Pushbullet: SMS vom Android-Tablet, von Google indexierte Nutzer-Inhalte, überzogenes Pro-Modell

21. November 2015 Kategorie: Android, Mobile, geschrieben von: Sascha Ostermaier

artikel_pushbulletPushbullet hat es diese Tage wirklich nicht leicht. Zuerst kam das Pro-Modell, welches den Nutzern so gar nicht schmeckt (und Pushbullet sogar zu einem reddit AMA veranlasst hat). Und dann gab es auch noch ein Skandälchen bezüglich gespeicherter und abrufbarer Pushbullet-Inhalte. Insofern vielleicht nicht der günstigste Zeitpunkt, um ein neues Pushbullet-Feature vorzustellen. Immerhin ist es ein Feature, das nicht den Pro-Nutzern vorbehalten ist, es handelt sich dabei um das Verschicken von SMS vom Android-Tablet aus.

Um SMS vom Tablet aus nutzen zu können, benötigt man logischerweise auch ein Android-Smartphone mit Pushbullet. Hier muss man den SMS-Sync aktivieren, im Anschluss kann man dann auf dem Tablet im Pushbullet-menü SMS auswählen und losschicken. Im Prinzip funktioniert das genau so wie das Versenden von SMS via Pushbullet auf dem PC. Das heißt: Die SMS werden an das Smartphone übergeben und von dort aus verschickt. Zahlt Ihr für den SMS-Versand, fallen diese Kosten auch vom Tablet aus an.

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Das neue Feature steht ab sofort zur Verfügung und kann bis 1. Dezember auch noch vollumfänglich genutzt werden. Danach können mit den kostenlosen Pushbullet-Accounts nur noch 100 SMS pro Monat verschickt werden. Pushbullet Pro war auch Gegenstand eines „Ask Me Anything“ bei reddit. Hier hat Pushbullet recht offen zugegeben, dass man die Pro-Accounts versemmelt hat. Eine konkrete Lösung gibt es nicht, der allgemein herrschende Ton zeigt aber, dass es Pushbullet mit der Preisgestaltung nicht gerade gut gelöst hat.

Es wird sich zeigen, ob Pushbullet bei der 40 Dollar pro Jahr-Strategie bleibt. Es ist nicht allzu abwegig, dass hier noch einmal korrigiert wird, aber konkret wurde von Pushbullet noch nichts genannt. Ebenfalls gestern tat sich bei reddit eine Diskussion um gespeicherte Dateien auf. Nutzer entdeckten Inhalte von Pushbullet-Nutzern frei zugänglich im Netz. Darunter auch sehr persönliche Daten, wie zum Beispiel der Scan eines Ausweises.

Die Empörung war sehr schnell sehr groß, dabei handelt es sich hier um eine sehr weit verbreitete Methode der Speicherung von Dateien. Wenn man Dateien via Pushbullet teilt und den Link dann öffentlich verbreitet, kann er auch von Google (oder anderen Suchmaschinen) indexiert werden. Das sorgt dann dafür, dass diese Dateien für jedermann aufrufbar sind, sei es durch den direkten Link oder die Indexierung einer Suchmaschine. Ist bei Google Drive zum Beispiel nicht anders. Und auch bei Facebook- oder Google-Fotos wird auf die gleiche Weise gespeichert. Kein Grund zur Panik, aber man sollte sich bewusst sein, dass man private Dateien eventuell sichtbar macht, wenn man einen Link öffentlich teilt.



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Über den Autor: Sascha Ostermaier

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