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Public: Messenger für öffentliche Gruppenchats startet mit iOS-App

20. Juni 2016 Kategorie: iOS, Social Network, geschrieben von: Sascha Ostermaier

artikel_publicAls Social Networks noch nicht das Internet übernommen haben, wurde viel in Foren diskutiert, man tauschte sich über IRC-Channel aus oder war sogar Teil einer großen Mailing-Liste. Mittel zum Austausch gibt es seit es das Internet gibt, heute sind Messenger die Hoffnung einer ganzen Industrie, die sie als Transportmittel für Dienste nutzen möchte. Und auch wenn es oftmals den Anschein hat, der Markt wäre bereits mehr als gesättigt, gibt es immer wieder neue Ansätze, ein weiterer kommt von Boxee-Gründer Avner Ronan. Er verfolgt mit „seinem Messenger“ aber einen anderen Ansatz, wie der Name vielleicht schon vermuten lässt.

So richtig neu wirkt „Public – Group Chats. Great Conversations.“ nicht. Viel mehr macht Public den Eindruck eines modernen Forums, statt sich Leute zu suchen, denen man folgen kann und mit denen man sich austauscht, sucht man nach Themen oder erstellt selbst welche. Diese Gruppenchats können dann von jedermann betreten werden, Gäste erhalten einen Zugang für 24 Stunden, hat man eine Einladung des Chat-Erstellers, bleibt man auf Dauer in dieser Gruppe, wenn man möchte.

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Man ist mit diesen Gruppenchats aber nicht auf die App beschränkt, man kann sie auch in die Welt hinaustragen. Chats lassen sich nicht nur als Link teilen, es wird auch gleich ein Auszug aus dem Chat mit geteilt. Als Ersteller eines Gruppenchats kann man auch eingreifen, Kommentare können zum Beispiel gelöscht werden. Außerdem können Nutzer gesperrt werden.

Die App lädt aber nicht nur zum Mitmachen ein, sondern auch zum reinen Konsum der Chats. Man muss sich das quasi als geschriebenen Podcast vorstellen. Eine Gruppe unterhält sich über Thema X, andere lesen mit. Das kann durchaus sehr interessant sein, allerdings ist fraglich, ob es Nutzer genug Nutzer gibt, die einem Chat so viel Aufmerksamkeit schenken wollen. Denn Lesen ist eben doch eine ganz andere Aufmerksamkeitsnummer als nebenbei einen Podcast zu hören.

In den Chats selbst können natürlich auch Medien und Emojis verwendet werden, was ist ein Chat heutzutage schon ohne ein witziges Katzen-GIF. Es ist eben technisch wie ein Chat, das ganze aber öffentlich, von jedem einsehbar. Man möchte sich fast dazu hinreißen lassen, es ein thematisch kontrolliertes Twitter zu nennen.

Wer die App ausprobieren möchte, kann dies tun, sofern er ein iPhone besitzt, bisher ist Public nur für iOS verfügbar. Eine Anmeldung ist via Twitter, Facebook oder E-Mail möglich, allerdings kann man den Anmeldeprozess auch skippen, falls man sich nur umschauen möchte, die App erlaubt dies. Ein interessanter Ansatz, der vor allem auch schnellen „Second Screen“-Netzwerken wie Twitter gefährlich werden könnte.

Allerdings hat es zum Beispiel Facebook schon einmal relativ unerfolgreich mit „Rooms“ probiert. Ganz neu ist die Idee also nicht, dafür aber auf den ersten Blick sehr schön umgesetzt. Interessant ist natürlich auch der Ansatz, weg von geschlossenen, privaten Unterhaltungen, hin zur Öffentlichkeit. In Zeiten, wo alles so gut wie möglich verschlüsselt wird, sorgt dies auf jeden Fall für Abwechslung. Und zeigt auch gut, dass dieser Messenger eben nicht für diese Art der privaten Unterhaltungen gedacht ist.

(via Variety)


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Über den Autor: Sascha Ostermaier

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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