Zur Homepage von TestDisk / PhotoRec

 



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Über den Autor: caschy

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